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Autor Thema: Farbregel und Helmzier  (Gelesen 664 mal)
Herold-vom-Rhein
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« am: 02. Juli 2009, 12:21:55 »

Zur Anfrage:

Die Farbregel für den Schild ist bekannt - aber wie sehr gilt sie auch für die Helmzier?

Ich würde das primär unbedingt bejahen, denn es gibt keinen Grund, warum der geforderte Kontrast und die angemessene Signalwirkung der HZ geringer sein sollte als beim Schildbild.

Nun ist eine HZ meist erheblich komplexer, insbesondere bei wachsenden Personen etc. Je komplexer, desto schwerer ist die "reine Lehre" anwendbar. In diesem Falle sollte das Ganze mit einem gewissen Augenmaß im Geiste guter Gestaltung gesehen werden: Verstoßgrenzen so gering wie möglich.

Genauso wie im Schild gilt "Nebenteile nicht tragisch", so würde ich das auch bei der HZ für Nebenteile akzeptieren, nicht aber für ein grundsätzliches, gleichberechtigtes Nebeneinander wie Teilung/Spaltung o.ä.

Knackpunkt ist die Vermeidbarkeit: Natürlich kann man eine Jacke rechts rot und links blau machen - einfach ein weißes Hemd dazwischen rausschauen lassen und gut ist. Das Entscheidende ist, daß man bei der Komposition schon an spätere Probleme des Einfärbens denkt und nicht erst zeichnet, dann färbt und zuletzt jammert. Denn im Prinzip ist jeder größere Farbverstoß vermeidbar.

Außerdem ist prinzipiell Zweifarbigkeit erstrebenswert. Die Neubecker-Wappen mit ihrer regelmäßigen karnevalsbunten Helmdeckenspaltung sind in meinen Augen kein gutes Vorbild. Und wenn man Zweifarbigkeit erreicht, hat man im Prinzip auch kein Problem mit der Farbregel  Lächelnd
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DominikS
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« Antworten #1 am: 02. Juli 2009, 13:19:12 »

Zur Anfrage

Habe ich die verpasst?
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Dominik
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« Antworten #2 am: 02. Juli 2009, 13:33:44 »

mail.
Da es sich um Grundsätzliches handelt, kommentiere ich das hier für alle, und so kann er auch mehr Meinungen bekommen.
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Gernot
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« Antworten #3 am: 02. Juli 2009, 13:58:37 »

Man könnte natürlich auch erwähnen, dass Helmziere gerne plastisch und schattiert dargestellt werden. Dementsprechend sind auf der Palette natürlich viel mehr Farben als die 5 reinen Schildfarben. Nichtsdestotrotz ist rosa und himmelblau freilich ein grober Fauxpas.

Ferner habe ich den Eindruck, dass Gebilde "in natürlichen Farben" in der Helmzier häufiger vorkommen als im Schild, ohne dass ich jetzt einen Beleg anführen könnte.
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Gernot

Weiß der Geier...
DominikS
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« Antworten #4 am: 02. Juli 2009, 14:18:27 »

Ferner habe ich den Eindruck, dass Gebilde "in natürlichen Farben" in der Helmzier häufiger vorkommen als im Schild, ohne dass ich jetzt einen Beleg anführen könnte.

Klar, weil auch überhaupt erst "natürliche Gebilde" vorkommen und der "heraldische Stil" aus dem Schild bei weitem nicht mehr so strikt gilt. Der Baum kann hier schön dreidimensional, detailreich und mit braunem Stamm gemalt werden, während er im Schild ja eher hochgradig abstrahiert, flach und in nicht-brauner Tinktur üblicher ist.
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Dominik
Herold-vom-Rhein
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« Antworten #5 am: 03. Juli 2009, 13:50:11 »

...Gebilde "in natürlichen Farben" in der Helmzier häufiger vorkommen als im Schild...

Ich kann Dir ein paar Zahlen bieten:
Von 6620 untersuchten Wappen der DWR
haben im Blason des Schildes 46 den Begriff "natürlich" und 93 "naturfarben"
und in der Helmzier 33 den Begriff "natürlich" und 88 "naturfarben"

wobei man anmerken muß, daß Inkarnat der Hände und des Gesichts einer Figur der HZ i. d. R. nicht erwähnt werden, die den Großteil "natürlicher" Tinkturen der HZ darstellen - deshalb ist das "gefühlte Verhältnis" ein anderes als das tatsächliche.

Denn von diesen 6620 haben allein 411 den Begriff "Mann" und 41 den Begriff "Frau" in der HZ, gegen 119 x "Mann" im Schild und 13 x "Frau" im Schild, was dem gefühlten Verhältnis recht gibt, übrigens ein ernster Fall für die/den Gleichstellungsbeauftragten.

Dazu kämen noch Engel, Könige, Jünglinge etc., die ich jetzt mal außen vor lasse.
« Letzte Änderung: 03. Juli 2009, 13:58:04 von Herold-vom-Rhein » Gespeichert
Bernhard Fox
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« Antworten #6 am: 08. Juli 2009, 23:42:36 »

...übrigens ein ernster Fall für die/den Gleichstellungsbeauftragten...
Das heißt inzwischen "Beauftragte(r) für Chancengleichheit".  Küsschen
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Mitglied des Herold
Hartwig
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« Antworten #7 am: 09. Juli 2009, 03:10:41 »

Bunte Helmzierden sind nicht mein Ding, ich finde durch eine mehrfarbige Helmzier wird das Hauptaugenmerk vom Schildinhalt abgelenkt!
Gerade die Harmonie der wenigen Farben kommt dem Gesamteindruck eines gelungenen Wappenentwurfs eher entgegen.
Was soll eine bunte Helmzier bringen? Ich weiß es wirklich nicht!
Meiner Meinung nach ist mehr Farbe nur eine "bilige" Ausrede für einen schlechten, einfallslosen Wappenentwurf (Inkarnat und Schwarz einmal ausgenommen)! Unentschlossen
Ein hervorragender Wappenentwurf braucht nicht mehr als maximal zwei Farben und ein Metall, alles andere läßt sich durch eine gute Grafik herausarbeiten wie uns die einfarbigen Exlibris jeden Tag neu beweisen!


Rotgoldene Grüsse

Hartwig Cool
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Herold-vom-Rhein
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« Antworten #8 am: 09. Juli 2009, 08:11:52 »

So ist es - ein Hoch auf die Zweifarbigkeit! Denn gerade wenn man sich von anderen UNTERSCHEIDEN will, was Wappen per se prinzipiell wollen, ist Beschränkung und klares Bekenntnis zu einer AUSWAHL angemessen. Wo wäre noch die unterscheidende Wirkung, wenn alle Menschen alle Farben hätten?

Die Karnevalswappen im Stile von Neubecker sind auch nicht mein Ding -  der hat ja allein ohne gute Gründe fast jede Helmdecke rechts anders tingiert als links, was zudem die Blasons vollkommen unnötig in die Länge treibt (Messer-in-der-Wunde-rumdreh).
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DominikS
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« Antworten #9 am: 09. Juli 2009, 09:20:19 »

Ich halte das so wie bei der alten Frage nach dem "guten Logo": es muss auch in s/w per Fax noch klar erkennbar sein. Das ist zwar für ein Vollwappen schwierig, aber für Schild allein durchaus möglich Smiley
Da ist dann auch dreifarbig möglich, z.B. Bernhards Füchse würde man trotz drei Farben prima erkennen, weil es ein entsprechend minimalistischer Aufriss ist Smiley
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Dominik
Herold-vom-Rhein
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« Antworten #10 am: 09. Juli 2009, 09:27:35 »

Was ein Entwurf taugt, sieht man auch, wenn man ihn zum Petschaft-Schneider gibt  Grinsend
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