Autor Thema: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen  (Gelesen 2231 mal)

Offline rekem

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Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« am: 12. Juni 2012, 20:20:13 »
Wer kann mit dieser Familie und den genannten Orten etwas anfangen ?
http://www.wappenbuch.com/E127.htm
sie sind nicht im Neuen Siebmacher, Kneschke, Hefner, Gauhe
aber im Rietstap (Walstatt) und Rolland (Walstatt; Budingen [Büdingen ?])

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Offline AndreasP

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #1 am: 12. Juni 2012, 20:50:48 »

Offline rekem

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #2 am: 12. Juni 2012, 21:56:15 »
Ja, bestens, vielen Dank
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Offline Herold-vom-Rhein

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #3 am: 12. Juni 2012, 22:58:14 »
hatte ich neulich vor der Linse:



hier ein bißchen Hintergrund:
http://www.geschichte-untermain.de/f_kugelberg_waldenberg.html

Offline LexGu

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #4 am: 14. Juni 2012, 07:05:12 »
Da ist zweierlei interessant:

1. Woher wissen Rietstap/Rolland von dem Ortsnamenprädikat, welches doch im Siebmacher nicht genannt ist?


2. Ist es denkbar, daß
a) die Familie FOCKH unter Weglassung ihres Ortsnamenprädikats noch länger existierte oder
b) daß eine andere Familie FOCKH in den Adelsstand gelangte und dabei mit demselben Wappen begnadet wurde?


Ich bin nämlich auf folgendes gestoßen: Jb Adler 1902 verzeichnet eine Konjunktion unterm 1752 Feb 06: Edmund Edler von Fockh, Witwer, mit Fräulein Maria Theresia Bachofen von Echt.

Offline LexGu

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #5 am: 14. Juni 2012, 10:22:35 »
Das Geschlechtswappen erscheint wieder im Wappen der Marktgemeinde Kleinwallstadt:

http://www.datenmatrix.de/projekte/hdbg/gemeinden/bayerns-gemeinden_detail.php?gkz=9676133

In Akten des Reichskammergerichts übrigens dieselbe Familie statt "Fock(h) v. (Klein-)W." auch "Vogt v. (Kein-)W." !

Offline LexGu

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #6 am: 14. Juni 2012, 11:05:53 »
Noch eine Auffälligkeit, Frankfurt berührend:

Einer der (doch wohl durchwegs katholischen?) Fock v. W., nämlich Philipp Fock von Wallstadt, war mit Johannetta Eisenberger verheiratet, welche die Alten-Limpurgerin (lutherischen Bekenntnisses!?) Elisabeth Siegwein als Mutter hatte:

http://www.frankfurter-patriziat.de/node/60104

Offline rekem

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #7 am: 14. Juni 2012, 18:20:44 »
Einer der (doch wohl durchwegs katholischen?) Fock v. W., nämlich Philipp Fock von Wallstadt, war mit Johannetta Eisenberger verheiratet, welche die Alten-Limpurgerin (lutherischen Bekenntnisses!?) Elisabeth Siegwein als Mutter hatte:


Amtmann in Klingenberg, Main, 1595
sicher katholisch weil kurfürstlich mainzisch, "Büro" jetzt in der Stadt, da Burg inzwischen ruinös

Burgmann in Gelnhausen
da bin ich mir nicht so sicher, was man da "sein" mußte, vielleicht ging beides, da man dort ja nicht lebte

Der Vater Eisenberger konnte zeitlich noch gar nicht protestantisch sein
† Hofheim, Taunus zwischen 2.9.1512 und 25.4.1514
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Offline rekem

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #8 am: 14. Juni 2012, 18:33:35 »
1. Woher wissen Rietstap/Rolland von dem Ortsnamenprädikat, welches doch im Siebmacher nicht genannt ist?

Das ist eine der vielen Fragen zu Riestaps Quellen.

Mein bisheriger Erkenntnisstand:

Kennzeichnend für den Alten Siebmacher als Quelle Rietstaps ist immer die Blasonierung der Oberwappen und das Fehlen von Jahresdaten, wie z. B. die Erhebung in den Adelsstand oder Ähnlichem. Sind solche Daten vorhanden dann stammen sie aus den Bänden des Neuen Siebmacher oder aus anderen unbekannten Quellen.

Ungeklärt ist zum Beispiel auch die Frage, warum er die ihm vorliegenden Tafeln manchmal unvollständig übernahm...
Besonders aufschlußreich ist in diesem Zusammenhang die Tafel I, 121, die im Verlaufe der Auflagen mehrfach geändert wurde. Deren Veränderungen durch die 5. und 6. Auflage hat Rietstap nicht übernommen. Die weitern zahlreichen Veränderungen der 5. Auflage (um 1670) im Gesamtwerk des Wappenbuchs sind bei ihm nicht zu finden. Damit steht fest, dass er mindestens die 4. Auflage (1655-1667) für seine Arbeit benutzt hat.
Im Verlaufe der 7. Auflage von 1696 kam der Teil 6 mit 25 Tafeln und im Jahre 1697 ein Anhang mit 5 Tafeln hinzu. Deren Wappen fehlen alle im AG – sie wurden erst mit Rollands 8 Supplementen  nach dem Tode Rietstaps in die Wappensammlung eingefügt.

Somit scheint der Beweis erbracht, dass Rietstap nur die 4. Auflage  für seine Arbeit zur Verfügung stand.
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Leonhard53

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #9 am: 13. August 2012, 00:30:14 »
Die Fock von Wallstadt gehören zu einer niederadligen Familie, die - soweit bisher bekannt - um 1350 erstmals schriftlich genannt wird (Conrad Focke). Ein Herte oder Herting Focke war 1377 einer von zwölf reitenden Förstern im Büdinger Wald und verkaufte 1394 seine Forsthube mit seinen Söhnen Henne und Conrad an die Herren von Isenburg. Spätere Familienangehörige standen in den Diensten der Herren von Hanau mit einem Burglehen in Steinau an der Straße. Sie nannten sich Fock oder Focke von Steinau. Wohl durch Heirat und Erbschaft erwarben die Fock Besitz in Kleinwallstadt am Main. Ab dem Ende des 15. Jahrhunderts nannte sich daher ein Zweig der Familie "Fock von Wallstadt". Dabei handelte es sich um den Mainzer Forstmeister im Spessart Hans Fock und seine Nachkommen. Hartmann Fock, der Bruder des Forstmeisters, nannte sich dagegen nach seinem Ansitz "Hartmann Fock von Aufenau".
Im 16. Jahrhundert brachte die Familie einige bedeutende Persönlichkeiten hervor. Zu nennen sind Johann Fock, Mainzer Domscholaster und Generalvikar (+1565), Margaretha (+1572) und Magdalena Fock (+1616), in unmittelbarer Folge Äbtissinnen des Klosters Schmerlenbach bei Aschaffenburg, Christoph Fock, Mainzer Forstmeister und anschließend Vitztum in Aschaffenburg (+ ca. 1552) sowie Philipp Albrecht Fock, von 1589 - 1600 Amtmann und Burggraf in Gelnhausen. Mit Philipp Albrecht Fock starb die Familie Fock von Wallstadt im Frühjahr 1624 aus.

Offline Herold-vom-Rhein

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Re: Fockh von Walstatt, Provinz Budingen
« Antwort #10 am: 13. August 2012, 08:49:47 »
Herzlich willkommen und vielen Dank für die Ergänzung!

 

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