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Herold-vom-Rhein
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« am: 12. April 2008, 00:49:28 » |
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Das Buchdruckerwappen:
Das Wappen der Buchdrucker zeigt im goldenen Schild einen schwarzen, nimbierten Doppeladler, der in den Fängen Winkelhaken und Tenakel (eine Art Manuskript-Halter) mit Divisorium (Querstück am Tenakel) hält, und führt auf einem Helm mit rot-silbernen Decken wachsend einen silbernen, rot bewehrten Greifen, zwei schwarze Druckerballen aufeinander in den Fängen haltend. Der Schild symbolisiert eher die Setzer, die Helmzier die Drucker. Statt Tenakel waren auch früher zwei aufeinandergesetzte Druckerballen gebräuchlich.
Das Wappen soll angeblich den Buchdruckern und Schriftsetzern von Kaiser Friedrich III ca. 1460-1470 verliehen worden sein, wobei die Helmzier des Vollwappens von Kaiser Ferdinand I. um 1650 hinzugefügt worden sein soll - eine hübsche Legende, aber weder wahr noch plausibel. Urkundlich ist es jedenfalls nicht nachweisbar. Kaiser Friedrich III. hat im Jahre 1466 aber vielmehr dem Straßburger Buchdrucker Johannes Mentel oder Mentelin erlaubt, ein persönliches Wappen anzunehmen, das war aber ohne die Buchdrucker-Symbolik, sondern enthielt den Löwen des Schlettstädter Wappens unter Umkehrung der Farben, das Wappentier war aber weder Greif noch Adler, sondern der Löwe. Dessen Enkel, Johannes Schott, schuf die Legende der Verleihung an die Buchdrucker, gepaart mit der unwahren Behauptung, sein Opa habe die Buchdruckerkunst erfunden. Er ließ in alle seine Drucke das großväterliche Wappen mit einer entsprechend irreführenden Umschrift eindrucken, wodurch die Täuschung zum Selbstläufer wurde. 1640 festigte Timotheus Ritzsch in seiner Schrift zum 200. Jubiläum der Erfindung der Buchdruckerkunst die Legende von der kaiserlichen Verleihung, wobei er einen Greifen als Schildbild nennt, wahrer wird die Geschichte dadurch nicht. 1668 wird die Legende weitergesponnen von Siegmund von Birken in Nürnberg (Fugger: Spiegel aller Ehren des Erzhauses Österreich von Rudolf von Habsburg bis Maximilians I. Tod etc. II. Bd. V. Buch).
Der Greif der Helmzier des Druckerwappens hat andere Wurzeln, schon gegen Ende des 15. Jh. wurde er als Firmenzeichen einiger Drucker verwendet. Aus dem Jahre 1654 kennen wir das erste vollständige Buchdruckerwappen aus Jena mit dem Greifen im Schild und auf dem Helm. In seiner heute üblichen Form taucht das Buchdruckerwappen erstmals bei Caspar Büsching (Büssingius) 1713 in seiner "Kurzgefaßten Heroldskunst" auf, und 1730 in Nürnberg im Werk "Spörl - Introductio in notit. sign. Typograph".
Wann auch immer das Buchdruckerwappen tatsächlich entstanden ist, es darf nur von "gegautschten" Gesellen verwendet werden, ein Brauch, bei dem ein Lehrling nach bestandener Abschlußprüfung im Rahmen einer spaßigen Feier in einer Bütte untergetaucht und/oder auf einen nassen Schwamm platziert wird.
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