Sie meinen neuer/besser als Möller Stammtafeln XXVIII + Nachtrag ?
Ersteres ist eine mehrfach gefaltete Tafel.
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Hier der unbearneitete Text:
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Handschuchsheim,
nicht aufstellen, doch ist aus den spärlichen Erwäh-
nungen soviel zu ersehen, daß es um 1230 nach
Heidelberg und in der folgenden Generation von
dort nach dem benachbarten Wieblingen übersiedelte.
Der im Jahre 1363 genannte Ingram von Hand-
schuchsheim, Burggraf zu Alzey (K. u. W. Nr. 3439),
dürfte noch dieser Wieblinger Familie angehören.
Zuletzt wird 1396 ein Ingram von Wieblingen er-
wähnt (Boos II, 663), mit dem die Familie erloschen
zu sein scheint. Sie bewohnte während ihres Hand-
schuchsheimer Aufenthalts vermutlich die nun gänzlich
verschwundene Burg an der Stelle des jetzigen
Schlößchens (vgl. Mühling 1. c), wogegen die jün-
gere Familie die noch teilweise erhaltene sehenswerte
Wasserburg ihr eigen nannte.
Letzteres Geschlecht erscheint urkundlich zu-
erst 1206 mit den Brüdern Swicker und Suiger (Gud.
Syll. 70), doch bleibt die Genealogie noch ein
volles Jahrhundert ungewiß. In dieser Zeit kommen
vor: 1219 u. 1229 Swicker (Gud. Syll. 110 u. 172),
1254 Marquardus et Swickerus fratres (ebda. 202),
ersterer im Jahre 1261 noch einmal als Zeuge (ebda.
235), 1293—95 Swicker, Vogt zu Dossenheim, und
Walter Gebrüder von Handschuchsheim (Schann.,
Worm. I, 16 und Gud. Syll., 304), 1293 Dieter (Mone
VII, 41) und 1294 Johannes de Handschuchsheim,
camerarius comitis palat. (K. u. W. 1305). Es war
wohl dieser Johann, der im Jahre 1316 mit Zustim-
mung seiner nächsten Verwandten, nämlich: seines
Bruders Herbord, dann der Ritter Swicker und Mor-
hard (wohl seine Vettern) und Dieter, Swicker,
Heinrich und Wilhelm, der vier Söhne seines ver-
storbenen Vetters (patruelis) Dieter eine Messe zu
Handschuchsheim stiftete (Schann., Worm., 25—27).
Diesen letztgenannten Dieter (I.) halte ich für den
Stammvater aller späteren Handschuchsheimer. Sein
ältester Sohn, Dieter IL, kommt in den Jahren 1337
und 39 als kaiserlicher Truchsieß, 1345 als kaiser-
licher Hofmeister vor (Cod. Moenofr. II, 624 u. 666,
Reimer II, 660). Söhne von ihm waren wohl die
Gebrüder Heinrich II. und Dieter III, die im Jahre
1375 die Kirche zu Dossenheim stifteten. Beide
hatten Nachkommen, doch erlosch Heinrichs Linie im
Mannesstamme mit seinem gleichnamigen Enkel, der
eine Witwe Irmel hinterlassen zu haben scheint, die
im Jahre 1444 als „Fauth und Herr zu Schauenburg"
bezeichnet wird (Dahl, Lorsch, 280). Letztere kann
nicht die Witwe Heinrichs V. gewesen sein, da dieser
mit Guta Knebel verheiratet war. Dieters III. gleich-
namiger Sohn, Dieter d. /., im Jahre 1382 noch
Edelknecht, war 1393—95 pfälzischer Hofmeister und
Marschall. Er starb nach einer alten, jetzt nicht
mehr vorhandenen Inschrift zu Handschuchsheim im
Jahre 1403 in festo Barnabae (=11. Juni). Von
seinen drei Söhnen, Henne, Hartmann und Heinrich V.t
hatten die beiden letztgenannten Nachkommen. Hein-
rich V. fiel höchstwahrscheinlich am 2. Juli 1431 bei
Bulgneville, denn er wird 1432 als tot erwähnt, und
die Grabschrift seines Sohnes Dieter zu Handschuchs-
heim besagt, daß dessen Vater „im strytt zu Lott-
ringen ward erschlagen". Seine Gemalin war Guta,
die einzige Tochter Dam Knebels von Catzeneln-
bogen. Der aus dieser Ehe entsprossene Sohn
Dieter V., nahm eine sehr angesehene Stellung am
pfälzischen Hofe ein. Er war 1473 Vormund Lud-
wigs, des Sohnes Friedrichs des Siegreichen und dei
Clara Dett, des Stammvaters der Grafen von Löwen-
stein-Wertheim; 1474 erscheint er als pfälzischer Hof-
meister, 1476 als Hofrichter. Doch hatte er nui
einen Sohn, Dieter VI, und dieser nur Töchter, sc
daß mit letzterem diese Linie erlosch. Der letzte
Sohn Dieters IV., Hartmud oder Hartmann, desser
Gemalin nach Humbracht eine von Remchingen ge-
wesen sein soll, hatte drei /Söhne, von denen dei
älteste, Hardmud, kinderlos starb. Tham (—Damiano
hatte nur eine an Johann von Ingelheim verheiratete
Tochter Margarete. Das prächtige Grabmal des
letzteren Ehepaars bildfit den Hauptschmuck des
alten Kirchleins zu Handschuchsheim. Heinrich VI
hinterließ außer seiner Witwe Gertrud von Helmstadt
die sich mit Burkard von Reischach wieder vermalte
drei Söhne: Hartmann, Hans und Heinrich. Vor
den beiden ersteren ist nichts besonderes bekann
geworden; doch scheint einem von ihnen das schöne
inschriftlose Grabmal in der alten Johanniterkirche
zu Wölchingen gewidmet zu sein. Heinrich VII.
verehelicht mit Margarete von Staufenberg, pflanzte
das Geschlecht dauernd fort, da nur einer seiner viei
Söhne, Johann, sich dem geistlichen Stande wid
mete, die übrigen aber sich verehelichten und alle
Nachkommenschaft hatten. Die Familie erlosch in
Mannesstamm mit Johann V, der, von Friedrich vor
Hirschhorn im Duell verwundet, am 31. Dezembei
1600 im jugendlichen Alter von 17 Jahren dahir
schied. Ihn überlebte nur eine weibliche Angehörige
Anna von Handschuchsheim, die Witwe Philipf
Kämmerers von Worms, die am 9. Oktober 1612 ah
Letzte das Geschlecht beschloß.
Wappen: Ein weißer rotgefütterter Hand
schuh in Blau. Zimier: Weißer Flug, dazwischer
sitzender schwarzer Hund. Decken: rot-silbern.