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Autor Thema: Wappen-Verzeichniss  (Gelesen 220 mal)
super-steven
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« am: 16. Januar 2012, 14:04:26 »

Gibt es eigentlich ein Online-Wappen-Verzeichniss bzw. Wie überprüfen die Wappenrollen ob ein neues Wappen einem bereits eingetragenen ähnlich ist?
jetzt sagt nicht die blättern alle Bücher durch und vergleichen jedes Wappen mit dem Neuwappen.
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Gernot
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« Antworten #1 am: 16. Januar 2012, 14:20:45 »

Gibt es eigentlich ein Online-Wappen-Verzeichniss
Nein, gibt es nicht. 
Zitat
bzw. Wie überprüfen die Wappenrollen ob ein neues Wappen einem bereits eingetragenen ähnlich ist?
jetzt sagt nicht die blättern alle Bücher durch und vergleichen jedes Wappen mit dem Neuwappen.
Aber nein! Ein wahrer Heraldiker hat die Wappen natürlich im Kopf und blättert nur im Zweifelsfalle.  Lächelnd

Du vergissest, dass die Heraldik eine alte (Hilfs-) Wissenschaft ist und schon zu funktionieren hatte, als man unter einen Rechner noch den Abakus verstand. Die Wappenrollen haben natürlich Verzeichnisse und Karteien, anhand derer man das gewünschte (hoffentlich) findet.
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Gernot

Weiß der Geier...
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« Antworten #2 am: 16. Januar 2012, 14:53:03 »

Zitat
Gibt es eigentlich ein Online-Wappen-Verzeichniss bzw.
Nein. Keines, das den Namen verdient und wirklich etwas taugt.
Es gibt noch nicht einmal in Papierform ein "Generalverzeichnis aller je existierenden Wappen"
Hast Du eine Idee davon, wie viele Wappen und Literaturquellen es europaweit gibt? Wer sollte denn die Arbeit machen? Allein nur der Siebmacher ist ca. 2 Meter im Regal. Und selbst der ist nicht vollständig.
Zitat
Wie überprüfen die Wappenrollen ob ein neues Wappen einem bereits eingetragenen ähnlich ist?
langjährige Erfahrung und umfangreiche Bibliothek kombiniert
Zitat
jetzt sagt nicht die blättern alle Bücher durch und
schlechte Vereine machen es gar nicht, mittelgute schauen ein bißchen rum, sehr gute Vereine führen selbst erstellte Motiv-Karteikästen oder Motiv-Register, Papier oder EDV.
Zitat
vergleichen jedes Wappen mit dem Neuwappen.
wer wirklich sicher gehen will, macht das. Sonst taugt die Ähnlichkeitsprüfung ja nichts. Je genauer jemand schaut, desto sicherer ist der Besitzer des Neuwappens.
Fazit: Es führt kein Weg an der Erfahrung, den persönlichen, selbst erstellten Findmitteln und an dem persönlichen Einsatz eines guten Heraldikers vorbei.

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super-steven
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« Antworten #3 am: 16. Januar 2012, 15:25:18 »

Ich hätte halt gedacht das in den letzten 20 Jahren schon mal jemand auf die Idee gekommen wäre das dies ein echt brauchbares Werkzeug wäre...
Ich habe gelesen das es ca. zwei Millionen Wappen gibt. Das heißt das eine bestandene Ähnlichkeitsprüfung selbst von einem renommierten Heraldiker durchaus mit Vorsicht zu genießen ist.
Vermutlich sind die Grafiken der einzelen Wappen Urheberrechlich geschützt. Weiß jemand ob die Blasonierung eines Wappens geschützt ist.
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« Antworten #4 am: 16. Januar 2012, 19:04:04 »

Zitat
Ich hätte halt gedacht das in den letzten 20 Jahren schon mal jemand auf die Idee gekommen
Viele, mit Sicherheit! Doch es gilt denjenigen zu finden, der als finanziell unabhängiger Privatier ohne Beruf, Frauen/Männer und andere Ablenkungen lebt, sich für Heraldik interessiert, 20 Jahre lang diese Liste erstellt, und dann noch so selbstlos ist, diese für alle online zu stellen, und das auch noch so idiotensicher, daß jeder damit zurechtkommt, und das dann noch die nächsten 100 Jahre aktuell hält. Grinsend
Zitat
wäre das dies ein echt brauchbares Werkzeug wäre...
Mach es, wenn obiges Suchprofil auf Dich zutreffen sollte; ich wäre der erste, der es benutzen würde  Grinsend
Zitat
Ich habe gelesen das es ca. zwei Millionen Wappen gibt.
Die genaue Anzahl hat niemand je ermittelt. Alles nur Schätzungen. Wobei man auch Doppeleinträge in der Literatur und Varianten ein- bzw. auskalkulieren sollte
Zitat
Das heißt das eine bestandene Ähnlichkeitsprüfung selbst von einem renommierten Heraldiker durchaus mit Vorsicht zu genießen ist.
Ein deutscher Heraldiker wird mit größerer Sicherheit die deutschen Wappen fast vollständig abgleichen, aber eher weniger die spanischen. Wo die Grenze ziehen? Wo mit einem gewissen Restrisiko leben? Alles eine Frage der Quellen und der Zugänglichkeit. Und auch hier greift die ERFAHRUNG eines Heraldikers: Wo ist ein Suchen sinnvoll, wo überflüssig?
Zitat
Vermutlich sind die Grafiken der einzelen Wappen Urheberrechlich geschützt.
bis 70 Jahre nach dem Tod des Zeichners.
Zitat
Weiß jemand ob die Blasonierung eines Wappens geschützt ist.
Das Wappen selbst, definiert durch die Blasonierung, ist Eigentum der betr. Familie.
Der Wortlaut ist hingegen lediglich Fachsprache.
Zum Verständnis ein ganz anderes Beispiel:
Pfizer hat das Patent für den Wirkstoff in Celebrex.
Der chemische Name "4-[5-(4-Methylphenyl)-3-(trifluormethyl)-pyrazol-1-yl]benzensulfonamid" ist Fachsprache und kann in jedem Pharma-Lehrbuch benutzt werden.
Auf den Markt bringen darf ich ihn aber nicht. Capisce?
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super-steven
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« Antworten #5 am: 17. Januar 2012, 00:10:56 »

Ok ich denke mal drüber nach, das Profil trifft zwar nicht ganz zu aber ein Mentales Projekt kann ja nicht schaden ;-).
Die gößten Probleme - neben der Arbeit des "eingebens" - sind wohl das eine Standardisierung der Blasonierung fehlt und die Vielzahl an gemeinen Figuren.

Also wären die Kernaufgaben des zu erstellenden Verzeichnisses:
- Durchsuchbarkeit auch nach Wappenteilen (z.B. alle Wappen die einen blauen Löwen und einen roten Drachen enthalten)
- Leichte Eingabe von neu angenommenen Wappen
- Aus der Blasonierung sollte eine Grafik generiert werden können, die ist dann zwar nicht so schön wie ein gezeichnetes ist aber  Uhrheberechtsfrei
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« Antworten #6 am: 17. Januar 2012, 00:29:51 »

Sicher ein lohnendes Projekt, über dessen Fortschritte Du uns gerne auf dem laufenden halten kannst.
Da es hier aber sicherlich vorerst mal nur um den Abgleich eines einzigen neuen Wappens geht, könnte man ja mal mit der Vorstellung desselben anfangen?
Napoléon ist auch nicht über Europa hinweggewalzt, bloß weil er eine Schrippe aus Berlin haben wollte.
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« Antworten #7 am: 17. Januar 2012, 00:41:53 »

Das ist wohl war Lächelnd, ich habe leider ein paar Probleme bei der Ahnenforschung und wie ich deine Website entnommen habe kommt das vor dem Wappen  Zwinkernd.
Außerdem sind meine Wappen Ideen noch sehr schlicht und haben nicht genug pepp.

Ihr werdet die Ersten sein die die Entwürfe begutachten ...
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« Antworten #8 am: 17. Januar 2012, 00:46:33 »

schlicht ist schon mal gut. Wir klinken uns wieder ein, wenn es soweit ist, ok?
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« Antworten #9 am: 17. Januar 2012, 00:51:30 »

Ja ok, gute Nacht
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« Antworten #10 am: 17. Januar 2012, 07:55:54 »

Zunächst für mich und im Endeffekt für den Herold erstelle ich seit Jahrzehnten eine Wappendatenbank - im wesentlichen des Adels aber auch solcher Bürgerlichen, deren Wappen Eingang in die großen Wappenwerke gefunden haben.
z.Zt sind es ca. 500.000 und das Problem war und ist, daß die Blasonierungssprachen in Frankreich und England standardisiert, in Deutschland aber chaotisch sind. Die Hauptarbeit ist also die Übersetzung und die Vereinheitlichung sowie die enfache Abfrage in einem simplen Programm.

Nicht enthalten sind die modernen Wappenrollen, in/mit welchen man sich ein Wappen schaffen und registrieren lassen kann.

Diese Wappendatenbank bleibt eine Baustelle, sie ist für das Netzt weder geeignet noch beabsichtigt. Sie dient mir und dann dem Herold zu Auskünften, im wesentlichen an Museen, Samlungen und Foren, sowie in der Herold-Sprechstunde jeden Dienstag.

Also wenn Sie eine konkrete Farge haben : bitte sehr.
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« Antworten #11 am: 17. Januar 2012, 12:05:42 »

Danke für das Angebot, als Informatiker stört mich einfach das nicht Vorhandensein einer Lösung :-).
Wie sieht den so ein Standard in anderen Ländern aus? Tatsächlich habe ich nicht die große Ahnung von Heraldik, ich habe bisher nur die Seite von Bernhard Peter und die entsprechenden Wikipedia Artikel gelesen.

Eine ewige Baustelle hört sich sehr negativ an, bei 500.000 Einträgen ist ja schon ein Viertel(wenn die zwei Million stimmt) der Arbeit getan so sollte man das sehen. Nach welchem Schema ist die Sammlung den sortiert.

Ich würde jetzt als Erstes die "Unwichtigen" Dinge aussortieren und den Wichtigen Dingen eine Reihenfolge geben (in Bezug auf Bürgerwappen bezweise bei Wappen ohne Rangkrone).

Also die Unwichtigen Dinge weil sich hier nicht viel ändert
- Helm einzige Variable ist die Helmart
- Helm Decke, eine Farbe ein Metall(evt. noch ein zweites Paar Farbe/Metall)
- Schildform
- Beiwerk der Figur (rot bewehrt ect.)
bleiben Außen vor.

Die Wichtigen Dinge sind
1) das Schild
   1.1) ob und wie(oft) ist es geteilt(z.B. gespalten)
   1.2) die einzelen Felder
      1.2.1) Position des Feldes
      1.2.2) Grundfarbe des Feldes
      1.2.3) Figuren
         1.2.3.1) Position der Figur
         1.2.3.2) Tingirung der Figur

2) die Helmzier quasi aufgebaut wie (1)

Das System hat aber noch Macken, z.B. dem Hessischen Löwen würde man so nicht gerrecht.
Die gemeinen Figuren in ihrer Vielzahl sind mir auch noch zu komplex und Spezialschnitte sind hier auch ein Problem.

Wenn man die großen Wappenrollen zusammen betrachtet wieviel Neuzugänge kommen den da pro Jahr schätungsweise hinzu? 100, 500, 1000, noch mehr?
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« Antworten #12 am: 17. Januar 2012, 13:42:26 »

Ja, im Prinzip gehe ich genau so vor (VFP 9)

Franz. Blason:
Cartolari, éc.: 1+4: gironné d'arg. et de gu., à 1 tourteau d'azur, brochant sur le tout et ch. 1 tour d'arg.; 2+3: d'or, à 1 tête et col d'aigle de sa., cour. d'or.; Cq. cour..
meine WDB:
gev:
1+4: 8x-geständert s.-r., a.d.Ganz. 1 b. Kugel, bel.m. 1 s. Turm;
2+3: g. 1 #. Adlerkopf(K&H) g.-gekr.

Engl. Blason:
or a greyhound courant gules collared sable a bordure of the third bezanty
meine WDB:
g. 1 r. Windhund lauf. #.-behalsb. SR: #. besät m. g. Kugeln.

Siebmacher Blason (ein extrem harmloses Beispiel !):
Rady v. Ivachnofalva, 1685,  Von einem sechsstrahligen Sterne und von einer linksgekehrten Mondsichel überhöhter, auf einem Hügel stehender Pfau, dessen Hals von links von einem geflitschten Pfeile durchbohrt erscheint und welcher in der erhobenen Rechten ein kurzes Schwert hält.
meine WDB:
1 Pfau, d. Hals dch-bohrt v. 1 gefied. Pfeil, i.d.erhob.Re. 1 kurzes Schwert.

1 etwas komplzierteres Stadtwappen:
Wollin, In R. auf gr. Boden, ein Stück s. Mauer mit Zinnen, zwischen zwei s. Türmen; in der Mauer ein offenes Tor mit aufgezogenem Fallgatter. Die Türme haben ein jeder eine Pforte, im ersten Stock ein Fenster, im zweiten ein großes, gotisches Doppelfenster, Zinnen und ein # Kuppeldach mit g. Knopfe darauf. Über der Zinne des Tores erscheint der Heiliger Wenzel, wachsend, in der Rechten eine Fahne und in der Linken einen auf der Zinne ruhenden Schild haltend, auf beiden das altböhmische Wappen, der # einköpfige Adler in S. .

Sie können leicht erkennen, daß sich so etwas nicht automatisch mit einem Programm vereinfachen läßt, weil in unserer Sprache das Subjekt, das Objekt, die Prädikate und das Verb frei in der Gegend herumschwirren.

So sehe ich Ihrer Zusarbeit hinsichtlich der modernen Wappenrollen mit deren ebenfalls unterschiedlichen Blasonierungen gerne entgegen. Der Herold würde Ihnen dankbar sein.

Damit mache ich mich nun auf den Weg dorthin, die Sprechstunde beginnt demnächst.
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« Antworten #13 am: 17. Januar 2012, 13:48:51 »

Danke für das Angebot, als Informatiker stört mich einfach das nicht Vorhandensein einer Lösung :-).
...
Ich würde jetzt als Erstes die "Unwichtigen" Dinge aussortieren und den Wichtigen Dingen eine Reihenfolge geben (in Bezug auf Bürgerwappen bezweise bei Wappen ohne Rangkrone).

Also die Unwichtigen Dinge weil sich hier nicht viel ändert
- Helm einzige Variable ist die Helmart
- Helm Decke, eine Farbe ein Metall(evt. noch ein zweites Paar Farbe/Metall)
- Schildform
- Beiwerk der Figur (rot bewehrt ect.)
bleiben Außen vor.

Die Wichtigen Dinge sind
1) das Schild
   1.1) ob und wie(oft) ist es geteilt(z.B. gespalten)
   1.2) die einzelen Felder
      1.2.1) Position des Feldes
      1.2.2) Grundfarbe des Feldes
      1.2.3) Figuren
         1.2.3.1) Position der Figur
         1.2.3.2) Tingirung der Figur
...
Du bist unverkennbar Informatiker. Letzten Herbst habe ich einen anderen Informatiker kennengelernt, der genau an die gleiche Problematik und mit dem gleichen Ansatz herangegangen ist: Nämlich Wappeninhalte möglichst einheitlich zu formalisieren und dann mathematisch zu beschreiben: Professor Herbert Stoyan, emiritierter Informatikprofessor aus Erlangen. Er hat tatsächlich ein wie von dir beschriebenes System geschaffen, das einen ziemlich großen Teil der existierenden Wappen abbilden könnte. Naja, wie üblich bei solchen Sachen, das Projekt dümpelt, weil es kein Geld dafür gibt.

Wenn dich das System als Informatiker interessiert, so ruf doch Prof. Stoyan mal an, ich bin mir sicher, er freut sich über Interesse.
Hier ein Link zu den Grundlagen.
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Gernot

Weiß der Geier...
super-steven
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« Antworten #14 am: 17. Januar 2012, 14:19:47 »

wow ja toll das sieht gut aus, Danke für den Link
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