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Herold-vom-Rhein
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« am: 18. Dezember 2009, 15:59:12 » |
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Jean-Marie van den Eeckhout, Armorial de la Flandre Mediévale Wapenboek van het middleleeuwse Vlanderen, ISBN 9789080896642, Eigenverlag, 2009
Dieses im Selbstverlag herausgebrachte zweibändige Werk ist in Flämisch und in Französisch zu haben. Band 1 ist ein 477 Seiten starkes Wappenbuch, alphabetisch geordnet. Einem Vorwort von Michel Popoff folgt eine methodische Beschreibung. Das vorgelegte Wappenbuch ist nichts Geringeres als eine vergleichende Synopse aller wichtigen mittelalterlichen Wappenbücher, sofern sie den Raum Flandern betreffen, entstanden aus der überarbeiteten Zusammenstellung von 120 mittelalterlichen Wappenbüchern mit zusammen ca. 11000 Einträgen, darunter z. B. die Wappenrollen Bigot, Walford's Roll, l'Armorial Wijnbergen, Fitzwilliam Roll, Dering Roll, Charles' Roll, l'Armorial le Breton, l'Armorial du Héraut Vermandois, Armorial Mowbray, l'Armorial du Héraut Navarre, l'Armorial Bellenville, l'Armorial du Heraut Sait-Pol, Armorial Urfé, Armorial Walhain, Armorial du siège de Gorichem, Armorial de l'ordre de Saint-Antoine, Armorial de Nicolas de Lutzelbourg, Armorial des Marches, Armorial de Clément Prinsault, l'armorial de Coninck, l'armorial Le Blancq u. v. a. m., um nur ein paar zu nennen. Einige Wappenbücher kennt man aus Einzelpublikationen, manche auch aus modernen Aufarbeitungen, aber hier ist man überrascht vom Umfang der berücksichtigten Quellen aus vielen europäischen Ländern, die in diesen Querschnitt einbezogen werden, und in dieser Liste tauchen etliche Wappenbücher auf, deren Existenz an sich schon selbst für langjährige Heraldiker eine Entdeckung ist. Das Buch ist ein wissenschaftliches Werk, auf die Abbildung historischer Ressourcen wird verzichtet, denn Sinn des Buches ist die wissenschaftlich vergleichende Synopse, nicht das Genießen alter Graphik. Entsprechend sind die Wappendarstellungen klein und standardisiert, was bei der klaren, einfachen Schönheit mittelalterlicher Wappen absolut möglich ist. Bei der Vielzahl der Abbildungen wäre ein anderes Konzept auch nicht machbar gewesen. Wer mit mittelalterlichen Wappenbüchern arbeitet, weiß um die Probleme der Verläßlichkeit und der widersprüchlichen Angaben. Dies ist gut durch einen Farbcode gelöst, grün werden alle Angaben bewertet, wo Fehler einfach durch Vergleich mit anderen Wappenbüchern eliminiert werden können, blau werden Einträge markiert, wo Herrschaften zwar existierten, die Datenlage zur zweifelsfreien Zuordnung nicht ausreicht, und rot werden Einträge markiert, wo die Existenz einer Familie nicht belegt ist oder wo die Wappen einfach nicht passen. Die Blasonierungen orientieren sich durchweg am Werk von de Boos, dictionnaire du Blason, und sind entsprechend gute Qualität.
Band 2 mit 269 Seiten ist ein reines Tabellenwerk. 157 Seiten sind ein Motiv-Index von Adler (aigle) bis Bohrer (vrilles), gefolgt von einer 13seitigen Liste der verzeichneten Devisen (table des cris de guerre), schließlich kommt eine Helmzierliste von 26 Seiten von wachsendem Adler (aigle-issante) bis zum Flug (vol), dies ist einzigartig in der bisherigen Literatur. Es folgt eine Zuordnungstabelle der Herrschaften mit heutigen Postleitzahlen, dann eine Liste der in jedem Wappenbuch (armorial) enthaltenen Namen, ein Adels-Register von Flandern und schließlich eine Bibliographie.
Insgesamt ist ein wissenschaftliches Nachschlagewerk entstanden, unverzichtbar für jeden, der sich mit der Region beschäftigt, und eine Augenweide für jeden, der von der schlichten Prägnanz und eindringlichen Klarheit früher Wappenbilder begeistert ist, als Wappen noch klare Zeichen waren und fern von der Überladenheit späterer Zeiten. Einziger, wirklich einziger Nachteil des Buches: Der dünne Kartoneinband wird regelmäßigem Gebrauch nicht gewachsen sein, so ein Standardwerk sollte richtig gebunden werden.
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