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Autor Thema: Buchbesprechung: Wappen an Mittelrhein und Mosel  (Gelesen 788 mal)
Herold-vom-Rhein
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« am: 03. August 2009, 14:45:57 »

Gerade als Druckwerk erschienen:

Rolf Zobel: Wappen an Mittelrhein und Mosel, Books on Demands GmbH, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8370-5292-3, 527 S.

Dieses Buch schließt eine Lücke: Die Täler von Mittelrhein und Mosel, voller Burgen und ritterlicher Geschichte, eine Region mit gleich drei wichtigen Bistümern, Trier, Mainz und Köln, sind in der heraldischen Literatur bislang unterrepräsentiert. In Siebmachers Wappenwerk muß man sich die benötigten Informationen aus den Bänden über die Nachbarregionen zusammensuchen, Nassau, Hessen, Luxemburg; der Loutsch bietet, obwohl Luxemburg schwerpunktmäßig darstellend, grenzüberschreitend relevante Informationen. Einzig der Gruber war bislang das Standardwerk für Rheinland-Pfalz, mit schwarzweiß-Abb. Als die großen regionalen Wappensammlungen für Deutschland zusammengetragen wurden, waren die beiden Flußtäler mit ihrem reichen heraldischen Erbe an Burgen und Schlössern nicht Gegenstand einer ihnen gewidmeten eigenen Publikation, sehr zu Unrecht, ist es doch eine eigenständige und einzigartige heraldische Kulturlandschaft. Deshalb heißen wir mit diesem Buch eine langersehnte regionale Darstellung willkommen.

Für dieses Buch wurden alle bislang in der Literatur beschriebenen und im Staatsarchiv Koblenz dokumentierten Wappen der Region zusammengetragen und standardisiert am PC neu aufgerissen, Siebmacher-Bände der Nachbarregionen, Gruber, Ernst von Oidtmann, Sammlung Leopold von Eltester, diverse Heimatbücher etc. Der große Wert der Sammlung liegt in der übersichtlichen Zusammenfassung aller für die Region relevanten Quellen. Ergänzt wurde diese Sammlung durch die Anschauung vor Ort, der Autor lebt in Lahnstein und kennt die meisten überlieferten steinernen Zeugnisse der Region aus eigener Anschauung, immer die bisherigen Sammlungen kontrollierend, korrigierend und ergänzend. So ist ein stolzes Tafelwerk mit 383 Tafeln herausgekommen, alphabetisch geordnet, auf jeder Tafel durchschnittlich 12 Abbildungen.

Der Schwerpunkt der Sammlung liegt unzweifelhaft bei den Ursprungswappen, bei den schlichten, schönen Stammwappen aus dem Mittelalter, auch wenn daraus abgeleitete Komplexwappen, sofern wichtig, durchaus aufgenommen wurden. Sehr gut gelöst ist der differenzierte Umgang mit den vorhandenen Informationen: Gut dokumentierte Wappen werden in Farbe abgebildet (das Vergleichswerk Grubers ist durchgehend schwarz-weiß), weniger gut dokumentierte Wappen unklarer Tingierung werden in Grauabstufungen abgebildet. So wird das Bekannte dokumentiert, ohne über das Unbekannte zu spekulieren. Der Vielfalt der vorhandenen Darstellungen, auch für verschiedene Zweige, Linien oder sogar Individuen einer Familie wird hervorragend Rechnung getragen, indem alle belegten Varianten abgebildet werden. So zeigt die Sammlung auch die Komplexität und die Entwicklung heraldischer Zeugnisse, insbesondere mittelalterlicher, wo sich vieles nicht über einen Kamm scheren läßt, wo wir vielmehr häufig mit einer ganzen Bandbreite leben müssen, was uns heute Ansporn für weitere Forschung ist. Diese Variabilität und Vielfalt in einem zusammenfassenden Werk zu erhalten, ist hervorragend gelöst, und das sensibilisiert zum einen für die Variationsbreite, die dem forschenden Heraldiker vor Ort immer wieder begegnet, zum anderen für die Möglichkeiten und die Freiheiten, die sich die Heraldik in ihrer formativen Periode nahm.

Der zweite Teil des Buches, 143 Seiten stark, ist ein Tabellenwerk mit Nachweisen, mit Namen, Amtsbezeichnungen der Wappenträger sowie den Jahreszahlen ihres Nachweises. In einem Buch diesen Umfanges wurde auf genealogische Daten oder Beschreibungen der Familien verzichtet, weil das sonst jeden Rahmen gesprengt hätte, dafür erschließt genau jener Tabellenteil die zugehörigen weiterführenden Quellen und die zugehörige Originalliteratur. Auch die Blasonierungen schlägt man in der Originalliteratur nach, sie sind nicht im Buch enthalten, im Gegensatz zu Grubers Werk, wo aber im Gegenzug weniger Einzelnachweise enthalten sind. So gesehen geht das jüngst erschienene Buch zwar weit über das Vorhandene hinaus, kommt aber nicht ohne es aus. Dadurch konnte das Buch ein kompaktes Tafelwerk bleiben und übersichtlich den Schwerpunkt auf die Präsentation der zeichnerischen Dokumentation legen. Dieses Buch verleiht dem Gesehenen in einer hochinteressanten Kulturlandschaft Farbe und Übersichtlichkeit.

Ein besonderes Bonbon: Für die Computersuche von Namen und Motiven gibt es auf Anfrage auch eine CD mit Tabellen beim Verfasser.
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Alex
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« Antworten #1 am: 03. August 2009, 15:04:51 »

sehr interessant, vielen Dank
Zwinkernd
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"...Ohne Arbeit wär das Leben öde
Also sing ich müde meine kleine Ode
An die Arbeit..."
Gernot
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« Antworten #2 am: 04. August 2009, 08:18:06 »

Klingt sehr lesenswert. Danke.
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Gernot

Weiß der Geier...
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