Salzhaken
Salzhaken, Pfannhaken, Berlaff
Eng mit der Salzgewinnung verbunden sind auch die Salzhaken, die ein getrenntes Wappenbild bilden. Begrifflich wird das ganz verschieden interpretiert. Salzhaken sind eigentlich Pfannhaken und wurden in den Salzsiedereien zum Aufhängen und Handhaben der Salzsiedepfannen benutzt. Die darstellerischen Grenzen zum Doppelhaken oder Griffhaken sind fließend. Wenn eine Seite als Handgriff gestaltet ist, kann dieser mit dreieckigem oder viereckigem Auge dargestellt werden. Die Form eines Salzhakens kann künstlerisch sehr verschieden umgesetzt werden, so daß sich die Bedeutung oft nur über den Blasonierungstext erschließt. Der Begriff "Salzhaken" umfaßt sehr verschiedenartige Darstellungen von zur Salzgewinnung notwendigem Handwerksgerät. Dargestellt wird manchmal auch ein Berlaff, ein Gerät zum Umrühren der Salzlake beim Aufkonzentrieren, eine Art hölzerner Löffel oder Schieber an einem langen Stiel, mit dem man beim Eindicken durch Bewegen des Breies oberflächliche Verkrustung und Siedeverzüge verhinderte und den bereits ausgefallenen Kristallbrei zusammenschob. Der genaue Unterschied wird im Stadtwappen von Bad Sooden-Allendorf deutlich, wo beide Geräte vorkommen, Pfannhaken und Berlaff.

Abb. Wappen Angern mit zwei schräggekreuzten Salzhaken (Pfannhaken).
Beispiele für Wappen mit Salzhaken:
* Mörler, Ockstadt, Wetteraukreis, geb. 1679, DWR Band 31, S. 20, Nr. 7225/77: In Silber zwei rote Balken, das Ganze überdeckt von zwei schräggekreuzten schwarzen Salzhaken.
* Lingner, Schönebeck a. d. Elbe, Kreis Calbe a. d. S., geb. vor 1719, DWR Band 35, S. 17, Nr. 7605/80: In Grün fünf silberne Salzhaken balkenweise, abwechselnd mit den Haken rechtshin und linkshin gelegt.
* Angern, Siebmacher Band Brandenburger Adel, Abgestorbene, Ergänzungsband, S. 22, T. 14: Schwarz mit 2 silbernen, ins Andreaskreuz gelegten Salzhaken. Angern, Siebmacher Band Alhalt, Abgestorbene, S. 3, T. 1, Mecklenburg, Abgestorbene, S. 124, T. 70, Pommern, Abgestorbene, S. 2, T. 1: Von Silber und Schwarz geteilt mit 2 ins Andreaskreuz gesetzten Salzhaken, unten in ein Dreieck endend, in verwechselten Tinkturen.
* Berndes, Siebmacher Band Sachsen, Abgestorbene, S. 15, T. 9: Geteilt, oben senkrecht stehender Eichenast mit zwei Eicheln und Blättern, unten zwei gekreuzte Salzhaken.
* Eckardt; Eckart, Siebmacher Band Anhalt, Abgestorbene, S. 17, T. 9, Sachsen, Abgestorbene, S. 41, T. 25: Geteilt, oben in Silber zwei ins Andreaskreuz gesetzte schwarze Salzhaken, unten geschacht.
* Eckart, 1638, Siebmacher Band Sachsen, Abgestorbene, S. 41, T. 25: Geteilt, oben zwei gekreuzte Salzhaken, unten ein Salzkorb.
* Stadt Salzdetfurt, Siebmacher Band Städte, S. 326, T. 313: Drei Salzhaken nebeneinander.
* Stadt Salzhemmendorf, Siebmacher Städte, S. 326, T. 313: Zwei gekreuzte Salzhaken, über denen der auf dem Rücken liegende und verendende Lindwurm und über ihm das Brustbild des Hl. Georgs.
* Stadt Bad Sooden-Allendorf: In Rot eine zinnenbekrönte Ringmauer mit Torturm und vier Innentürmen, silbern mit blauen Dächern. Im Torbogen auf rotem Grund schräg gekreuzt ein goldener Pfannhaken und ein ebensolcher Berlaff.
Synonyme
Salzhaken, Pfannenhaken, croc de saunage (frz.), salt-hook (engl.)

Abb.: Wappen Lingner mit Werkzeug zur Salzgewinnung
Literatur:H. Freydank: Salinengeräte in der Heraldik, in: Saline, Jahresheft Nr. 4 f. d. Verein Dt. Salinen, 1939, S. 37-70
O. Runkel: Die Salzgewinnung in niedersächsischen Städtewappen, in: Montagsbl. (Magdeburg), Jg. 80, 1938, S. 283 f.
Siebmachers großes Wappenbuch, Sonderband B1: Wappenbilder-Ordnung, Bd. 1, Degener Verlag, ISBN 3-87947-114-2
Siebmachers großes Wappenbuch, Sonderband B2; Wappenbilder-Ordnung Bd. 2. 1991. 393 S. 7 Tafeln mit zahlr. Abb. Festeinband, Degener Verlag, ISBN 3-87947-100-2
Gert Oswald: Lexikon der Heraldik. Von Apfelkreuz bis Zwillingsbalken. Battenberg-Verlag, 2. Auflage 2006, ISBN: 3-86646-010-4
http://members.kabsi.at/seeau/Encyclopaedia/Kompendien/Monografie-Salzgewinnung.htmTheo Simon, Historische Salzgewinnung in Baden-Württemberg
http://www.lgrb.uni-freiburg.de/lgrb/download_pool/museo20_2003_simon_1.pdf