rekem
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« am: 21. November 2011, 20:09:51 » |
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Hier eine norddeutsche Branntweinschale mit Allianz ? Wappen vorne und hinten mit ungewöhnlichen Bildern von A.S. W. und H. H.W. Die Adelskronen sind wohl usurpiert. 1) Herr W. : im Freiviertel 1 äsendes Schaf ?, im Hauptschild 1 Laubbaum, 1 Dorf mit Kirche, im Herzschild 1 Taube mit Ölzweig 2) Frau W. geboerene H. ? 1 sturzfliegende Ente ? in Wasser ? Wiese ?, 1 springendes Pferd. Irgendwelche Ideen ?
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Herold-vom-Rhein
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« Antworten #1 am: 21. November 2011, 20:32:06 » |
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Pferd oder Roß mit Ente oder Schwalbe oder Möve - alles nichts Passendes, leider. Der Comic-Strip auf der Männerseite - ebenfalls nichts gefunden, scheitert irgendwie an den Begrifflichkeiten für dieses "Stilleben".
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Alex
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« Antworten #2 am: 22. November 2011, 07:56:19 » |
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...aus irgend einem Grund kann ich mit die Grafiken nicht vergrößert ansehen. Vielleicht bringen Sie die Grafiken bitte heute Nachmittag mit, dann schauen wir noch mal gemeinsam. Bis dann
Alex
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"...Ohne Arbeit wär das Leben öde Also sing ich müde meine kleine Ode An die Arbeit..."
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Scharfenberg
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« Antworten #3 am: 22. November 2011, 23:49:04 » |
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...aus irgend einem Grund kann ich mit die Grafiken nicht vergrößert ansehen. Dieses Problem hab ich auch! Ich werde die Bilder mal gerne besser anschauen.
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rekem
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« Antworten #4 am: 23. November 2011, 15:11:19 » |
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Albus
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« Antworten #5 am: 23. November 2011, 19:34:19 » |
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Sieht nicht nach Dorf mit Kirche, sondern nach Herrenhaus mit Hofanlage aus. Ich würde sagen, 19. Jh. (Beginn-Mitte?) Skandinavien? Z.B. Persönlicher dänischer Amts-(Rang-) Adel, wie er höheren Offizieren und Hofbeamten automatisch zukam?
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"Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne"
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rekem
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« Antworten #6 am: 24. November 2011, 13:52:13 » |
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guter Vorschlag mit Dänemark, habe das Bild dort mal in ein Forum gestellt.
Im Internet fand ich inzwischen:
In Dänemark ist es seit dem Mittelalter Tradition Schnaps zu brennen. Der Branntwein wurde zunächst aus Kartoffeln hergestellt, später dann wurde Korn dazugegeben, um den Geschmack zu verfeinern. Damals versammelten sich die Bauern, um den fertig gebrannten Schnaps zu probieren. Eine Schale wurde auf den Tisch gestellt, und so wurde der Schnaps mit Hilfe von Löffeln gekostet.
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Scharfenberg
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« Antworten #7 am: 24. November 2011, 15:06:12 » |
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Solche Branntweinschalen gibt es auch in Friesland und Groningen. Gerne hätte ich mir die ganze Schale mal angesehen. Gibt es auch Silbermarken?
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Gernot
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« Antworten #8 am: 25. November 2011, 08:42:19 » |
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Ich kenne solche Branntweinschalen (Branntwienskopjes) von meiner ostfriesischen Verwandtschaft. Traditionell werden bei der Geburt eines Kindes Rosinen in Branntwein eingelegt und ein Kandisextrakt dazugegeben. Das vorderhand unscheinbare aber äußerst wirkungsvolle Gebräu wird den Gratulanten von Mutter und Kind zum Löffeln serviert und zwar unter der hinterhältigen Bezeichnung "Bohnsupp".
Vor diesem Hintergrund bin ich versucht, die Wappen als Phantasieprodukt und reine Dekoration des Graveurs zu betrachten. Der Bauernhof des oberen Wappens scheint mir eine realistische Abbildung des Gehöftes zu sein. Reh und Baum deuten mir auf geographische Gegebenheiten hin. Und die Friedenstaube könnte für einen Segenswunsch für das Neugeborene stehen.
Das zweite Wappen zeigt vielleicht das Niedersachsenross (würde zumindest in die ostfriesische Ecke passen) und die Taube als Symbol des Heiligen Geistes als Zeichen der Taufe.
Das meine Spekulation.
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Gernot
Weiß der Geier...
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Albus
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« Antworten #9 am: 25. November 2011, 20:00:16 » |
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Phantasieprodukt mit Krone? Das ganze (Schildform, Initialen etc.) sieht aber nach 19. Jh. aus, da gab es noch die Monarchien mit den bösen Heroldsämtern  Immerhin war SH bis 1866 dänisch... Ich hatte mal den Fall eines dänischen Obersten, dessen Familie in Rendsburg mit "von" auftrat, aber sonst nicht zu finden war. Hina knackte mir das Rätsel: sog. "danske Embuds-Adel". Es gab mehrere Stufen, Stufe 1 für Minister und hohe Generäle, Stufe 2 für darunter geordnete Beamte und Offiziere, usw. bis Stufe 4. Übrigens auch der spätere Mann von Konstanze Mozart, Georg "von" Nissen, dänischer Diplomat, dessen Adel sonst nie gefunden werden konnte, schien sich dieses "Embudsadels" bedient zu haben. In dem Umfeld höherer Verwaltungsbeamter könnten die phantasiereichen Wappen durchaus ihren Platz haben. Das im Wappen integrierte Gebäude sieht auch nach typischem, kleinen "Herrgård" aus.
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"Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne"
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rekem
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« Antworten #10 am: 05. Dezember 2011, 07:56:40 » |
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Solche Branntweinschalen gibt es auch in Friesland und Groningen. Gerne hätte ich mir die ganze Schale mal angesehen. Gibt es auch Silbermarken?
Hier nun endlich die gewünschten Bilder   Können wir auch etwas zur Zeit sagen ?
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Scharfenberg
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« Antworten #11 am: 09. Dezember 2011, 12:32:43 » |
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Können wir auch etwas zur Zeit sagen ?
Es gibt auf dieser Schale keine Angaben/Marken für ein Jahreszahl. Es soll deshalb vor 1814 gemacht woerden sein. Ich schätze zweite Hälfte des 18. Jh. Das JS deutet dann auf der Hersteller.
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Albus
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« Antworten #12 am: 14. Dezember 2011, 14:04:54 » |
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Die Punzen bezeichnen nur den Silberschmied. Ich sehe die Schale, jetzt in ihrer Gesamtform sichtbar, ebenfalls klar aus dem 18. Jahrhundert. VG Johannes
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"Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne"
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rekem
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« Antworten #13 am: 14. Dezember 2011, 17:47:49 » |
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Vielen Dank für alle Antworten. Kann ich es so zusammenfassen : Eine silberne Branntweinschale aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Silberschmiedmarken aber ohne Jahreskennzeichnung, aus dem niederländisch-deutsch-dänischen Küstenraum. Die Wappen sind offensichtlich bäuerlich, keine Familienwappen und in keinem der großen Wappenwerke zu finden. Sie haben aber vielleicht einen örtlichen oder sachlichen Brauchtumsbezug.
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Scharfenberg
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« Antworten #14 am: 14. Dezember 2011, 18:13:49 » |
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Vielen Dank für alle Antworten. Kann ich es so zusammenfassen : Eine silberne Branntweinschale aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit Silberschmiedmarken aber ohne Jahreskennzeichnung, aus dem niederländisch-deutsch-dänischen Küstenraum. Die Wappen sind offensichtlich bäuerlich, keine Familienwappen und in keinem der großen Wappenwerke zu finden. Sie haben aber vielleicht einen örtlichen oder sachlichen Brauchtumsbezug.
Prima, da bin ich mit einverstanden.
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