Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Die Entwicklung des Wappens der Fürsten von Auersperg  (Gelesen 258 mal)
Herold-vom-Rhein
Administrator
Hero Member
*****
Online Online

Beiträge: 8.924



WWW
« am: 26. September 2009, 21:19:37 »

Die Entwicklung des Wappens der Fürsten von Auersperg

Wappen 1: Stammwappen:
In Rot ein schreitender goldener Auerochse (Ur). Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse (Ur), als Variante, die sich später durchsetzte, auch auf gekröntem Helm.

Anm.: Ganz früher wuchs der Stier aus dem Schildrand oder aus einem Dreiberg, zu Anfang des 16. Jh. gibt es eine Variante mit aufspringendem Auerochsen, spätestens in der Mitte des 16. Jh., jedenfalls vor dem ersten Freiherrendiplom 1550, setzte sich jedoch der ganze Stier durch, und zwar in der schreitenden Form. Zuerst erscheint der Auerochse schwebend, später setzt sich der grüne Boden durch, entweder als angedeuteter Dreiberg oder als unregelmäßig begrenzter Boden. Den Nasenring hat der Auerochse anfangs auf den ältesten Siegeln noch nicht, später wurde er bindend, in goldener Farbe, auch wenn ein Diplom ihm abweichend eine schwarze Farbe gab.

Wappen 2: Siegel von 1521, geviert:
Feld 1 und 2: in Rot ein einwärts aufspringender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Feld 2 und 3: in Silber ein schwarzer Hocker (Stuhl ohne Lehne) (Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart)
Zwei Helme:
Helm 1 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Helm 2 (links): Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken ein geschlossener silberner Flug, belegt mit dem schwarzen Hocker (Stuhl ohne Lehne), Kleinod der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart

Ab 1523 ff wird dieses Wappen nebst anderen nachfolgend beschriebenen Varianten und später auch als freiherrliches Wappen geführt. Ab 1590 setzt sich der goldene Nasenring des Auerochsen durch. Als Helm 2 werden im Siebmacher auch zwei goldene Hörner zu schwarz-goldenen Decken angegeben.

Die Familie existiert in verschiedenen Linien. Die Söhne Engelhards von Auersperg (gest. 1466), Pankraz und Volkard (Vollrad) wurden zu Begründern der beiden Hauptlinien, die nach ihnen benannt wurden. Beide Linien spalteten sich wiederum in mehrere Unterlinien auf.
Die ältere Linie des Pankraz wurde am 14.3.1550 mit Herwart v. Auersperg in den Reichsfreiherrenstand und am 11.9.1630 mit den Vettern Dietrich und Hans Andreas Frhr. v. Auersperg in den Reichsgrafenstand erhoben, und dessen jüngster Zweig erlangte am 17.9.1653 den Fürstenstand. Grafen von Gottschee wurden sie am 9.7.1641. Alle Linien der jüngeren Volkardschen Hauptlinie wurden am 25.7.1573 gefreit und am 15.7.1673 gegraft.

Wappen 3: Freiherrliches Wappen, Variante (v. Hefner, Krainer Adel). Geviert:
Feld 1 und 4: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Feld 2: in Gold ein schwarzer, golden gekrönter Adler
Feld 3: in Silber ein einwärtsgewendeter roter, golden gekrönter Löwe (Gottschee, heute die slowenische Stadt Koèevje)
Zwei Helme:
Helm 1 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Helm 2 (links): Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzer, golden gekrönter Adler

Wappen 4: Freiherrliches Wappen, Variante (v. Hefner, Krainer Adel). Geviert:
Feld 1 und 4: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Feld 2: in Silber ein einwärtsgewendeter ungekrönter roter Löwe
Feld 3: in Gold ein schwarzer Hocker (Stuhl ohne Lehne) (modifiziertes Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart)
Zwei Helme:
Helm 1 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Helm 2 (links): Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein Paar silberner Büffelhörner

Wappen 5: Freiherrliches Wappen, Variante. Geviert:
Feld 1 und 4: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzer Adler, stehend auf einer schwarzen Bank (modifiziertes Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart, der Hocker wird aus Platzgründen in die Breite gezogen und in der Höhe verringert und wird so zur Bank, bereichert um den Adler)
Zwei Helme:
Helm 1 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Helm 2 (links): Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzer, golden gekrönter Adler

Wappen 6: Gräfliches Wappen pankraz'scher Linie 1630. Die nachfolgend gelisteten Varianten diverser gräflicher Linien benutzen alle den gleichen Hauptschild und unterscheiden sich lediglich hinsichtlich des Inhaltes des Herzschildes und in der linken, dritten Helmzier.
Hauptschild:
Feld 1 und 4: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg). Der Boden kann auch fehlen, so im Diplom vom 11.9.1630
Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzer Adler, stehend auf einer schwarzen Bank (modifiziertes Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart, bereichert um den Adler). Je nach Darstellung kann die Bank auch silbern mit goldenen Füßen sein.
Herzschild: in Silber ein roter, golden gekrönter Löwe, kann doppelschwänzig sein
Drei Helme:
Helm 1 (Mitte): Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzer, golden gekrönter Doppeladler, der Hocker kann je nach Quelle vorhanden sein oder fehlen, wenn vorhanden, kann er schwarz oder silbern tingiert sein.
Helm 2 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Helm 3 (links): Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender roter, golden gekrönter Löwe.
Andere Quellen zeigen abweichende Details, z. B. die Decken von Helm 1 und Helm 3 ausgetauscht, was nicht plausibel ist.

Wappen 7: Gräfliches Wappen der ausgestorbenen Linie St. Leonhard am Forst der Volkardschen (Vollradschen) Hauptlinie. Alle Unterlinien der Volkardschen (Vollradschen) Hauptlinie erlangten 1673 den Grafenstand. Die älteste Unterlinie, die zu St. Leonhard, ist schnell wieder erloschen.
Hauptschild:
Feld 1 und 4: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzer Adler, stehend auf einer schwarzen Bank (oder Hocker, modifiziertes Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart, bereichert um den Adler)
Herzschild: in Blau eine goldene Krone
Drei Helme:
Helm 1 (Mitte): Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzer Adler auf einer schwarzen Bank stehend
Helm 2 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Helm 3 (links): Auf dem gekrönten Helm mit blau-goldenen Decken ein blauer Flügel, belegt mit einer goldenen Krone, durch welche nach v. Hefner, Krainer Adel drei silberne Straußenfedern gesteckt sind, was aber nicht durch vorhandene Siegel und Abbildungen belegt ist.

Wappen 8: Gräfliches Wappen der gegenwärtig blühenden vier Linien der Vollradschen (Volkardschen, Volkhardschen) Hauptlinie, die zu Altschloß Purgstall (Burgstall), zu Neuschloß Purgstall (Burgstall), zu Winern und zu Waasen (Wasen). Alle Unterlinien der Volkardschen (Vollradschen) Hauptlinie erlangten 1673 den Grafenstand, wovon die vier erwähnten im wesentlichen das gleiche Wappen führten (Einschränkungen siehe unten).
Hauptschild:
Feld 1 und 4: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Feld 2 und 3: in Gold ein schwarzer Adler, stehend auf einer schwarzen Bank (modifiziertes Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart, bereichert um den Adler)
Herzschild: in Silber eine rote Rose
Drei Helme:
Helm 1 (Mitte): Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein schwarzer Adler, stehend auf einer schwarzen Bank
Helm 2 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Helm 3 (links): Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken eine rote Rose zwischen einem silbern-rot übereck geteilten Paar Büffelhörner

Es finden sich auch abweichende, logisch nicht nachvollziehbare Farbangaben im Siebmacher und in diversen Diplomen, so in Silber eine goldene Rose für den Herzschild und als zugehörige Helmzier zwei von Blau und Rot übereck geteilte Hörner zu rot-goldenen Decken, während die Decken des mittleren Helmes mit dem Adler auf der Bank rechts schwarz-golden und links rot-golden sein sollen, was insgesamt nicht der Farbregel entspräche und nicht plausibel erscheint. Vgl. auch Siebmacher Suppl. VI 2.9. mit einer goldenen Rose in silbernem Herzschild, blau-rot übereck geteilten Büffelhörnern und rot-silbernen Helmdecken für den mittleren und den linken Helm sowie schwarz-silbernen für den rechten Helm.

Das Reichsgrafen-Diplom vom 15.7.1673 für die Stifter der Linie Altschloss und Neuschloss, Purgstall und Wasen hat beim Stier einen schwarzen Nasenring und schwarze Hörner, der Adler auf der Bank ist zwar weiterhin schwarz, steht aber abweichend in silbernem Feld und ist gekrönt, und die Rose des Herzschildes ist blau und goldenbesamt in goldenem Feld. Die Helme: Helm 1 (Mitte): auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein gekrönter schwarzer Adler ohne Bank, Helm 2 (rechts): auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit schwarzem Nasenring und schwarzen Hörnern (Auersperg, modifiziert), Helm 3 (links): auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken eine blaue, goldenbesamte Rose zwischen einem rechts silbern-schwarz und links golden-rot geteilten Paar Büffelhörner. Dabei bezieht sich die abweichend tingierte Rose auf die Mutter der beiden Erhobenen, Carl und Maximilian, eine geborene von Sesina-Austi. Der Adler in abweichend silbernem Feld wird als das Wappen "Kollschrag" im Diplom bezeichnet, nicht nachvollziehbar. Also:

Hauptschild:
Feld 1 und 4: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit schwarzem Nasenring und schwarzen Hörnern (Auersperg, modifiziert)
Feld 2 und 3: in Silber ein schwarzer Adler, stehend auf einer schwarzen Bank (bis zur Unkenntlichkeit modifiziertes Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart)
Herzschild: in Gold eine blaue, goldenbesamte Rose
Drei Helme:
Helm 1 (Mitte): Auf dem gekrönten Helm mit rot-silbernen Decken ein gekrönter schwarzer Adler
Helm 2 (rechts): Auf dem gekrönten Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender goldener Auerochse mit schwarzem Nasenring und schwarzen Hörnern (Auersperg, modifiziert)
Helm 3 (links): Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-silbernen Decken eine blaue, goldenbebutzte Rose zwischen einem rechts silbern-schwarz und links golden-rot geteilten Paar Büffelhörner

Wappen 9: Fürstliches Wappen nach dem österreichischen Diplom vom 17.9.1653. Johann Weigand Reichsgraf von Auersperg, erster Herzog von Münsterberg, Ritter vom Goldenen Vlies, Seiner k. u. k. Majestät Geheimer Rat, Sohn des Erbkämmerers und Erbmarschalls in Krain Dietrich Herr von Auersperg, welcher am 24.1.1631 von Kaiser Ferdinand II in den Reichsgrafenstand erhoben wurde, wurde am 17.9.1653 von Kaiser Ferdinand III nach dem Recht der Erstgeburt in den Reichsfürstenstand erhoben. Der Begünstigte starb am 11.11.1677, worauf sein Sohn Franz Karl als Reichsfürst nachfolgte.

Hauptschild: Gespalten und zweimal geteilt
Feld 1: Münsterberg in Schlesien, gespalten
rechts: in von Gold und Silber gespaltenem Felde ein von Schwarz und Rot gespaltener Adler, auf der Brust ein liegender silberner Mond (Halbmond, Mondsichel)
links: in Rot ein gekrönter silberner Löwe (Frankenstein)
Feld 2: Thengen, durch einen blauen Wellenbalken geteilt,
oben: in Rot ein schreitender, gekrönter, silberner Löwe,
unten in Gold ein schwarzer Adler, auf der Brust mit einem silbernern liegenden Halbmond belegt (schlesischer Adler)
Feld 3 und 6: in Rot auf grünem Dreiberg oder grünem Boden ein einwärts schreitender goldener Auerochse mit goldenem Nasenring (Auersperg)
Feld 4 und 5: in Gold ein schwarzer Adler, stehend auf einer schwarzen Bank (modifiziertes Wappen der ausgestorbenen Schöner zum Stubenhart, bereichert um den Adler)
Herzschild: in Silber ein roter, golden gekrönter Löwe
Dazu Fürstenhut und roter, hermelingefütterter Wappenmantel.
Gespeichert
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu: