Kurzer Bericht vom HuK-Treffen für alle Daheimgebliebenen: Während Alex noch in engen Tagungsräumen schmachtete, genoß ich schon früh die Freiheit dieses herrlichen Tages. Erstes neues Ziel war Münzenberg. Diese Burg ist bedeutungsvoll wegen:
- das Wappen von Münzenberg findet sich nach diversen Erbteilungen in allem wieder, was in der Region Rang und Namen hatte: Grafen v. Eppstein, Grafen v. Hanau, Landgrafen v. Hessen, Haus Solms etc.
- die Burg ist eine von zwei Burgen mit genau ZWEI großen, runden Bergfrieden (die andere wäre Thurandt)
- die Burg hat wunderschön gestaltete bauliche Details wie Fenster, Bögen, Profile
- Die Lage der Ruine in der Wetterau ist klasse, schon von weiten liegt sie da wie ein zweimastiges Schiff, das ganze Land beherrschend
http://www.muenzenberg.de/geschichte-burg.html Danach bin ich in Hungen fündig geworden, eine niedliche kleine Residenz, mit Wappen am Schloß und etlichen exquisiten Grabdenkmälern der Solmser in der örtlichen Kirche. Und wenn wir schon mal bei Solmser Residenzen sind, kann man Laubach gleich mitnehmen. Letztes Ziel alleine nach ein paar Zwischenstopps mit Stolberger Wappen war eine Burg der Grafen von Hanau, Steinau.
Dann hieß es kräftig Gas geben, um den Frankfurter Berufsverkehr weiträumig zu umschiffen, um auf der anderen Seite Alex in Bad Soden abzuholen, der überraschenderweise eine Stunde früher frei hatte. (Ich kann mir das bildlich vorstellen: "Herr Vortragender, aufgrund einer unaufschiebbaren Bildungsreise nach Friedberg würde ich Sie bitten, das Thema erst morgen weiter zu vertiefen...."

)
Das Bild der "geschlossen zugeparkten" Autobahnen aus Frankfurt raus noch vor Augen, entschlossen wir uns, uns per Landstraße nach Friedberg durchzuschlagen, was angesichts der vollkommen irrationalen Straßenführung, verschwundenen alten Straßen, hingezauberten neuen Straßen und Baustellen und Radarfallen eine navigatorische Meisterleistung des Beifahrers war.
Friedberg also!
- Eine der flächengrößten deutschen Burgen,
- eine der großen Reichsburgen,
- die ein politisches Unikum darstellt,
- die ein buntes Wappengemisch aus wichtigen Adelsgeschlechtern als Burgmannengeschlechter und Größen des Deutschen Ordens enthält,
- Wappen aus verschiedenen Jahrhunderten in verschiedenen Stilen enthält und
- insgesamt sage und schreibe 46 Wappen(schilde) in 15 Gruppen (bzw. an 15 Standorten) bietet
Wir hatten sogar Glück und kamen in den Schulhof rein, der mir beim letzten Besuch verschlossen blieb.
Hierzu die bekannte Lektüre:
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie578.htm und folgende.
Bei der Gelegenheit fanden wir auch ein schönes Beispiel dafür, daß beim "Wenden" der Schild gespiegelt, die Helmzier aber gedreht wird.
Danach ließen wir den Abend gemütlich im indischen Restaurant in Bad Soden ausklingen.
Die Photos werden nach und nach auf gewohnte Weise zu sehen sein.
Jetzt haue ich mich aufs Ohr und danke Alex ganz herzlich für den wunderschön gemeinsam verbrachten Abend.