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Herold-vom-Rhein
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« am: 23. April 2008, 19:36:22 » |
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Geschichte der Grafschaft Ravensberg:
Ravensberg war der Sitz der Grafen von Kalvelage (Calveslage, Calvelage), die 1082 erstmals bezeugt sind. Um 1100 setzten sie sich in Ravensberg im Teutoburger Wald fest. Ravensberg war damals ein Lehen der Herzöge von Sachsen. Ihren Namen änderten sie ab 1140 und nannten sich nach ihrer neuen Burg Grafen von Ravensberg. Ca. um 1180 wurde die Grafschaft reichsunmittelbar. Ihr Besitz vergrößerte sich zusehends: Im Osnabrücker Nordland um Vechta hatten sie Güter, vermutlich nach 1100 von den Grafen von Zutphen geerbt. Von Otto von Northeim (gest. 1083) erbten sie die Grafschaft im Emsland. Um Bielefeld, Herfold und Halle (Westfalen) hatten sie weiteren Besitz. Die Grafen von Ravensberg wurden 1214 zum Gründer von Bielefeld. 1226 wurden die Güter geteilt. 1252 wurden die Güter um Vechta und im Emsland an das Hochstift Münster verkauft. 1289 und 1309 wurden Vlotho und der Limberg wieder zurückgekauft. 1346 starben die Grafen von Ravensberg im Mannesstamme aus. Die Grafschaft Ravensberg im nordöstlichen Westfalen um Bielefeld und Vlotho (Zentrum: Bielefeld) war ab 1346 mit Berg, ab 1437 mit Jülich-Berg und ab 1511 mit Kleve verbunden. 1346 starb das Haus Calvelage-Ravensberg im Mannesstamm aus, über Margarete, Nichte des letzten Grafen von Ravensberg, zugleich Erbin der Grafschaft Berg, Ehefrau von Gerhard VI Graf von Jülich, wird dieser 1348 der neue Graf von Berg und 1346 Graf von Ravensberg.
Otto I. Graf v. Ravensberg, vermählt mit Oda Hermann III. Graf v. Ravensberg, vermählt mit Jutta v. Thüringen Ludwig Graf v. Ravensberg (vor 1200 - 15.1.1249), vermählt mit Adelheid v. Dassel u. Nienover (-14.9.1263) Otto II. (III) Graf v. Ravensberg (-25.3.1306), vermählt mit Hedwig zur Lippe Otto III. (IV) Graf v. Ravensberg (vor 1276 - 1328/1329), vermählt mit Margaretha v. Berg, Tochter von Heinrich v. Berg, Herr zu Windeck, und Agnes v. d. Mark Margaretha Gräfin v. Ravensberg (vor 1315 bis ca. 1384/1389), verheiratet mit Gerhard VI. Graf v. Jülich (-18.5.1360)
1409 wird die Grafschaft pfandweise um das lippische Amt Enger erweitert. 1511 gibt es einen weiteren Erbfall, als Wilhelm IV. Herzog v. Jülich stirbt: Jülich-Berg–Ravensberg verbindet sich mit Cleve-Mark.
Gerhard (VII) Herzog v. Berg u. Jülich, Graf v. Ravensberg (ca.1420 - 19.8.1475), vermählt mit Sophia v. Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg (1429/1430 - 9.9.1473) Wilhelm IV. Herzog v. Jülich (9.1.1455 - 1511), vermählt mit Markgräfin Sibylla v. Brandenburg (31.5.1467 - 9.7.1524) Maria Herzogin v. Jülich-Berg, Gräfin v. Ravensberg, Herrin v. Heinsberg (3.8.1491 - 1543), vermählt mit Johann III. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (10.11.1490 - 6.2.1539)
Der Jülich-Klevische Erbfolgestreit und seine Folgen 1609 kommt es zum Jülich-Klevischen Erbfolgestreit, nachdem Johann Wilhelm IV. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (28.5.1562 - 25.3.1609) ohne Erben gestorben war und sich mehrere fürstliche Häuser, vor allem Pfalz-Neuburg, Sachsen und Brandenburg, um die Ansprüche und hinterlassenen Länder stritten. Brandenburg führte seine Ansprüche auf Markgräfin Sibylla v. Brandenburg (31.5.1467 - 9.7.1524) zurück, die Wilhelm IV. Herzog v. Jülich (9.1.1455 - 1511) geheiratet hatte
Johann II. Herzog v. Cleve, Graf v. d. Mark (13.4.1458 - 1521), vermählt mit Mathilde v. Hessen (1473 - 19.2.1505) Johann III. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (10.11.1490 - 6.2.1539), vermählt mit Maria Herzogin v. Jülich-Berg, Gräfin v. Ravensberg, Herrin v. Heinsberg (3.8.1491 - 1543) Wilhelm V. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg, Graf v. d. Mark u. v. Ravensberg (28.7.1516 - 1592), sog. Wilhelm der Reiche, Herr von Ravenstein, Herpen und Uden, 27.1.1538 Huldigung der geldrischen Stände, 1.8.1539-1543 Herzog v. Geldern, 1543 Eroberung von Düren, Jülich und Roermond durch Gonzaga, 7.9.1543 (12.9.1543 Vertrag von Venlo) Verzicht auf Geldern gegen Wassenberg, Borne und Herzogenrath, verlangt Moers als heimgefallenes Lehen, vermählt in 2. Ehe mit Maria v. Österreich (15.5.1531 - 11.12.1581) Johann Wilhelm IV. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (28.5.1562 - 25.3.1609), 1571-1585 Administrator im Bistum Münster, 1573-1585 Domherr zu Köln, 1575-1585 Domherr zu Strassburg, 1585 Resignation. Seit 1589 Anzeichen einer Geisteskrankheit, 1592 Herzog, 1600 Graf v. Moers, 1609 Herzogenrath als heimgefallenes Lehen an Brabant. Vermählt mit 1.) Jakobäa v. Baden (16.1.1558 - 3.9.1597) und 2.) Antonie v. Lothringen (- 23.8.1610), verstirbt kinderlos.
1609 wurde die Grafschaft Ravensberg von Brandenburg und von Pfalz-Neuburg in Besitz genommen. 1614 werden die strittigen Gebiete im Vertrag von Xanten geteilt: Das Haus Pfalz-Neuburg erhält Jülich und Berg, Brandenburg (Preußen) bekommt Kleve, Mark und Ravensberg. Das heißt, daß hier im Wappen zwar noch die kompletten Ansprüche aufrecht erhalten werden, obwohl die realen Zugewinne sich auf Jülich und Berg beschränken. Bis 1719 war Bielefeld die Hauptstadt der Grafschaft Ravensberg. 1705 beantragte Preußen die Aufnahme von Ravensberg in das westfälische Reichsgrafenkollegium. 1719 wurde Ravensberg mit dem Fürstentum Minden verbunden, das Brandenburg 1648 erlangt hatte. 1807 kam Ravensberg an das Königreich Westfalen, 1811 an Frankreich, 1813 an Preußen, 1946 an Nordrhein-Westfalen.
Literatur und verwendete Quellen: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1 Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
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« Letzte Änderung: 23. April 2008, 19:51:06 von Herold-vom-Rhein »
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« Antworten #1 am: 23. April 2008, 19:49:30 » |
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Geschichte der Grafschaft Mark:
Die Grafschaft Mark lag beiderseits der Ruhr in Westfalen/Sauerland. Sie lag zwischen Recklinghausen, Dortmund, dem Fürstbistum Münster, der Grafschaft Limburg, den Herzogtümern Westfalen und Berg, der Grafschaft Gimborn, der Reichsabtei Werden und Essen. Ihre Grafen, eine um ca. 1160 von den Grafen von Berg abgespaltene Linie, waren im Hochmittelalter einst sehr mächtig und einflußreich. Erst nannten sie sich nach der gleichnamigen Burg an der Lenne Grafen von Altena. Um 1175 spaltete sich die Linie Isenberg-Limburg ab, und zur Unterscheidung wurde jetzt eine andere Burg namengebend, die man 1198 erworben hatte, die Burg Mark im gleichnamigen Dorf bei Hamm. Die Grafen von der Mark schufen sich ein zusammenhängendes Herrschaftsgebiet aus verschiedenen Quellen: 1288 bekamen sie die Vogtei über Essen, desgleichen über Werden, 1243 den Königshof Unna. In der Schlacht von Worringen 1288 zählten die Grafen von der Mark zur brabantischen Siegerpartei. So konnten sie ihre Territorialmacht weiter ausbauen und zwar unabhängig von Köln. Die Grafen von der Mark sind 1226/1227 Gründer der Stadt Hamm. Eine Schlüsselfigur der weiteren Geschichte der Grafschaft Mark ist Adolf I. (III) Graf v. d. Mark u. v. Cleve (vor 1350 - 7.9.1394), der erst eine kirchliche Laufbahn einschlug und sogar Erzbischof von Köln wurde, ehe er 1364 aus Familienräson das Amt niederlegte und die Nachfolge als Graf von der Mark antrat. Sein Vater war zum Erben von Cleve eingesetzt worden. Wer sollte die Nachfolge übernehmen? Die anderen Brüder waren geistlich oder ohne Nachkommen. So kam es, daß der Erzbischof von Köln resignierte und heiratete, nämlich Margareta v. Jülich (ca.1350 - 10.10.1425). Insgesamt hatten sie 17 Kinder. 1394 wurden bei seinem Tod das Herzogtum Kleve und die Grafschaft Mark vereinigt.
Eberhard I. Graf v. d. Mark (vor 1265 - 4.7.1308), 1258 Vogt von Essen, 1278 Ritter, Schirmvogt zu Cappenberg, 1288 Herr zu Essen, 1305 Statthalter von Geldern, vermählt mit Irmgard v. Berg (vor 1274 - 24.3.1294) Engelbert II. Graf v. d. Mark (vor 1298 - 18.7.1328),1298 Ritter, 1299/1300 Herr von Arberg, 1308 Graf, 1315 Schirmvogt zu Werden und Essen, vermählt mit Mechtilde v. Arberg (vor 1281 - 26.12.1349) Adolf II. Graf v. d. Mark (vor 1328 - 1347), Ritter, Schirmvogt zu Essen und Werden, Herr von Arberg, vermählt mit Margareta v. Cleve (vor 1314 - nach 1348), Tochter von Dietrich IX. Graf v. Cleve und Margareta v. Geldern, 17.6.1327 Ehedispens, 1331 Reise nach Palästina, wurde zum Erben von Cleve eingesetzt Adolf I. (III) Graf v. d. Mark u. v. Cleve (vor 1350 - 7.9.1394), 1348 Domherr zu Köln, 1351 Canonicus zu St.Lambert in Liege, 1353 Domherr in Münster, 1354 Propst in Schildesche, 1355 Domscholasticus in Speyer, 1357-1363 Bischof von Münster, 1363-1364 Erzbischof von Köln, 1391/1392 Graf von der Mark, 1368-7.9.1394 Graf von Cleve, vermählt mit Margareta v. Jülich (ca.1350 - 10.10.1425) Adolf I. (IV) Herzog v. Cleve, Graf v. d. Mark (- 1448)
Seit 1461 wurden das Herzogtum Cleve und die Grafschaft Mark gemeinsam verwaltet. 1511 wurden sie in Personalunion mit Jülich, Berg und Ravensberg verbunden, als Maria Herzogin v. Jülich-Berg, Gräfin v. Ravensberg, Herrin v. Heinsberg (3.8.1491 - 1543), Johann III. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (10.11.1490 - 6.2.1539) heiratete.
1609 kam es zum oben erwähnten Erbfolgestreit. 1614 werden die strittigen Gebiete im Vertrag von Xanten geteilt: Das Haus Pfalz-Neuburg erhält Jülich und Berg, Brandenburg (Preußen) bekommt Kleve, Mark und Ravensberg. Das Gebiet der ehemaligen Grafschaft Mark umfaßt dabei 50 Quadratmeilen und die Kreise Hamm, Altena, Hörde und Wetter sowie die Stadt Soest, ferner die Reichsgrafschaft Limburg. Auch die Hälfte von Lippstadt ist dabei. 1630 überließ Brandenburg die Herrschaft Gimborn-Neustadt den Grafen von Schwarzenberg. Wegen der Grafschaft Mark beantragte Preußen seit 1705 Aufnahme in das westfälische Reichsgrafenkollegium. 1807 kam die Grafschaft Mark an Frankreich (Tilsiter Frieden), 1808 an das Großherzogtum Berg, 1813 nach dem Zusammenbruch der französischen Herrschaft durch Besetzung wieder an Preußen, 1946 an Nordrhein-Westfalen.
Literatur und verwendete Quellen: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1 Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
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« Antworten #2 am: 23. April 2008, 23:31:43 » |
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Geschichte der Grafschaft Moers:
Die Herren von Moers erscheinen urkundlich bereits 1186. Ab 1228 nannten sie sich auch Grafen, und dieser Titel setzte sich ab 1375 ausschließlich durch. Ihr Herrschaftsgebiet lag in und um die Stadt Moers sowie um Krefeld, umgeben von den Territorialherrschaften Cleve, Kurköln und Geldern. Von Cleve wurden sie 1250 abhängig, d. h. die Herren von Moers wurden Lehnsleute von Cleve. Länger als in ihrem angestammten Herrschaftsgebiet überlebten die Grafen von Moers durch die 1376 (Heirat mit Walburg v. Saarwerden) /1397 (Erbfall) erheiratete Grafschaft Saarwerden. 1397 wurde Friedrich III. Graf v. Moers Graf von Saarwerden. 1417 wurde das Gebiet unter seinen Kindern aufgeteilt, Johann I. Graf v. Moers u. Saarwerden (vor 1418 - 1431) begründete die Linie Moers-Saarwerden, und Friedrich IV. Graf v. Moers zu Moers setzte die Moerser Linie fort. Das Territorium ging im Kampf gegen Burgund im späten 15. Jh. fast vollständig verloren.
Stammreihe: Dietrich I. Graf v. Moers (- nach 1191) Dietrich II. Graf v. Moers (vor 1226 - 1260/1275), vermählt mit Elisabeth v. Isenberg (- nach 1275) Dietrich III. Graf v. Moers (vor 1259 - nach 1303/1307), vermählt mit Margarete v. Isenburg-Arenfels (- nach 1297/1302) Dietrich IV. Graf v. Moers (vor 1307 - 15.2.1346), vermählt mit Kunigunde v. Volmestein (vor 1298 - nach 1314) Dietrich V. Graf v. Moers (vor 1346 - ca. 1365/1372), vermählt mit Elisabeth v. Zuylen (vor 1359 - nach 1376) Friedrich III. Graf v. Moers (ca. 1355 - nach 1417/1419), 1380 Herr v. Baer, 1383 Verkauf von Grangelt an Brabant, 1397 Graf v.Saarwerden, vermählt mit Walburg v. Saarwerden (ca. 1355 - ca. 1386/1418) Friedrich IV. Graf v. Moers zu Moers (vor 1392 - 1448/1452), vermählt mit Engelberta v. Cleve (- 7.12.1458) Vinzenz Graf v. Moers zu Moers (vor 1438 - 30.4.1499), 1493 Reichsacht wegen Geldern, Resignation, schenkt Moers an Wied, 1498 Widerruf, vermählt mit Anna Pfalzgräfin bei Rhein zu Simmern-Zweibrücken.
Moers-Moers erlosch 1493, es fiel an Wied-Runkel, 1519 an die Grafen von Neuenahr.
Abstammungsreihe: Vinzenz Graf v. Moers zu Moers (vor 1438 - 30.4.1499), vermählt mit Anna Pfalzgräfin bei Rhein zu Simmern-Zweibrücken (1413 - ca. 1455/1468) Friedrich V. Junggraf v. Moers Herr zu Bolchen (- 1472/1498), vermählt mit Elisabeth v. Rodemachern Margarethe v. Moers zu Moers (- 1515), vermählt mit Wilhelm III. v. Runkel Graf v. Wied u. v. Moers (ca. 1475 - 1519/1526) Anna v. Wied-Mörs (- nach 1528), vermählt mit Wilhelm II. Graf v. Neuenahr Herr zu Bedbur (- nach 1553) Hermann Graf v. Neuenahr u. Moers Herr v. Bedbur (1514 - 4.12.1578). Er führte die Reformation ein.
Wilhelm V. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg, Graf v. d. Mark u. v. Ravensberg (28.7.1516 - 1592) verlangte Moers als heimgefallenes Lehen zurück. 1600 wiederum kam es per Testament an Nassau-Oranien: Walburg Anna v. Neuenahr Bedbur (1522 - 25.5.1600), die Witwe des letzten Grafen Adolph v. Neuenahr u. Mörs Burggraf v. Köln (gest. 1589), vermachte die Ländereien bereits 1594 an Moritz von Oranien, der die Stadt Moers 1597 einnahm, die zwischenzeitlich von spanischen Truppen besetzt worden war. 1600 starb Walpurgis, und Moers fiel richtig an Nassau-Oranien.
Abstammungsreihe: Johann IV. Graf v. Neuenahr-Rodesberg (- 1371), vermählt mit Alberadis v. Heppendorf Dame v. Alpen Gumprecht I. Graf v. Neuenahr Herr zu Alpen (- 1425), vermählt mit Philippa v. Loon u. Heinsberg Gumprecht II. v. Neuenahr Graf v. Limburg, vermählt mit Margareta Gräfin v. Limburg (- 1479) Friedrich Graf v. Neuenahr Herr zu Rodesberg u. Alpen (- 22.6.1468), vermählt mit Eva v. Linnep Gumprecht III. v. Neuenahr Graf v. Limburg, vermählt mit Amalia v. Wertheim Gumprecht IV. v. Neuenahr Graf v. Limburg, vermählt mit Amöne v. Daun Gräfin v. Falkenstein und Limburg Grafen Adolph v. Neuenahr u. Moers Burggraf v. Köln (gest. 1589), vermählt mit Walburg Anna v. Neuenahr Bedbur (1522 - 25.5.1600)
1702 nahm Preußen (eigentlich für Brandenburg) als Herzog von Cleve Besitz von dem betreffenden Territorium, nachdem die Prinzen von Oranien mit König Wilhelm III von England erloschen waren und ein Erbfolgestreit entstand. Schließlich wurde die ehemalige Grafschaft Moers von Preußen 1707 in ein Fürstentum umgewandelt. 1801-1814 gehörte Moers zu Frankreich, danach zur preußischen Rheinprovinz. 1946 wurde es dem Bundesland Nordrhein-Westfalen eingegliedert.
Moers-Saarwerden überlebte länger, es fiel 1527 im Erbgang an die Grafen von Nassau-Saarbrücken, weil 1507 Katharina von Moers-Saarwerden Johann Ludwig I von Nassau-Saarbrücken geheiratet hatte. Danach kam es 1629 an Nassau-Weilburg (1/3) bzw. Nassau-Usingen (2/3 von Saarwerden). Saarwerden kam 1794 an Frankreich, dabei wurde die Grafschaft Saarwerden aufgelöst.
Literatur und verwendete Quellen: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1 Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
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« Antworten #3 am: 24. April 2008, 20:23:30 » |
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Geschichte der Grafschaft Veldenz:
Veldenz ist heute ein Ort bei Bernkastel-Kues. Einst war das ein Lehen des Hochstiftes Verdun, das ein Zweig der Grafen des Nahegaues (Wildgrafen) innehatte. Er benannte sich seit dem frühen 12. Jh. nach diesem Ort. Die Grafen von Veldenz hatten verschiedene Vogteien inne, so die über das sog. Remigiusland bei Kusel, ein Besitz der Abtei Saint Remi in Reims, ferner die Vogtei über die Güter des Klosters Tholey, dazu über das Hochstift Verdun. Die Vogtei über das Remigiusland war ein Lehen der Pfalzgrafen bei Rhein. Weitere Lehen hatten sie von den beiden Hochstiften Mainz und Worms erhalten, so daß sich ihr Herrschaftsgebiet hauptsächlich um die Mittelpunkte Burg Lichtenberg bei Kusel und Meisenheim am Glan erstreckte, zwischen Sponheim, Kaiserslautern, Trier und Kaiserslautern. Bereits 1260 starben die Grafen von Veldenz in älterer Linie im Mannesstamme aus.
Abstammungsfolge: Emicho, Graf von Kyrburg und Schmidburg (1086-1113) Gerlach I. Graf v. Veldenz, vermählt mit Caecilie v. Thüringen (- 1141) Gerlach II. Graf v. Veldenz (vor 1140 - nach 1186) Gerlach III. Graf v. Veldenz (- nach 1207/1214) Gerlach IV. Graf v. Veldenz (vor 1220 - ca. 1240/1254), vermählt mit Beatrix v. Dhaun (vor 1236 - nach 1245) Gerlach V. v. Veldenz (- 1260), vermählt mit Elisabeth v. Zweibrücken (vor 1254 - ca. 1258/1259) Agnes v. Veldenz (1258 - 1277), vermählt mit Heinrich I. v. Hohengeroldseck Graf v. Veldenz (vor 1252 - ca. 1296/1298)
Die Grafschaft Veldenz kam 1268/1270/1271 an die Herren von Hohengeroldseck, weil die Erbtochter Agnes v. Veldenz (1258 - 1277) Heinrich I. v. Hohengeroldseck geehelicht hatte. Die Herren von Hohengeroldseck setzten damit ihre Ansprüche durch gegen die der Wildgrafen. Die Herren von Hohengeroldseck bildeten jetzt die jüngere Linie der Grafen von Veldenz.
Abstammungsfolge: Agnes v. Veldenz (1258 - 1277), vermählt mit Heinrich I. v. Hohengeroldseck Graf v. Veldenz (vor 1252 - ca. 1296/1298) Georg I. Graf v. Veldenz (vor 1298 - nach 1347), vermählt mit Agnes v. Leiningen (- vor 7.8.1346) Heinrich II. Graf v. Veldenz (- 1360/1378), vermählt mit Agnes v. Sponheim (- nach 1367) Heinrich III. Graf v. Veldenz (- nach 8.10.1389), vermählt mit Loretta v. Sponheim-Starkenburg (- nach 1364) Friedrich III. Graf v. Veldenz (1387 - 1444), vermählt mit Margarethe v. Nassau-Weilburg (- 22.1.1427) Anna Gräfin v. Veldenz (1390 - 1439), vermählt mit Stefan Pfalzgraf bei Rhein zu Simmern und Zweibrücken, Herzog v. Bayern (23.6.1385 - 1459)
Diese jüngere Linie der Grafen von Veldenz durchlebte mehrere Teilungen und Wiedervereinigungen. Sie schafften es, ihre Lehen zu einer Landesherrschaft auszubauen und noch Teile der hinteren Grafschaft Sponheim hinzuzugewinnen (Anna war Miterbin von Sponheim, 2/5 der vorderen und 1/2 der hinteren Grafschaft). Auch die jüngere Linie der Grafen von Veldenz starb wiederum im Mannesstamme aus, die Erbtochter Anna brachte die Grafschaft 1419/1438/1444 (gänzlich mit dem Tod des Vaters 1444) an das Haus Pfalz-Simmern bzw. Pfalz-Zweibrücken.
Abstammungsfolge: Anna Gräfin v. Veldenz (1390 - 1439), vermählt mit Stefan Pfalzgraf bei Rhein zu Simmern und Zweibrücken, Herzog v. Bayern (23.6.1385 - 1459) Ludwig I. Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken, Herzog v. Bayern (1424 - 19.7.1489), vermählt mit Jeanne de Croy (ca. 1435 - 18.6.1504) Alexander Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken, Herzog v. Bayern (26.11.1462 - 1514), vermählt mit Margareta v. Hohenlohe-Waldenburg-Neuenstein (30.7.1480 - 3.9.1522) Ludwig II. Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken, Herzog v. Bayern (14.9.1502 - 3.12.1532 ), vermählt mit Elisabeth v. Hessen (10.9.1503 - 4.1.1563) Wolfgang Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken, Herzog v. Bayern (26.9.1526 - 11.6.1569), vermählt mit Anna v. Hessen (26.10.1529 - 1591)
Es gab nun eine eigene Linie Pfalz-Veldenz von 1543-1694, denn der letzte der obigen Reihe, Wolfgang Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken, tritt 1543 im Marburger Vertrag die Grafschaft Veldenz an seinen Onkel Ruprecht Pfalzgraf bei Rhein zu Veldenz, Herzog v. Bayern (1506 - 26.7.1544) ab. Der hat nicht viel davon, weil er nur ein Jahr später stirbt.
Abstammungsfolge: Alexander Pfalzgraf bei Rhein zu Zweibrücken, Herzog v. Bayern (26.11.1462 - 1514), vermählt mit Margareta v. Hohenlohe-Waldenburg-Neuenstein (30.7.1480 - 3.9.1522) Ruprecht Pfalzgraf bei Rhein zu Veldenz, Herzog v. Bayern (1506 - 26.7.1544), vermählt mit Ursula zu Salm v. Kyrburg (1516 - 1601/1605) Georg Johann I. Pfalzgraf bei Rhein zu Veldenz, Herzog v. Bayern (11.4.1543 - 18.4.1592), vermählt 1563 mit Anna Maria von Schweden (1545 - 1610) Georg Gustav Pfalzgraf bei Rhein zu Veldenz-Lauterecken, Herzog v. Bayern (6.2.1564 - 3.6.1634), vermählt mit Maria Elisabeth Pfalzgräfin bei Rhein zu Zweibrücken (7.11.1581 - 18.8.1637) Leopold Ludwig Pfalzgraf bei Rhein zu Veldenz, Herzog v. Bayern (1625 - 29.9.1694), vermählt mit Agathe Christine v. Hanau-Lichtenberg (1632 - 1681)
Der Letzte der Linie Pfalz-Veldenz, Leopold Ludwig Pfalzgraf bei Rhein zu Veldenz, Herzog v. Bayern (1625 - 29.9.1694), verstarb ohne erbberechtigte Nachkommen. Dadurch kam die Grafschaft Veldenz an die Hauptlinie Pfalz-Zweibrücken zurück. Zwischenzeitlich war die Stammburg Veldenz 1680 von Frankreich zerstört worden, das sich erinnerte, daß Veldenz mal ein Lehen des Hochstiftes Verdun gewesen war und dies nun als Berechtigung aufgriff.
1733 kamen die Güter von Pfalz-Veldenz an die Pfalz (Kurpfalz). 1801 kam die alte Grafschaft an Frankreich, wurde 1815 auf dem Wiener Kongreß geteilt. Der größere, südliche Teil kam an Bayern, der kleinere Teil an der Mosel an Preußen. Beide kamen schließlich 1946 zu Rheinland-Pfalz.
Literatur und verwendete Quellen: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1 Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
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« Antworten #4 am: 24. April 2008, 23:15:20 » |
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Geschichte der Grafschaft Berg: Ab 1101 tritt ein Geschlecht unter dem Namen der Grafen von Berg auf, das Güter zwischen Rhein, Ruhr, Sieg und Lippe innehatte, u. a. die Vogteien über die Klöster Deutz, Siegburg und Werden, 1122 auch über das Stift Cappenberg, sowie Güter aus der Erbmasse der Grafen von Werl, zwischen Emscher und Ruhr, im Raum Bochum sowie bei Unna, Kamen und Hamm, zum einen über eine Tante der Adelheid von Lauffen, Ida von Werl, zum andern durch die erste Frau von Adolf III aus dem Hause Werl. Vor dem Hintergrund einer schwachen Reichsgewalt schaffte die Familie einen politischen Senkrechtstart. 1150 herrschten sie über das Deutzgau. Engelbert erwarb Burg Bensberg mit umliegenden Ländereien. Weiterhin erwarb er die Vogtei Kaiserswerth. Sie waren bald Landesherren des Gebietes zwischen den Herrschaftsgebieten der Grafen von Cleve im Norden und der Grafen von Sayn im Süden. Hauptsitz war erst die ca. 1060 errichtete Burg Berge (Altenberge), heute nur noch eine Spur im Gelände, dann 1133-1288 die ab 1118 erbaute Burg Neuenberg an der Wupper (heute Schloß Burg). Die Grafen von Berg teilten sich in eine rheinische Linie (Grafen von Berg) und in eine westfälische Linie (Grafen von Berg-Altena-Mark. Letzterer entstammen die Grafen von der Mark. 1176 erhielten die Grafen von Berg Güter um Haan und Hilden. Die Stadt Düsseldorf bekamen sie 1189. Weiterhin stellten die Grafen von Berg mehrere Erzbischöfe von Köln (Bruno II Graf von Berg, Friedrich II Graf von Berg, Bruno III Graf von Berg, Engelbert I Graf von Berg).
Stammreihe: Adolf I. v. Berg Adolf II. Graf v. Berg (- 1106), 1084 Vogt zu Deutz, Graf v.Hövel (Huvili), 1090 "de Monte", 1101 "Graf v. Berg", vermählt mit Adelheid v. Lauffen Adolf III. Graf v. Berg (ca. 1080 - 12.10.1152), 1098-1150 Graf von Berg, 1101 Graf v. Hövel (Huvili), 1133 Stifter der Abtei Aldenberg, vermählt mit Adelheid v. Cleve Adolf IV. Graf v. Berg (ca. 1105 - nach 12.10.1161), 1152 Graf, Graf v.Hövel (Huvili), Vogt zum Berge, 1122/1152 Erbauer von Altena, vermählt in zweiter Ehe mit Irmgard v. Wasserburg Engelbert I. Graf v. Berg (vor 1157 - 1189), 1165 Graf, vermählt mit Margareta v. Geldern, stirbt auf dem Zuge nach Palestina Adolf VI. Graf v. Berg (vor 1185 - 7.8.1218), vermählt mit Bertha (Hertha?) v. Sayn, 1194 Graf, vor Damiette während eines Kreuzzuges gefallen Irmgard v. Berg (vor 1217 - ca. 1247-1249), vermählt mit Heinrich IV. Herzog v. Limburg (vor 1214 - 1246/1247)
1225 starben die Grafen von Berg in der Hauptlinie (rheinische Linie) aus. Die Erbtochter heiratete Heinrich IV. Herzog v. Limburg, wodurch die Grafschaft an das Haus Limburg kam.
Stammreihe: Heinrich IV. Herzog v. Limburg (vor 1214 - 1246/1247), vermählt mit Irmgard v. Berg (vor 1217 -ca. 1247-1249) Adolf VII. (VI) Herzog v. Limburg, Graf v. Berg (vor 1238 - 22.4.1259), vermählt mit Margarethe v. Hochstaden (- nach 1267), eine Schwester des Kölner Erzbischofs Conrad von Hochstaden Heinrich v. Berg, Herr zu Windeck, vermählt mit Agnes v. d. Mark Margaretha v. Berg (- nach 1339), vermählt mit Otto III. (IV) Graf v. Ravensberg (vor 1276 - ca. 1328/1329)
Besondere Erwähnung verdient Graf Adolf V von Berg, der 1259 minderjährig die Nachfolger seines Vaters antrat und noch bis ca. 1267 unter der Vormundschaft seiner Mutter Margarethe von Hochstaden stand. Er gab 1276 Ratingen das Stadtrecht, 1288 Düsseldorf. 1282 erhebt er Ansprüche auf das Herzogtum Limburg, kann sich aber nicht gegen Reinald von Geldern durchsetzen. Schließlich verkauft er 1283 sein Erbrecht auf Limburg an Brabant und findet sich 1288 bei der Schlacht von Worringen auf der Seite der Gegner des Erzbischofs von Köln wieder, ja er nimmt den Erzbischof von Köln sogar gefangen und hält ihn ein Jahr lang auf Schloß Burg fest unter Abpressung vielfältiger Zugeständnisse und Sühneleistungen. Damit war der wichtigste Gegner bergischer Interessen im Westen ausgeschaltet. Nach seinem Tod ging die Herrschaft erst an seinen Bruder Wilhelm, dann an seinen Neffen Adolf IX Graf von Berg, der kinderlos starb, so daß die Erbin dessen Schwester Margaretha wurde. Sie brachte die Grafschaft Berg mittelbar an das Haus Jülich. 1380 wurde Berg zum Herzogtum erhoben. Diesem neuen Herzogtum wurde die Grafschaft Ravensberg angegliedert. 1423 wurden die Herzogtümer Berg und Jülich durch Erbfall vereinigt.
Die ehemalige Grafschaft und das spätere Herzogtum Berg kam bei der Teilung 1614 an Pfalz-Neuburg. Das territoriale Tortenstück umfaßte Düsseldorf, Ratingen, Solingen, Elberfeld, Lennep, Wipperfürth, Gerresheim als Städte, die Ämter Landsberg, Düsseldorf, Mettmann, Elberfeld, Solingen, Burg, Haan, Hilden, Schöller, Angermund, Monheim, Mühlheim etc. Dazu bekam Pfalz-Neuburg Jülich. Berg kam 1685 an die Kurpfalz, 1777 mit der Pfalz an Bayern. 1805/06 französisch, 1815 preußische Rheinprovinz, 1946 zu Nordrhein-Westfalen.
Literatur und verwendete Quellen: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1 Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
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« Antworten #5 am: 27. April 2008, 17:14:33 » |
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Geschichte des Herzogtums Jülich:
Jülich war Grafschaft, Markgrafschaft und Herzogtum und lag auf der linken Rheinseite zwischen Kurköln, Kurtrier, Lüttich, Limburg und Geldern. Alter Besitz des Erzstiftes Köln war das, der von den Grafen von Jülich als Vögte verwaltet wurde. Grafen nennen sie sich ab 1081 (comes de Julicho), und dies wurden sie durch den Erwerb der Waldgrafschaft am Nordrand der Eifel und der Grafschaft Nörvenich, jeweils durch Heirat. Diese ersten Grafen von Jülich starben 1207 aus.
Abstammungsfolge mit Lebensdaten:
Gerhard I. Graf im Jülichgau (vor 1000 - nach 2.6.1029, Graf 1003-1029) Eberhard Graf im Jülichgau Gerhard II. Graf im Jülichgau Gerhard III. Graf v. Jülich (vor 1094 - nach 1128) Gerhard IV. Graf v. Jülich (vor 1118 - ca. 1168), 1143 Graf, 1154-1168 Vogt von St. Kunibert und St. Gereon zu Köln Wilhelm I. Graf v. Jülich (vor 1136 - nach 1176) Jutta v. Jülich, vermählt mit Eberhard v. Heimbach (vor 1170 - nach 1218)
Über die Schwester des letzten Grafen von Jülich (Wilhelm II. Graf v. Jülich (ca. 1150 - 1207)) kam der Besitz an die Herren von Heimbach, einem Geschlecht aus der Nordeifel. Sie nannten sich jetzt Grafen von Jülich. An Gebieten gewannen sie hinzu 1335 die Vogtei über Aachen, die Vogtei über die Reichsabtei Kornelimünster und die linksrheinischen Güter Essens. Bei der Schlacht von Worringen 1288, die den Kölner Erzbischof in seine Schranken wies, waren sie zusammen mit Brabant, Kleve und Berg Hauptbeteiligte. 1346 gewannen die Grafen von Jülich durch Heirat Ravensberg und 1348 Berg. 1336 wurden die Grafen Markgrafen von Jülich. 1356, nur zwanzig Jahre später wurden sie zu Herzögen erhoben. Sie residierten in Düsseldorf. Weitere Gebiete wurden im 15. Jh. erworben: 1435 Monschau, des weiteren Geilenkirchen, Euskirchen, Millen, Heinsbeg, Löwenburg. 1511 starb das Geschlecht im Mannesstamme aus, als Maria Herzogin v. Jülich-Berg, Gräfin v. Ravensberg, Herrin v. Heinsberg (3.8.1491 - 1543), Johann III. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (10.11.1490 - 6.2.1539) heiratete. Das alte Haus Jülich starb 1511 aus, und die Herzöge von Cleve, die ehemaligen Grafen von der Mark, beerbten auch diese und wurden die neuen Herzöge von Cleve, Jülich und Berg.
Abstammungsfolge mit Lebensdaten:
Jutta v. Jülich, vermählt mit Eberhard v. Heimbach (vor 1170 - nach 1218) Wilhelm III. Graf v. Jülich (vor 1190 - 1218), vermählt mit Mathilde Gräfin v. Limburg Wilhelm IV. Graf v. Jülich (- 16.3.1278) Gerhard V. Graf v. Jülich (ca. 1241 - 1328/1329) Wilhelm I. Herzog v. Jülich (vor 1328 - 26.2.1361), vermählt mit Johanna v. Hennegau u. Holland (ca. 1315 - 1374) Gerhard VI. Graf v. Jülich (- 18.5.1360), vermählt mit Margaretha Gräfin v. Ravensberg Wilhelm VII. Herzog v. Jülich-Berg (- 25.6.1408), vermählt mit Anna Pfalzgräfin bei Rhein (1346 - 22.4.1408) Wilhelm IX. v. Jülich Graf v. Ravensberg (1380/1382 - 22.8.1428,), vermählt mit Adelheid v. Tecklenburg Gerhard (VII) Herzog v. Berg u. Jülich Graf v. Ravensberg (ca. 1420 - 19.8.1475), vermählt mit Sophia v. Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg (1429/1430 - 9.9.1473) Wilhelm IV. Herzog v. Jülich (9.1.1455 - 1511), vermählt mit Markgräfin Sibylla v. Brandenburg (31.5.1467 - 9.7.1524) Maria Herzogin v. Jülich-Berg, Gräfin v. Ravensberg, Herrin v. Heinsberg (3.8.1491 - 1543), vermählt mit Johann III. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (10.11.1490 - 6.2.1539)
Gerhard VI Graf v. Jülich wurde 1345/1346 Graf v. Ravensberg, 1348 Graf v.Berg, 1355 zu Sichem und Sint-Agtenrode. Er kommt bei einem Turnier in Schleiden zu Tode beim Kampf gegen Arnold Graf v. Blankenheim. Sein Sohn Wilhelm VII wird 1360/1361 Graf v. Berg und 1361-1395 auch v. Ravensberg. Mit der Erhebung zum Herzogtum wird er am 24.5.1380 Herzog v. Berg. Wilhelm IX beschritt eigentlich eine kirchliche Laufbahn. 1399 sieht man ihn als Domherr zu Köln, 1400 ist er Abt von Corvey, 1399 besitzt er ein Postulat zu Paderborn, wird dort 1399/1400-1415 Bischof, aber aus dynastischen Gründen erfolgt ca. 1415 seine Resignation, so daß er 1402/1416-1428 Graf v. Ravensberg sein kann und die Familie fortführen kann. Bei seinem Sohn ist das ganz ähnlich, auch Gerhard beschreitet erst eine klerikale Laufbahn. 1430-1444 ist er Domherr zu Köln, resigniert 1444, 1437 wird er Herzog v. Jülich, Graf v. Berg und v. Ravensberg. Am 3.11.1444 besiegt er bei Linnich Herzog Arnold v. Geldern. Gerhard stiftete den Hubertus-Orden. Am 21.11.1445 kommt es zwischen den verfeindeten Parteien zum sog. Vergleich von Wesel, in dem der besiegte Arnold v. Geldern auf Jülich, nicht aber auf den Herzogstitel verzichtet. Am 20.6.1473 verkauft Gerhard die Erbrechte an Geldern an den Herzog v. Burgund und kauft selbst dafür die heinsbergischen Lande.
Wilhelm VI. Herzog v. Jülich u. Berg erwirbt 1498 noch Wassenberg, Borne und Herzogenrath als brabantisches Pfand. Er tauscht gegen Ende des 15. Jh. Diest, Sichem und die Burggrafschaft Antwerpen an Nassau gegen Gangelt ein. Er ist der Erbauer der Karthause vor Jülich. Das Problem der Erbfolge wurde früh geregelt, Kaiser Maximilian I. sichert ihm das Erbfolgerecht für die Tochter Maria zu, während deren Vater sich um die Heirat derselben mit dem Thronfolger von Cleve bemüht. Der Haken an der Sache war nämlich, daß Kaiser Friedrich III im Jahre 1485 dem Herzog Albrecht von Sachsen die Nachfolge in Jülich und Berg versprochen hatte, und auch Kaiser Maximilian hatte 1495 dieses Versprechen bestätigt. Im Jahre 1496 kam es zur entscheidenden Übereinkunft beider Herzöge über die Ehe ihrer Kinder. Nach Erhalt der Zustimmung der Landstände und des Kaisers konnte die Schlüsselhochzeit, die die beiden Herzogtümer vereinigte, am 1.10.1510 stattfinden, und der Kaiser belehnte Johann mit Jülich nach Wilhelms Tod im Jahre 1511. Johann erlangt im Jahre 1521 die Macht in Cleve und konnte so alle Gebiete in einer Hand vereinen, so daß er die Vormachtstellung im niederrheinisch-westfälischen Reichskreis inehatte.
1614 fiel Jülich an Pfalz-Neuburg. Ab 1777 war Jülich mit Berg mit Bayern vereinigt. 1794-1714 besetzte Frankreich die Gebiete, und Bayern bekam im Ausgleich 1806 Ansbach und 1810 Bayreuth von Frankreich. Beim Wiener Kongreß wurde alles neu geregelt, erst plante man eine Aufteilung von Jülich zwischen Preußen und den Niederlanden, 1815 kam es gänzlich an Preußen und 1946 an Nordrhein-Westfalen.
Literatur und verwendete Quellen: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1 Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
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« Antworten #6 am: 27. April 2008, 18:51:07 » |
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Geschichte von Cleve: Cleve (Kleve) war eine Grafschaft und späteres Herzogtum. Als Grafschaft wurde das linksrheinische Territorium um 1020 von Heinrich II gegründet. Die Grafen von Cleve sind seit 1092 belegt (Thiedericus de Cleve). Gebietserweiterungen auf Kosten des Nachbarn Kurköln und des Reiches folgten. Im 13. Jh. kam rechtsrheinischer Besitz hinzu: Duisburg, Wesel, Herrschaft Dinslaken. Die Grafen von Cleve starben 1368 im Mannesstamm aus.
Abstammungsreihe:
Arnold I. Graf v. Cleve (ca. 1075 - ca. 1147-1149) Arnold II. Graf v. Cleve (ca. 1100 - nach. 1134), vermählt mit Ida v. Löwen Dietrich III. Graf v. Cleve (ca. 1129/1130 - 27.4.1172), vermählt mit Adelheid v. Sulzbach (ca. 1135/1140 - 10.9.1189) Dietrich IV. Graf v. Cleve (ca.1155/1160 - ca. 1191), vermählt mit Margarete v. Holland (ca. 1164 - nach 1203) Dietrich V. Graf v. Cleve (ca. 1190/1200 - ca. 1260/1262), vermählt mit Hedwig v. Meissen (ca. 1210 - vor 2.2.1229) Dietrich VII. Graf v. Cleve gen. v. Meissen (ca. 1226 - 18.3.1275), vermählt mit Aleidis v. Heinsberg Dietrich VIII. Graf v. Cleve (ca. 1256/1257 - 1305), vermählt mit Margareta v. Kiburg. 1286 wurde er zusammen mit dem Bruder Dietrich und dem Onkel Theodor v. Heinsberg geächtet. Dietrich IX. Graf v. Cleve (vor 1299 - ca. 1346/1347), vermählt mit Margareta v. Geldern (vor 1305 - ca. 1331/1333) Margareta v. Cleve (vor 1314 - nach 1348, Nichte des letzten regierenden Grafen von Cleve), vermählt mit Adolf II. Graf v. d. Mark (vor 1328 - 1347)
Erbe von Cleve ist deren Sohn Adolf I. (III) Graf v. d. Mark u. v. Cleve (vor 1350 - 7.9.1394). Eigentlich hatte er eine kirchliche Laufbahn eingeschlagen. 1346 und 1357 war er zum Studium in Montpellier immatrikuliert. Im Jahre 1348 ist er Domherr zu Köln, 1351 Kanoniker zu St. Lambert zu Lüttich, 1353 finden wir ihn als Domherren in Münster, 1354 als Propst in Schildesche, 1355 als Domscholasticus in Speyer, schließlich wird er 1357-1363 Bischof von Münster, zuletzt erklimmt er die nächste Karrieresprosse als Erzbischof von Köln 1363-1364. Aber: Wie bei Familien mit dynastischen Interessen zu allen Zeiten durchaus üblich, resignierte er, um 1368 Graf von Cleve zu werden. 1368-7.9.1394 ist er Graf v.Cleve, 1391/1392 Graf v. d. Mark. Ferner ging er in die Geschichte ein als Stifter des clevischen Gechenordens. Somit stellt das Haus von der Mark die nächsten Grafen und späteren Herzöge von Cleve.
Abstammungsreihe:
Adolf I. (III) Graf v. d. Mark u. v. Cleve (vor 1350 - 7.9.1394), vermählt mit Margareta v. Jülich (ca. 1350 - ca. 1425/29) Adolf I. (IV) Herzog v. Cleve, Graf v. d. Mark (ca. 1371/1373 - 1448), vermählt mit Maria de Bourgogne (ca. 1389 - 30.10.1463). Er wurde 1394 Graf von Cleve, 1398 Graf von der Mark, 28.4.1417 Herzog von Cleve und Erhebung zum Herzogtum Cleve, 1397 Erwerb von Ravenstein als Lösegeld, 1424 Erwerb von Gennep, 1429 Erwerb von Emmerich.. Johann I. Herzog v. Cleve, Graf v. d. Mark (1419 - 5.9.1481), vermählt mit Elisabeth de Bourgogne-Etampes Comtesse de Nevers et d'Eu (ca. 1437 - 21.6.1483). Johann I wird auch Johann der Schöne (Formosus) genannt. 1448 Herzog, 1461 Graf v.d.Mark. Johann II. Herzog v. Cleve, Graf v. d. Mark (13.4.1458 - 1521), vermählt mit Mathilde v. Hessen (1473 - 19.2.1505). Er trägt den Beinamen "der Kindermacher" aufgrund der vielen von ihm gezeugten unehelichen Kinder. 1483 Lehnsanwartschaft an Sachsen. Johann III. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (10.11.1490 - 6.2.1539), vermählt mit Maria Herzogin v. Jülich-Berg, Gräfin v. Ravensberg, Herrin v. Heinsberg (3.8.1491 - 1543). Johann III wird auch Johann der Friedfertige genannt. 7.9.1511/1524 ist er Herzog von Jülich und Berg, 15.1.1521 Herzog von Cleve, Graf v. d. Mark und von Ravensberg, Herr in Heinsberg. 1521 Vereinigung der Herzogtümer in Personalunion. Wilhelm V. Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg Graf v. d. Mark u. v. Ravensberg (28.7.1516 - 1592), vermählt mit Maria v. Österreich (15.5.1531 - 11.12.1581). Er verlangt Moers als heimgefallenes Lehen. Johann Wilhelm Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (28.5.1562 - 25.3.1609). Zweimal verheiratet, zum ersten Mal mit Jakobäa v. Baden (16.1.1558 . 3.9.1597), zum zweiten Mal mit Antonie v. Lothringen (- 23.8.1610), verstarb kinderlos.
Johann Wilhelm Herzog v. Cleve, Jülich u. Berg (28.5.1562 - 25.3.1609) ist der letzte der Stammreihe, der alle Grafschaften und Herzogtümer des betreffenden Raumes "eingesammelt" hatte. Er entstammt dem Geschlecht der Grafen von der Mark, die erst Cleve und dann Jülich beerbten. Eigentlich hatte er eine kirchliche Laufbahn vor sich. 1571-1585 war er Administrator im Bistum Münster, 1573-1585 Domherr in Köln, 1575-1585 Domherr in Straßburg. Im Jahre 1585 resignierte er. Ab 1589 zeigten sich Anzeichen einer Geisteskrankheit. 1592 wurde er Herzog der vereinigten Herzogtümer, 1600 auch Graf v. Moers. Trotz zweimaliger Vermählung starb er kinderlos. Sein Tod war Auslöser des Erbfolgestreits 1609-1614, in dessen Folge die Gebiete aufgeteilt wurden.
1614 fielen Cleve und Mark an Brandenburg. 1795 leistete Preußen zugunsten Frankreichs Verzicht auf das linksrheinische Cleve (Frieden von Basel). 1805 verlor Preußen den restlichen clevischen Besitz rechts des Rheines an Frankreich. Beim Wiener Kongreß bekam Preußen 1815 den Großteil der verlorenen Gebiete zurück. 1816-1821 bestand die preußische Provinz Jülich-Kleve-Berg. 1822 wurde es der Rheinprovinz zugeschlagen. Ein kleiner Teil, Zevenaar, Malburg und Huissen kamen 1815 an die Niederlande. 1946 kam das ehemals preußische Gebiet an Nordrhein-Westfalen.
Literatur und verwendete Quellen: Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1 Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
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