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Autor Thema: Lust auf Geschichte? Territorien der Herzöge von Braunschweig  (Gelesen 507 mal)
Herold-vom-Rhein
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« Antworten #15 am: 16. November 2011, 23:11:15 »

Jetzt geht es demnächst an den verbleibenden Kern der Welfen-Wappen, Braunschweig und Lüneburg.
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« Antworten #16 am: 26. November 2011, 19:45:19 »

Fürstentum Lüneburg:
Das Lüneburger Wappen zeigt in goldenem, mit roten Herzen bestreutem Schild einen blauen Löwen, rotbewehrt und rotgezungt. Die überlieferten Darstellungen sind variantenreich. Die älteste Variante des lüneburgischen Löwen ist ein einfacher blauer Löwe in Gold. Etwa ein Jahrhundert nach dem ersten Auftreten ist das Feld mit roten, gestürzten Lindenblättchen bestreut, die später in rote Herzen übergingen (Siebmacher, Band Souveräne 1). Ihre genaue Zahl unterlag wie immer bei "bestreut" oder "besät" der Auslegung des Künstlers, eine bindende Anzahl gibt es nicht. Bis ins 17. Jh. finden sich aber auch Darstellungen, in denen die Herzen fehlen.

Das Wappenbild wird in der Literatur mit dem des Königreichs Dänemark in Verbindung gebracht, als geminderte, reduzierte Ableitung desselben: Wilhelm Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (11.4.1184-13.12.1213), gen. der Dicke, jüngster Sohn Heinrichs des Löwen, hatte 1202 Prinzessin Helena von Dänemark (1176-22.11.1233) geheiratet, die Tochter von Waldemar I. König von Dänemark (14.1.1131-12.5.1182) und von Sofia Wolodarowna Minskaja (Sophia von Minsk, -5.5.1198). Ihrer beider Sohn war Otto I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (1204-9.6.1252), vermählt mit Mathilde v. Brandenburg (-10.6.1261), auf deren Kinder alle späteren Welfen-Linien zurückgehen. Wilhelm und die dänische Prinzessin gelten also als die Stammeltern aller Welfen-Linien. Angesichts des ubiquitären Vorkommens von Löwen in der Heraldik ist das letztendlich unbeweisbar und lediglich eine mögliche, naheliegende Theorie, so wie das braunschweigische Wappen als aus dem englischen Wappen abgeleitet gilt. Hier allerdings ist augenfällig, daß das Kleinod Lüneburgs auch auf dem Siegel des Königs Christoph II. von Dänemark 1321 auftaucht.

Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken hatte das alte lüneburgische Wappen zwei außen mit Pfauenspiegeln besteckte silberne Büffelhörner. Als das lüneburgische Wappen mit dem braunschweigischen vereinigt wurde, trat eine eigenartige Wandlung ein: Aus den Hörnern wurden Sicheln, bereits in der ersten Hälfte des 15. Jh. (Siegel Ottos des Hinkenden 1443), und diese Sicheln wurden auch noch mit gezähnter Schneide dargestellt. Verschiedene Theorien, wie es dazu kam, von Schloß Sichelstein bis hin zum Sichelbund sind alle anachronistisch, eine belegbare Begründung für die Wandlung des Motivs ist nicht bekannt.

Als Heinrich der Löwe 1180 gestürzt wurde, blieben nur die Eigengüter (Allodialgüter) der Welfen, welche seine Söhne Heinrich der Ältere von Braunschweig, Otto (der spätere Kaiser Otto IV.) und Wilhelm von Lüneburg im Paderborner Vertrag von 1202/1203 unter sich aufteilten (erste Teilung). Wilhelm von Lüneburg starb 1213, daraufhin übernahm Otto IV. die Herrschaft über Lüneburg, weil Wilhelms Sohn, Otto das Kind (Puer), noch minderjährig war. Am 21.8.1235 wurde das aus Allodien der Welfen gebildete erbliche Herzogtum Braunschweig-Lüneburg für Otto das Kind geschaffen.

Das reichsunmittelbare Fürstentum Lüneburg bestand von 1269 bis 1705. Die Geburtsstunde des Fürstentums Lüneburg ist eine Erbteilung im Hause Braunschweig-Lüneburg 1267/1269 (zweite Teilung der Welfen) zwischen den Söhnen des 1252 verstorbenen Otto, die erst gemeinsam regiert hatten und in dieser Zeit Harburg 1257 ihrem Herrschaftsgebiet hinzugefügt hatten. Johann übernahm das Fürstentum Lüneburg. Das andere Erbteilungsprodukt für den anderen Sohn, Albrecht, war das Fürstentum Braunschweig, welches sich Ende des 13. Jh. in die drei Fürstentümer Braunschweig-Wolfenbüttel, Göttingen und Grubenhagen weiter aufteilte (dritte Teilung). Dabei ist als Besonderheit zu vermerken, daß jedes der Territorien reichsrechtlich den Rang eines Fürstentums hatte, aber das Gesamthaus Braunschweig-Lüneburg ein Herzogtum blieb. Ebenso ist es eine Besonderheit, daß es nie eine endgültige Aufteilung der Braunschweiger Territorien gab, sondern jede Linie jede andere beerben und in jedem Territorium nachfolgen konnte und die Mitglieder aller welfischen Linien den Titel eines Herzogs von Braunschweig und Lüneburg führten.

Territorial bildete das Fürstentum Lüneburg, das erst aus einer Vielzahl einzelner Herrschaftsrechte bestand, bis zur Mitte des 14. Jh. ein in sich geschlossenes Herrschaftsgebiet aus, welches sich ganz grob zwischen Elbe, Weser, den Hochstiften Verden und Hildesheim erstreckte und den größten Teil der Lüneburger Heide und des Wendlandes umfaßte. Dazu gehörte die halbe Grafschaft Hallermund (1366), die Grafschaft Wölpe (1302), die Grafschaft Lüchow (1320) und die Grafschaft Dannenberg (1303). Zum Fürstentum Lüneburg gehörten die Städte Celle, Lüneburg, Harburg, Lüchow, Dannenberg und Uelzen. Erst war Lüneburg Residenz, nach 1371 Celle. Der Grund für die Verlegung der Residenz war, daß sich während des Lüneburger Erbfolgekrieges (s. u.) die Stadt Lüneburg auflehnte und die herzogliche Burg zerstörte. Deshalb wird die Linie auch Braunschweig-Celle genannt. Die territoriale Definition war bei der Teilung 1409/1428 zwischen den Welfenlinien weitgehend abgeschlossen.

Nacheinander folgten unterschiedliche Zweige der Welfen auf dem lüneburgischen Thron:

Altes Haus Lüneburg: Das alte Haus Lüneburg begann mit der Erbteilung unter den Söhnen Ottos I. 1267/69. Der erste Herrscher des eigenständigen Fürstentums war Johann I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (1242-13.12.1277). Mit seinem Enkel Wilhelm Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (-23.11.1369) erlosch das alte Haus Lüneburg bereits wieder im Mannesstamm. Die wichtigste Errungenschaft in dieser Zeit war die territoriale Konsolidierung des Fürstentums durch Zuerwerbungen.

Intermezzo: Die Diskussion um die Nachfolge in Lüneburg löste den Lüneburger Erbfolgekrieg (1371-1388) aus zwischen dem Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, der sich als Erbe sah, und den Askaniern von Sachsen-Wittenberg, die sich um das vom Kaiser, der Lüneburg als heimgefallenes Lehen betrachtete, ihnen versprochene Gebiet gebracht sahen. Die Askanier waren 1180, als Heinrich der Löwe auf dem Reichstag zu Würzburg alle seine Reichslehen, die Herzogtümer Bayern und Sachsen, verlor, die Nutznießer, weil der Titel eines Herzogs von Sachsen damals auf sie übergegangen war. Kaiser Karl IV. verlieh nach dem Erlöschen des alten Hauses Lüneburg das Fürstentum zurück an die Askanier. Und die Tochter des letzten Lüneburgers, Elisabeth v. Braunschweig-Lüneburg (-17.4.1384), hatte außerdem in erster Ehe Otto v. Sachsen-Wittenberg geheiratet. Das sah Magnus II. Torquatus von Braunschweig (altes Haus Braunschweig) alles ganz anders, und so kam es zum Konflikt. Interessant am Fürstentum war weniger die wenig fruchtbare Altmoränenlandschaft, sondern die florierende Salzmetropole Lüneburg.

Ehen sollten als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln Frieden stiften: Nach dem Tod von Herzog Magnus II. von Braunschweig 1373 heiratete der askanische Kontrahent Albrecht von Sachsen-Lüneburg (-28.6.1385), Sohn von Elisabeth und Otto v. Sachsen-Wittenberg, 1374 die Witwe von Magnus II., Catharina v. Anhalt-Bernburg (-30.1.1390) und bezog in Celle 1378 Residenz (die Lüneburger hatten zwischenzeitlich 1371 die Gunst der Stunde zur Emanzipation genutzt, gemeinsame Sache mit den Askaniern gemacht und die herzogliche Burg zerstört. 1639 wurde die Stadt aber wieder dem Fürstentum eingegliedert). Die Söhne von Magnus II. von Braunschweig ehelichten ebenfalls Frauen aus dem Hause Sachsen-Wittenberg, und so war der Konflikt erst einmal beigelegt. Friedrich I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (-5.6.1400), 1381 Herzog, hatte Anna v. Sachsen geheiratet, und Bernhard I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (-11.6.1434), 1388 zu Lüneburg, 1409 zu Braunschweig, hatte Margarete v. Sachsen (-2.6.1418) geheiratet. Wettiner und Welfen sollten sich in der Regierung abwechseln. Das sah der dritte Bruder, Heinrich II. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (-14.10.1416), 1388 Mitregent, 1409 zu Lüneburg, vermählt mit Sophia v. Pommern-Wolgast (-28.6.1406), wiederum ganz anders: Er führte den Krieg weiter, mit Erfolg, denn 1388 kam es zur Schlacht, Wenzel kam darin um, und die Askanier verzichteten auf Lüneburg. Seit 1388 war damit das Fürstentum Lüneburg wieder reines Welfenterritorium.

Es folgte die Neubesetzung des Celler Thrones durch Braunschweig-Wolfenbüttel: Die beiden oben erwähnten Brüder Bernhard I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (-11.6.1434) und Heinrich II. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (-14.10.1416), Sprosse aus dem Hause Braunschweig-Wolfenbüttel, regierten Lüneburg von 1388 bis 1409 gemeinsam. Der andere Bruder, Friedrich I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg (-5.6.1400) wurde 1400 zum Gegenkönig vorgeschlagen und ermordet, damit war er aus dem Rennen. 1400-1409 besaß die Braunschweiger Hauptinie Lüneburg. Das ist eine besondere Zeit, denn es war die einzige Zeit in der Geschichte des Fürstentums, in der nicht mindestens eine Linie Braunschweig und eine Linie Lüneburg nebeneinander regierten, wenn nicht sogar mehr (4-5) Linien wie meistens. Das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel fiel 1400 an die beiden Brüder. Bernhard und Heinrich teilten die Länder 1409 auf: Heinrich II. v. Braunschweig-Lüneburg bekam Lüneburg, und Bernhard I. bekam Braunschweig. 1416 beerbten Wilhelm I. Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (-1482) und Heinrich II. Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (1411-1473) ihren Vater Heinrich II. v. Braunschweig-Lüneburg.

Mittleres Haus Lüneburg: 1428 tauschten die Linien untereinander und revidierten damit die vorherige Teilung von 1409: Onkel Bernhard I. in Braunschweig bekam das Fürstentum Lüneburg, und seine beiden Neffen wechselten in das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel. Dieser Wechsel wurde ihnen versüßt, indem sie Calenberg dazubekamen (siehe dort). Bernhard I. wurde zum Begründer des mittleren Hauses Lüneburg.

Von Lüneburg spalteten sich drei Nebenlinien ab, 1527-1642 existierte die Nebenlinie Braunschweig-Lüneburg-Harburg, und von 1539 bis 1549 existierte die Nebenlinie Braunschweig-Lüneburg-Gifhorn. Nach ihrem Erlöschen fielen die Territorien beide wieder an die Hauptlinie zurück. Von der Hauptlinie spaltete sich 1569 die Linie Braunschweig-Lüneburg-Dannenberg ab. Auf diese letztere Linie geht das Neue Haus Braunschweig zurück, das 1635 in Wolfenbüttel die Regierung übernahm. Denn bei den Welfen fand um die Wende vom 16. zum 17. Jh. das große Liniensterben statt: 1584 starb die Linie Calenberg aus und kam an die Wolfenbütteler Linie, 1596 starb die Linie zu Grubenhagen aus und kam über Wolfenbütteler Umwege an die Linie zu Lüneburg-Celle, und zuletzt erlosch noch 1634 die Linie Wolfenbüttel. All diese Territorien mußten neu aufgeteilt und von der überlebenden Linie zu Lüneburg wieder mit eigenen regierenden Linien ausgestattet werden. So kam es, daß Lüneburg sich wieder in Lüneburg und Calenberg teilte, und Dannenberg Wolfenbüttel übernahm. 1671 wurde übrigens Dannenberg, das 1636 an den neuen Herrn in Wolfenbüttel gefallen war, von dessen Sohn an das Haus Braunschweig-Lüneburg-Celle zurückgegeben. Die Gebiete aller drei Nebenlinien fielen 1705 gemeinsam mit dem Fürstentum Lüneburg an Kurhannover.

Neues Haus Lüneburg: Eine kleine Diskontinuität gab es noch einmal im Hause Lüneburg: Friedrich III. Herzog von Braunschweig-Lüneburg-Celle (28.8.1574-16.12.1648) starb unvermählt und kinderlos. Erbe wurde 1648 sein Neffe, Christian Ludwig Herzog von Braunschweig-Lüneburg-Celle (25.2.1622-1665). Das wäre an sich noch kein Grund, von einem Häuserwechsel zu sprechen. Doch Christian Ludwigs Vater Georg (17.2.1582-11.4.1641) wurde 1636 Herzog von Braunschweig-Calenberg, und deshalb war es formal so, daß ein Sproß einer anderen Linie die Erbfolge in Lüneburg fortsetzte und das neue Haus Lüneburg begründete. Das war eine kurze Angelegenheit, denn auch Christian Ludwig hatte keine Nachkommen. Nun zofften sich die beiden Brüder Georg Wilhelm (26.1.1624-28.8.1705) und Johann Friedrich (25.4.1625-1679). Ersterer regierte in Calenberg und war als der Ältere in Lüneburg erbberechtigt. Letzterer befand, daß sein Bruder mit Calenberg hinreichend ausgestattet sei, und schuf Tatsachen durch die staatsstreichartige Übernahme der Regierung in Celle. Georg Wilhelm konnte sich in dem Streit behaupten, und die beiden Brüder tauschten den Regierungssitz: Georg Wilhelm übernahm Celle und führte den Hof zu einer letzten Blüte, Johann Friedrich übernahm Calenberg. Letzterem wurde die Niederlage dadurch versüßt, daß er Grubenhagen dazu bekam. Gebracht hat ihnen beiden der Zickenkrieg wenig, denn beide hatten nur Töchter. Ihrer beider jüngster Bruder Ernst August übernahm dadurch Calenberg und wurde Kurfürst von Hannover (20.11.1629-23.1.1698) und setzte den Stamm fort.

Aufgehen im Kurfürstentum: Die in Celle regierende Linie Braunschweig-Lüneburg (mittleres und neues Haus Lüneburg) endete 1705 mit Georg Wilhelm Herzog v. Braunschweig-Lüneburg-Celle (26.1.1624-28.8.1705) und fiel über dessen Tochter Sophia Dorothea Gräfin v. Braunschweig-Lüneburg-Celle (10.9.1666-13.11.1726) an deren am 21.11.1682 in Celle geehelichten Ehemann, Georg I. Ludwig Herzog v. Braunschweig u. Lüneburg, König von Großbritannien und Irland, Kurfürst von Hannover (28.5.1660-22.6.1727). Das war der Sohn des oben erwähnten jüngsten Bruders Ernst August. Das Jahr 1705 bedeutete das Ende des Fürstentums Lüneburg und das Aufgehen desselben im Kurfürstentum Hannover (Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg), welches aus der Linie zu Calenberg hervorgegangen war. Und Celle verlor seinen Status als Residenzstadt.

Literatur:
Genealogien: Prof. Herbert Stoyan, Adel-digital, WW-Person auf CD, 10. Auflage 2007, Degener Verlag ISBN 978-3-7686-2515-9
Gerhard Köbler: Historisches Lexikon der deutschen Länder - die deutschen Territorien vom Mittelalter bis zur Gegenwart. C. H. Beck Verlag München 7. Auflage 2007, ISBN 978-3-406-54986-1
Lüneburg: http://www.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=6999&article_id=19606&_psmand=1000
Geschichte Niedersachsens: http://www.nibis.de/nli1/rechtsx/nlpb/pdf/Landesgeschichte/Nds-Geschichte-kurzgefasst.pdf
Geschichte Niedersachsens: http://www.politische-bildung.de/niedersachsen/niedersachsen_geschichte.pdf und http://www.politische-bildung.de/niedersachsen/niedersachsen_geschichte_gegenwart.pdf
Lüneburger Geschichte: http://www.lueneburger-geschichte.de/stadt/stadtindex.html
Fürstentum Lüneburg: http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCrstentum_L%C3%BCneburg - Herrscherliste: http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herrscher_des_F%C3%BCrstentums_L%C3%BCneburg
Herzogtum Braunschweig-Lüneburg: http://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Braunschweig-L%C3%BCneburg und http://regiowiki.hna.de/Herzogtum_Braunschweig-L%C3%BCneburg
Welfen allgemein: http://www.welfen.de/
Lüneburg, Zeittafel: http://www.lueneburgischer-landschaftsverband.de/geschichte/zeittafel.html
Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897, Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
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« Antworten #17 am: 26. November 2011, 19:47:52 »

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« Antworten #18 am: 29. November 2011, 01:28:54 »

Fürstentum Braunschweig, Braunschweig-Wolfenbüttel, Braunschweig-Calenberg, Braunschweig-Grubenhagen und Fürstentum Braunschweig-Göttingen:
Die Geburtsstunde des Herzogtums Braunschweig-Lüneburg schlug am 21.8.1235, als aus den Eigengütern (Allodialgütern) der Welfen nach Übertragung auf das Reich ein neues Herzogtum geschaffen und dem noch minderjährigen Otto dem Kind (Puer) zu Lehen gegeben wurde. Eine Erbteilung 1267/1269 (zweite Teilung der Welfen) zwischen den Söhnen des 1252 verstorbenen Otto, die erst gemeinsam regiert hatten, schuf zwei separate Fürstentümer, wobei Johann das Fürstentum Lüneburg übernahm und Albrecht das Fürstentum Braunschweig. Doch auch dieses bestand als Teileinheit nur wenige Jahrzehnte, weil es sich Ende des 13. Jh. in die drei Fürstentümer Braunschweig-Wolfenbüttel, Göttingen und Grubenhagen weiter aufteilte (dritte Teilung). Jedes der Territorien hatte reichsrechtlich den Rang eines Fürstentums, aber das Gesamthaus Braunschweig-Lüneburg blieb ein Herzogtum. Mit diesen Teilungen beginnt eine schier undurchschaubare Verflechtung von Linien, die die Teilfürstentümer und Territorien immer wieder neu unter sich verteilten, weil im Hause der Welfen nicht der Erstgeborene das Gesamte übernimmt, und so jeder praktisch in jedem Teilfürstentum die Nachfolge antreten konnte. Das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg blieb stets eine ideelle Einheit, und jeder Herrscher durfte sich Herzog von Braunschweig und Lüneburg nennen (einigen Linien wurde das erst später zugestanden), die Teilterritorien waren jedoch Fürstentümer. So werden wir im folgenden stets die reichsrechtlich relevanten Strukturen von den Linien unterscheiden müssen, die sie jeweils regierten.

Das Braunschweiger Wappen
Das Braunschweiger Wappen sind in Rot zwei goldene, schreitende, hersehende Löwen (Leoparden) übereinander. In dieser Form wird es von allen Linien des Fürstentums Braunschweig geführt und ist die Basis jeden vermehrten Wappens. Das Wappenbild wird in der Literatur mit dem des Königreichs England in Verbindung gebracht, als geminderte, reduzierte Ableitung desselben: Heinrich Herzog v. Bayern (1129-6.8.1195), gen. der Löwe, war in zweiter Ehe mit Mathilda of England (1156-28.6.1189) verheiratet, der Tochter von König Henry II. von England (-1189) und Eleonore Herzogin von Aquitanien (-1204). Der lüneburgische Löwe ist als Siegelbild älter und taucht vor den Leoparden auf, die erst nach den Zeiten der Herzogin Mathilde in Erscheinung treten. Heinrich der Löwe siegelte mit einem schreitenden Löwen, und sein ältester Sohn Heinrich I. Pfalzgraf bei Rhein (-28.4.1227) führt im Schild zwei Leoparden übereinander in seinem Siegel. Das mag auch an seiner Nähe zum englischen Thron liegen: Wäre Johann Ohneland (-19.10.1216) ohne Nachkommen geblieben, hätte Heinrich I. Pfalzgraf bei Rhein nach Richard Löwenherz den nächsten Anspruch auf den englischen Thron gehabt. In diesen frühheraldischen Zeiten war es zudem nichts Außergewöhnliches, das Wappen der Mutter ggf. verändernd aufzugreifen, wenn es denn ein "besseres" war. Otto I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg, gen. der Knabe, führte in seinen Siegeln einen schreitenden Löwen wie auch sein Vater Wilhelm und sein Großvater Heinrich der Löwe. Erst als Abrecht der Große und Johann das Herzogtum in ein Fürstentum Braunschweig und ein Fürstentum Lüneburg aufteilten, wurden beide Häuser heraldisch unterschieden, für ersteres wählte Albrecht die zwei Leoparden unter Bezugnahme auf seine Urgroßmutter, für letzteres wählte Johann den Löwen unter Bezugnahme auf seine Großmutter (s. u.). Alle sich aus dem Fürstentum Braunschweig entwickelnden Linien behielten die beiden Leoparden bei. Nicht immer sind die schreitenden Löwen hersehend, z. B. ist das bei der Darstellung im Scheiblerschen Wappenbuch nicht der Fall.

Im "Turnei von Nantheiz" (Turnier von Nantes) des fahrenden Sängers und Lyrikers Konrad von Würzburg (-31.8.1287) wird das Wappen beschrieben: "dâ gap ouch lichtebaren schîn, von Brûnswic des herren schilt, dâ zwêne löuven ûf gezilt, von golde wâren in ein velt, dar an vil hôher koste gelt, von rôten kelen was erkannt." Interessant ist hier das Wort "kelen" - eine mittelalterliche Bezeichnung für eine rote Tinktur im Sinne eines natürlich roten Pelzwerkes wie z. B. von roten Eichhörnchen oder roten Mardern, dessen besonderer Wert und Luxus hier angemerkt wird. Vom Wortstamm her verwandt sind die heute noch üblichen Bezeichnungen "gueules" (frz.) und "gules" (engl.) für die rote Tinktur.

Das braunschweigische Kleinod hat eine große Wandlung durchgemacht. In seiner ursprünglichsten Form ist es zu rot-goldenen Decken ein roter Spitzhut mit goldenem Stulp, an der Spitze golden gekrönt und mit einem Pfauenfederbusch besteckt (vgl. Konstanzer Wappenbuch). Dieses Motiv wandelte sich im Laufe der Zeit zur oben gekrönten Säule, oben mit einem Pfauenfederbusch besteckt. Die Farbe der Säule wurde silbern. Ein weiteres Element taucht in der zweiten Hälfte des 14. Jh. auf: Ein silbernes, aufspringendes Pferd wird vor die Säule mit dem Pfauenfederbusch gestellt, so findet es sich auf einem Siegel des Herzogs Ernst von 1374, und so taucht es auch im Kleinod im Scheiblerschen Wappenbuch auf.

Dieses Welfenroß taucht auch als Schildfigur auf. Das erste Welfensiegel mit Pferd datiert von 1361 und ist von Albrecht I. von Braunschweig-Salzderhelden. Ganz vom Pferd bestimmt ist die Wappendarstellung im Wappenbuch von den Ersten, dort ist das Kleinod ein wachsender Pferdekopf. Das Sachsenroß wurde als linienübergreifendes Symbol benutzt, um den Anspruch auf die Vormachtstellung der Welfen im Gebiet des alten Sachsen herauszustellen.

Das Kleinod wurde mit der Vereinigung des Braunschweiger mit dem Lüneburger Wappen um die zu Sicheln gewordenen, silbernen, außen mit Pfauenfedern besteckten Büffelhörner in der Mitte des 15. Jh. erweitert, dazwischen das springende Pferd (so im Siegel Ottos des Hinkenden 1443).

Eine weitere Veränderung erfuhr die Helmzier um die Wende vom 15. zum 16. Jh.: Der sich aus der Säule erhebende Pfauenfederbusch wird mit einem goldenen, sechsstrahligen Stern belegt. Dazu wird im Siebmacher, Band Landesfürsten 1, die Geschichte berichtet, daß Herzog Erich I. Kaiser Maximilian 1504 in der Schlacht gegen die Böhmen rettete, als dieser im Getümmel vom Pferd gestürzt war und unterzugehen drohte, und zum ewigen Angedenken an des Kaisers Huld diesen Stern verliehen bekam. Dies ist eine hübsche Wappenlegende, die im Siebmacher unreflektiert übernommen wurde, denn man findet den Stern erstmals 1383 im Siegel des Herzogs Friedrich II., aber im Schild über dem dort dargestellten Pferd schwebend. Später bildete man das Pferd auch im Kleinod mit dem Stern darüber ab, und so kam der Stern bereits 1483 auf den Pfauenfederbusch (vgl. Ströhl).

Aufspaltung in Braunschweig-Wolfenbüttel (ältere Linie), Braunschweig-Grubenhagen und Braunschweig-Göttingen

Die Aufteilung in drei separate Fürstentümer erfolgte bereits unter Ottos Enkeln (dritte Teilung): Nach dem Tod Albrechts des Großen begründeten seine drei Söhne, die erst gemeinsam regierten, in einer 1285/1286/1291 als Lösung eines Erbstreites vorgenommenen Erbteilung drei selbständige Fürstentümer, Herzog Heinrich I. (1267-7.9.1322) gründete die Linie Braunschweig-Grubenhagen, Herzog Albrecht II. (1268-22.9.1318) gründete die Linie Braunschweig-Göttingen, wozu damals auch das spätere Calenberger Territorium gehörte, und der dritte Bruder, Herzog Wilhelm (1270-30.9.1292), bekam Wolfenbüttel. Da er bei seinem frühen und nur ein Jahr nach der Erbteilung erfolgenden Tod kinderlos war, war das noch keine richtige Linie. Seine Territorien fielen an die anderen Brüder, die sich darum stritten, bis Albrecht erfolgreich Braunschweig-Wolfenbüttel sein eigen nennen konnte und sich Heinrich verärgert in sein Territorium Grubenhagen zurückzog. Albrechts drei Söhne Otto, Ernst und Magnus aus der Göttinger Linie, die erst ab 1318 gemeinsam regierten, teilten nach dem Tod des ältesten Bruders Otto weiter (fünfte Teilung). Ernst I. setzte die Linie zu Göttingen fort und erhielt die Territorien Oberwald mit den Städten Göttingen, Münden, Uslar und Dransfeld. Magnus I. bekam dabei das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel, 1345 trat er die Regierung im wiederbelebten Teilfürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel an und begründete die sog. ältere Linie, die in den Wirren des Lüneburger Erbfolgestreites mit seinen Enkeln endete, die kurzfristig Wolfenbüttel und Lüneburg als eine Einheit regierten und dann bei einer weiteren Teilung (1409 siebte Teilung, 1428 achte Teilung) das mittlere Haus Lüneburg und das mittlere Haus Braunschweig-Wolfenbüttel gründeten. Das Fürstentum Braunschweig-Göttingen überlebte das ältere Haus Braunschweig-Wolfenbüttel, starb aber mit Ernsts Enkel Otto II. Herzog v. Braunschweig-Göttingen (-18.2.1463) aus und fiel an die inzwischen 1432 aus dem mittleren Hauses Braunschweig-Wolfenbüttel hervorgegangene ältere Linie zu Calenberg.

Fürstentum Braunschweig-Calenberg und Braunschweig-Calenberg-Göttingen
Die ältere Linie zu Calenberg ist eine 1432 entstandene in der sog. neunten Teilung entstandene Abzweigung des mittleren Hauses Braunschweig-Wolfenbüttel. Die namengebende Burg und spätere Festung liegt südlich von Hannover unweit der Leine, heute eine geschleifte Ruine. Nachdem Bernhard I. Herzog v. Braunschweig-Lüneburg mit seinen Neffen Wilhelm I. Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (-1482) und Friedrich II. Herzog v. Braunschweig-Calenberg (-5.3.1495) 1409/1428 die erneute Aufteilung und nachträgliche Umverteilung der Welfenterritorien vorgenommen hatte und sowohl das mittlere Haus Braunschweig-Lüneburg als auch das mittlere Haus Braunschweig-Wolfenbüttel gegründet hatten, teilten die Brüder Wilhelm und Friedrich die Gebiete so auf, daß ersterer 1432 das Fürstentum Calenberg bekam, letzterer das Fürstentum BS-Wolfenbüttel. Da letzterer aber kinderlos verstarb, wurde er 1473 von seinem Bruder Wilhelm I. beerbt, der 1463 schon die Linie zu Göttingen beerbt hatte. Braunschweig-Wolfenbüttel fiel diesmal also an Calenberg. 1481 kam es zur zehnten Teilung, 1483 zur elften Teilung. Wilhelm II. Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (-7.7.1503) bekam Wolfenbüttel, Friedrich II. Herzog v. Braunschweig-Calenberg (-5.3.1495) bekam Calenberg-Göttingen. Da letzterer abgesetzt wurde und kinderlos war, fiel wieder alles an Wilhelm II. Alle Territorien (außer Lüneburg) waren nur kurzfristig wieder in einer Hand. Als Friedrich II. 1495 starb und Wilhelm II. im selben Jahr abdankte, wurde das Erbe vorgezogen umgeschichtet, dabei wurde Göttingen dauerhaft mit Calenberg verbunden. Wilhelms II. Söhne teilten erneut (1495 zwölfte Teilung): Heinrich I. Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (24.6.1463-23.6.1514) bekam Wolfenbüttel, Erich I. Herzog v. Braunschweig-Calenberg (16.2.1470-26.7.1540) bekam Calenberg. Der dritte Anlauf zur Teilung war endlich mal für zwei Generationen erfolgreich, denn in Calenberg regierte nach Erich I., der Schloß Calenberg massiv ausbaute, dessen Sohn Erich II. Herzog v. Braunschweig-Calenberg (10.8.1528-1584). Doch mit dessen Tod fiel Calenberg wieder an dessen Großneffen Julius Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (1528-1589). Weitere Versuche zur Aufrechterhaltung der Separatlinie unterblieben vorerst, bis es die Linie zu Wolfenbüttel in Person des Herzogs Friedrich Ulrich v. Braunschweig-Wolfenbüttel (15.4.1591-1634) selbst mit Kinderlosigkeit erwischte: Alles zusammen, Wolfenbüttel, Calenberg, Göttingen, alles fiel an die Linie zu Lüneburg, die in den Folgejahren 1635 und 1636 mit eigenen Nachkommen die freigewordenen Stühle besetzte.

Neubesetzung von Braunschweig-Calenberg durch die Lüneburger Linie und Keimzelle des Kurfürstentums:
Die jüngere Linie zu Calenberg ist eine Abzweigung des mittleren Hauses Braunschweig-Lüneburg-Celle. Nachdem das mittlere Haus Braunschweig-Wolfenbüttel 1634 ausgestorben war, fielen all ihre Länder an die Linie zu Lüneburg-Celle, die 1635/36 die Besitzungen neu verteilten. Aus der Nebenlinie zu Dannenberg heraus wurde Braunschweig-Wolfenbüttel wieder besetzt, und aus der Hauptlinie heraus wurde Calenberg neu besetzt. Mit Herzog Georg v. Braunschweig-Calenberg (17.2.1582-11.4.1641) trat einer der bedeutenden Feldherren der evangelischen Seite des Dreißigjährigen Krieges die Regierung an. Er war es, der die Residenz im Jahre 1636 nach Hannover verlegte. Calenberg wurde zur Zukunftslinie, denn daraus ging 1692 das Kurfürstentum und spätere Königreich Hannover hervor, und als die Hauptlinie zu Lüneburg-Celle 1705 erlosch, ging auch das Fürstentum Lüneburg im Kurfürstentum auf, das territorial größer wurde als Calenberg-Göttingen je war. Der Name der Hauptstadt Hannover verdrängte die alte Bezeichnung. Ein weiterer territorialer Zuwachs waren 1715/1719/20 die Herzogtümer Bremen und Verden.

Linie Braunschweig-Grubenhagen:
Herzog Heinrich I. (1267-7.9.1322) wurde zum Begründer der Linie zu Grubenhagen, als nach dem Tod Albrechts des Großen seine drei Söhne drei selbständige Fürstentümer begründeten. Benannt ist das Fürstentum Grubenhagen nach einer bei Einbeck gelegenen Burg. Es umfaßte Gebiete am südlichen Rand des Harzes wie Osterode, Einbeck, Katlenburg, Salzderhelden, Duderstadt (ging 1342/58 an Mainz verloren), Westerhof, Lauterberg-Scharzfels und natürlich Grubenhagen selbst. Die Linie kann sich am längsten von allen Fürstentümern halten, immerhin sieben Generationen lang. Mit Philipp II. Herzog von Braunschweig-Herzberg (2.5.1533-4.4.1596), der erst mit seinen älteren Brüdern gemeinschaftlich und ab 1595 alleine auf Schloß Herzberg und in Grubenhagen regierte, starb diese Linie 1596 aus. Nach seinem Tod fiel das Fürstentum zwar de jure an Lüneburg-Celle, de facto aber an die Linie Braunschweig-Wolfenbüttel. Die Schlüsselfigur ist Heinrich Julius Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (15.10.1564-1613). Er beanspruchte 1596 das Erbe an Grubenhagen, obwohl dieser Rechtsanspruch nicht eindeutig war. Jedenfalls nahm er das Fürstentum ein und setzte einen Landdrosten zur Verwaltung ein, der auf Schloß Herzberg lebte. Nach dem Tod des politisch starken Herzogs Heinrich Julius von BS-Wolfenbüttel wurde dessen Sohn Friedrich Ulrich Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (15.4.1591-1634) 1613 Herzog, der letzte aus der älteren Wolfenbütteler Linie. Schon kurz nach seinem Regierungsantritt wollten die Celler Welfen das Thema Grubenhagen ausdiskutiert wissen, und es entbrannte Streit um die Ländereien. Beide Häuser waren der Ansicht, rechtmäßige Erben von Grubenhagen zu sein. Herzog Friedrich Ulrich von BS-Wolfenbüttel schuf Tatsachen und besetzte die Gebiete einfach. Doch 1616 mußte er einem Mächtigeren nachgeben, denn der Kaiser hatte bestimmt, daß er das Land an Herzog Christian von Braunschweig-Lüneburg-Celle (19.11.1566-8.11.1633) herausgeben sollte. Das Reichskammergericht wurde deswegen angerufen, und es entschied 1617 zugunsten der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg-Celle. Am 10.3.1617 bestätigte der Kaiser in Prag noch einmal die Erbfolge für das Fürstentum Grubenhagen unter Begünstigung der lüneburgischen Linie. Nachdem Grubenhagen an Lüneburg-Celle gekommen war und damit als selbständiges Fürstentum erloschen war, wurde es 1665 der bei der Teilung 1635 entstandenen neuen Linie Calenberg zugeschlagen.

Linie Braunschweig-Wolfenbüttel (mittleres Haus Braunschweig):
Das mittlere Haus Wolfenbüttel konsolidierte sich nach dem Lüneburger Erbfolgekrieg unter Wilhelm I. Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (-1482). Die letzte größere territoriale Neuverteilung war der Gebietstausch 1428 (achte Teilung) unter Revision der Teilung von 1409 (siebte Teilung). Die Nachkommen dieser Linie zu Wolfenbüttel teilten immer wieder eine Linie zu Calenberg ab (zuerst 1432, neunte Teilung), die jedoch jeweils nur 1-2 Generationen lang Bestand hatte. Schließlich verblieb Calenberg bei Wolfenbüttel. Seit 1432 wurde Wolfenbüttel Hauptsitz der nach der Burg in der Okerniederung benannten Linie. 1463 hatte man zudem das Fürstentum Göttingen beerbt, so daß die Größe des ungeteilten Fürstentums beachtlich war und 1584-1634 bis auf Grubenhagen u. a. wieder alle Teile des 1269 entstandenen Fürstentums Braunschweig umfaßte. Mehr noch sogar, denn in dieser Zeit konnte man Hoya, Regenstein, Blankenburg, Hohnstein etc. einsacken, und kurzfristig eignete man sich 1596 Grubenhagen an, welches man aber 1617 leider wieder an die Linie Lüneburg herausrücken mußte. Ferner erlangte man 1566 die Administration des Hochstifts Halberstadt. Der Letzte des mittleren Hauses Braunschweig war Herzog Friedrich Ulrich v. Braunschweig-Wolfenbüttel (15.4.1591-1634). Als er kinderlos verstarb, fiel alles zusammen, Wolfenbüttel, Calenberg, Göttingen, an die Linie zu Lüneburg.

Linie Braunschweig-Wolfenbüttel nach Übergang auf den älteren Zweig des Hauses Lüneburg (Neues Haus Braunschweig):
Das Ende der älteren Linie Wolfenbüttel kam mit dem Tod von Friedrich Ulrich Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel (15.4.1591-1634), denn seine Ehe mit Markgräfin Anna Sophie von Brandenburg (27.3.1598-29.12.1659) blieb kinderlos. 1635 trat Herzog August der Jüngere aus der Nebenlinie Lüneburg-Dannenberg die Nachfolge in Wolfenbüttel an; er wurde zum Begründer des Neuen Hauses Braunschweig. Bereits 1303 waren die Güter der Grafen von Salzwedel in Dannenberg an die Herzöge von BS-Lüneburg gefallen. Als das mittlere Haus Lüneburg eine Erbteilung vornahm, begründete Heinrich Herzog v. Braunschweig-Lüneburg-Dannenberg (4.6.1533-17.1.1598) im Jahre 1569 die Linie zu Dannenberg und überließ seinem Bruder Wilhelm die Herrschaft in Lüneburg-Celle. Als Heinrich starb, teilten seine Söhne 1598 noch einmal, wobei mit August dem Jüngeren eine Unterlinie zu Hitzacker entstand (Hitzacker war erst 1591 dazugekommen). Herzog August der Jüngere war ein nachgeborener Sohn, sein älterer Bruder Julius Ernst regierte in Dannenberg weiter, doch nur ein Jahr nach der "Beförderung" seines jüngeren Bruders starb dieser ohne überlebende Nachkommen. Das Territorium Dannenberg kam kurzfristig an Wolfenbüttel, wurde aber 1671 an Lüneburg zurückgegeben. Diese neue Linie sollte genau ein Jahrhundert in Wolfenbüttel regieren, ehe es wieder 1735 zu einer Diskontinuität kam.

Linie Braunschweig-Wolfenbüttel nach Übergang auf die Linie Braunschweig-Bevern:
Innerhalb der Linie Braunschweig Wolfenbüttel trat erneut eine Diskontinuität auf. Über die Tochter des letzten Herzogs kam die 1666 von Herzog Ferdinand Albrecht I. (22.5.1636-23.4.1687) begründete Nebenlinie Braunschweig-Bevern zum Zuge. Bevern bei Holzminden war eigentlich ein Münchhausen-Besitz, kam aber kurz vor 1633 von Statius von Münchhausen an Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel. Diese Nebenlinie setzte 1735 die Erbfolge in Wolfenbüttel und ab 1753/1754 in Braunschweig fort. Das Ende von Braunschweig-Wolfenbüttel als Staat kam unter Friedrich Wilhelm Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (9.10.1771-16.6.1815), dem sog. "Schwarze Herzog", als die französische Besetzung des Herzogtums erfolgte und Braunschweig-Wolfenbüttel am 7.7.1807 Teil des Königreichs Westfalen wurde. 1813 wurde der Herzog rekonstituiert. Erst 1814 wurde das Herzogtum Braunschweig in den alten Grenzen des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel neu gegründet. Unter des Letztgenannten Sohn Karl III. Friedrich August Wilhelm Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel (30.10.1804-18.8.1873) kam es zum Chaos: Aufgrund eines Volksaufstandes floh er in die Schweiz, 1830/1831 wurde er wegen Regierungsunfähigkeit abgesetzt, und sein Bruder Wilhelm August Ludwig Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel (25.4.1806-18.10.1884) übernahm die Regierung. Da beide kinderlos waren, endete damit 1884 Braunschweig-Wolfenbüttel als Linie. Die Nebenlinie der Herzöge zu Braunschweig-Bevern bestand bis 1809 fort.

Braunschweig-Wolfenbüttel nach der Neugründung des Herzogtums Braunschweig:
Über das Fiasko unter Karl III. Friedrich August Wilhelm Herzog zu Braunschweig-Wolfenbüttel (30.10.1804-18.8.1873), dem Sohn des letzten Herzogs v. Braunschweig-Wolfenbüttel, Friedrich Wilhelm (9.10.1771-16.6.1815), der nach der 1814 erfolgten Neugründung des Herzogtums Braunschweig regierte, wurde bereits oben berichtet. Nach dessen Flucht aufgrund eines Volksaufstandes setzte er sich in die Schweiz ab, während sein jüngerer Bruder die Regierung übernahm. Dieser war vorerst der letzte Welfe auf dem Braunschweiger Thron. Mit ihm endete die Regierung der Welfen, denn es gab keine legitimen Erben, und es folgte die Regentschaft der Preußen, erst unter Hermann Graf von Görtz-Wrisberg, dann unter Prinz Albrecht von Preußen, dann unter Albert von Otto, zuletzt unter Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg, der bis zum 1.11.1913 das Herzogtum regierte. Nach der Versöhnung zwischen Welfen und Preußen, die mit einer Heirat zwischen beiden Herrscherhäusern gekrönt wurde, konnte die Welfen zurück an die Regierung in Braunschweig kommen. Sie währte nur kurz, genau 5 Jahre nur, denn der Herzog aus dem Haus Hannover, der am 1.11.1913 den braunschweigischen Thron bestiegen hatte, mußte 1918 während der Novemberrevolution abdanken, und das war das endgültige Ende des Herzogtums Braunschweig.

Literatur:
Welfen allgemein: http://www.welfen.de/
Hannover, Braunschweig und Lüneburg: Hugo Gerard Ströhl, Deutsche Wappenrolle, Reprint von 1897, Komet Verlag Köln, ISBN 3-89836-545-X
Königreich Hannover: http://www.koenigreich-hannover.de/index2.html
Calenberg: http://www.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=7000&article_id=19670&_psmand=1000
Braunschweig: http://www.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=7002&article_id=19602&_psmand=1000
Braunschweig-Wolfenbüttel: http://de.wikipedia.org/wiki/Herzogtum_Braunschweig-L%C3%BCneburg - http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Herrscher_des_F%C3%BCrstentums_Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel - http://de.wikipedia.org/wiki/Braunschweig-Wolfenb%C3%BCttel
Welfenroß, Niedersachsenroß: http://de.wikipedia.org/wiki/Sachsenross
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« Antworten #19 am: 29. November 2011, 01:33:02 »



Bitte: Vier Augen sehen mehr als zwei - Ergänzungen immer willkommen!
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Gernot
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« Antworten #20 am: 29. November 2011, 08:16:46 »

Großartig! Das schreit nach einer  Veröffentlichung!!
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Gernot

Weiß der Geier...
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« Antworten #21 am: 29. November 2011, 12:23:13 »

wird alles eingebaut in eine riesige Welfen-Monographie  Zwinkernd
Die genealogischen Listen sind auch schon fertig, als nächstes kommen die Kombi-Wappen-Entwicklungsstufen.
Und dann werden die "Altlasten" aktualisiert.
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« Antworten #22 am: 02. Dezember 2011, 21:48:02 »

Das schreit nach einer Veröffentlichung!!
Voilà Teil 1 komplett mit Genealogien: http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/seiten/welfen1.htm
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Magistri
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« Antworten #23 am: 06. Dezember 2011, 11:00:44 »

Bernhard ist Dir bekannt ab wann die Welfen das Roß im Wappen führen und mit welcher Begründung. Das Königreich Hannover hatte es m.W. nur einmal
im Herzschild.

Peter
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« Antworten #24 am: 06. Dezember 2011, 12:42:47 »

Das Roß wird noch ein Extra-Kapitel bekommen.
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« Antworten #25 am: 17. Dezember 2011, 20:28:41 »

Sonder-Feld: Halberstadt
Das in karolingischer Zeit als Missionsbistum für das Gebiet des Sachsen gegründete, ehemalige Bistum Halberstadt war vom Salier-Kaiser Heinrich III. (28.10.1017-5.10.1056) mit Grafenrechten ausgestattet worden und konnte sich ein Territorium im Harzgebiet um Halberstadt, Osterwieck, Oschersleben, Aschersleben und Ermsleben aufbauen. Die Rolle als Lehnsherr für diverse Harzterritorien wurde zuvor in den Abschnitten Hohnstein und Regenstein etc. erwähnt. Von 1479 unter Ernst von Magdeburg bis 1566 war das Bistum Halberstadt in Personalunion mit dem Bistum Magdeburg verbunden. Diese Personalunion wurde erst mit der Wahl von Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg (15.10.1564-1613) zum Administrator wieder gelöst. Im Jahre 1541, 20 Jahre nach dem Wormser Reichstag, war das Bistum Halberstadt protestantisch geworden, hatte aber erst seit 1566 protestantische Administratoren, die nach ihrer Wahl durch das Domkapitel in Nachfolge der früheren katholischen Fürstbischöfe die landesherrlich-weltlichen Funktionen ausübten und bezüglich der geistlichen Aufgaben mehr oder weniger eng mit dem Domkapitel zusammenarbeiteten.

Von 1566 bis 1623 wurde Halberstadt von Vertretern des Hauses Braunschweig-Wolfenbüttel regiert, eine enge Verquickung mit den territorialen Interessen der Herzöge war die Folge. Vor dieser Phase lückenloser Herrschaft von Heinrich Julius (sein Wappen hier: http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Heraldikbil12/polle-5.jpg) und seinen drei aufeinanderfolgenden Söhnen gab es nur einen einzigen, damals noch katholischen Bischof aus dem Welfenhaus: Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg, der 1324-1358 das Amt eines Halberstädter Bischofs innehatte. Die Herzöge übernahmen das Amt des Administrators teilweise sehr jung, Heinrich Julius war ganze 2 Jahre alt, sein Sohn Heinrich Karl war bei seiner Wahl erst 4 Jahre alt, Rudolf 13 Jahre alt. Da spielte durchaus die Hoffnung des Domkapitels eine Rolle, durch die Wahl eines Bischofs in Windeln wenigstens ein paar Jahre lang selbst bestimmen zu können und Ruhe vor allzu großer Einmischung zu haben. Heinrich Karl und Rudolf waren Kinder und spielten keine große Rolle, sie störten nicht und sie bewirkten nichts, denn sie starben früh. Erst unter Christian, dem dritten Sohn von Heinrich Julius als Halberstädter Administrator, kam es wieder zu einer nennenswerten Regierungsperiode, denn er wurde immerhin erst mit 17 Jahren gewählt und regierte 7 Jahre lang, auch wenn er eigentlich andere Interessen hatte. Dieser letzte Adminstrator aus dem Welfenhause war alles andere als ein geistlich-weltferner Bischof voller christlicher Ideale, im absoluten Gegenteil, er war ein ungestümer Haudegen, verwegener Söldnerführer und zeittypischer "Kriegsunternehmer" im 30jährigen Krieg, der im Dienste von Moritz von Oranien einerseits und für den geächteten "Winterkönig" Friedrich V. von der Pfalz andererseits kämpfte und kurz vor seinem Tod auch noch für den dänischen König Christian IV. in den Krieg ziehen wollte, der gegen Spanier (Spinola, Cordoba), Kaiserliche (Tilly) und vor allem gegen alles Katholische focht und der die katholischen Stifte Paderborn und Münster plünderte. Nicht grundlos bekam er den Spitznamen „der tolle Halberstädter“, und das war nicht bewundernd gemeint, sondern eher im Sinne von "tollwütiger Hund". Und dennoch schaffte er es, nicht auf irgendeinem Schlachtfeld dieser gräßlichen Auseinandersetzungen zu enden, sonden er starb an einem Fieber ungeklärter Ursache in Wolfenbüttel. Was für ein Bischof!

Das Wappen des Hochstifts Halberstadt, ein silbern-rot gespaltener Schild, wurde dem Wappen des jeweiligen Administrators als Herzschild aufgelegt, wie am Beispiel hier http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Heraldikbil12/polle-5.jpg zu sehen.

Nach einer kurzen Sedisvakanz übernahm 1624-1628 Christian Wilhelm von Brandenburg (7.9.1587-11.1.1665) die Administration von Halberstadt, der seit dem 1.1.1615 mit einer Schwester der drei vorherigen Administratoren verheiratet war, seine erste von drei Ehen. Auch dieser war ein Kriegsherr seiner Zeit, der zwischen beiden Konfessionen lavierte, bis die Stifte die Nase gestrichen voll von ihm hatten und ihn absetzten, der nach seiner Gefangennahme durch die Kaiserlichen als Preis für die Freiheit zum Katholizismus übertrat und sich damit politisch ins Abseits katapultierte.

Es folgte mit Leopold Wilhelm von Österreich (6.1.1614-20.11.1662) wiederum ein katholischer Bischof, ein letzter, einer jener typischen barocken Ämter- und Pfründensammler, der sechs Bistümer innehatte (aber immerhin nie mehr als vier gleichzeitig) und noch Hochmeister des Deutschen Ordens dazu war und anscheinend noch Zeit übrig hatte, um sein Amt als Statthalter der habsburgischen Niederlande auszuüben.

Das waren eigentlich durchweg Bischöfe, die die Welt nicht brauchte: Sowohl mit tollwütigen Kriegsherren als auch mit Windeln auf dem Thron als auch mit mehr ab- als anwesenden Pfründensammlern war es jedoch bald vorbei: 1648 wurde nach dem Ende des 30jährigen Krieges das Bistum Halberstadt komplett aufgelöst und in ein säkulares Fürstentum umgewandelt, welches dem Kurfürstentum Brandenburg zugeschlagen wurde. Dieses Fürstentum umfaßte Halberstadt selbst, Gröningen, Schlanstedt, Regenstein, Aschersleben, Gatersleben, Ermsleben, Konradsburg, Falkenstein, Winningen, Weferlingen, Emmeringen, Oschersleben, Krottorf, Osterwieck, Dardesheim, Derenburg etc. Mit anderen Territorialherrschaften zusammen kam das neugegründete Fürstentum 1807 kurzfristig an das Königreich Westfalen, ehe es 1815 auf dem Wiener Kongreß zur preußischen Provinz Sachsen kam.

katholische Bischöfe ab 1401:
  • 1401-1406 Rudolph v. Anhalt-Bernburg (-1406), Sohn von Heinrich IV. Fürst v. Anhalt-Bernburg
  • 1407-1411 Heinrich von Warberg
  • 1411-1419 Albrecht v. Wernigerode (1346-10.9.1419), Sohn von Konrad IV. Graf v. Wernigerode
  • 1419-1437 Johannes von Hoym
  • 1437-1458 Burchard von Warberg
  • 1458-1479 Gebhard von Hoym
katholische Administratoren, Personalunion mit Magdeburg:
  • 1480-1513 Ernst II. von Sachsen (26.6.1464-3.8.1513), 1476 Erzbischof von Magdeburg, 1479 Coadjutor von Halberstadt, 1480 Bischof von Halberstadt, Sohn von Ernst I. Kurfürst v. Sachsen (24.3.1441-26.8.1486) und Elisabeth von Bayern (2.2.1443-5.3.1484)
  • 1513-1545 Albrecht V. von Brandenburg (28.6.1490-24.9.1545), 1513 Bischof von Halberstadt und Erzbischof von Magdeburg, 9.3.1514 Erzbischof von Mainz, 1.8.1518 Kardinal von Tit. S. Pietro in Vincoli, Sohn von Johann Kurfürst v. Brandenburg (2.8.1455-9.1.1499) und Margaretha v. Thüringen (1449-13.7.1501) - sein Wappen vgl. hier http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Heraldikbild8/mainz-brunnen-4.jpg
  • 1545-1550 Johann Albrecht von Brandenburg-Ansbach (20.9.1499-17.5.1550), 1521 Coadjutor von Halberstadt, 1523 Coadjutor zu Magdeburg, 1529-1530 Dompropst zu Mainz, 1531-1543 Propst zu St.Victor b. Mainz, 1532 Domherr zu Würzburg und Köln, 1536 Statthalter zu Aschaffenburg, 1538-1550 Domkustos und Propst zu St. Johannes Baptista in Mainz, 1545 Erzbischof von Mainz und Administrator von Halberstadt, Sohn von Friedrich I. Markgraf v. Brandenburg-Ansbach (8.5.1460-4.4.1536) und Sofia v. Polen (6.5.1464-5.10.1512)
  • 1550-1552 Friedrich III. von Brandenburg (12.12.1530-2.10.1552), 1551 Erzbischof von Magdeburg, Primas Germaniae, Sohn von Joachim II. Kurfürst v. Brandenburg (9.1.1505-1571) und Magdalena v. Sachsen (7.3.1507-25.1.1534)
  • 1552-1566 Markgraf Sigismund (Sigmund) von Brandenburg, (2.12.1538-14.9.1566), 1553 Erzbischof v. Magdeburg, Sohn von Joachim II. Kurfürst v. Brandenburg (9.1.1505-1571) und Jadwiga v. Polen (25.3.1513-7.2.1573) 
Protestantische Administratoren:
  • 1566-1613 Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg (15.10.1564-1613), 1566 Bischof von Halberstadt, 1582 Bischof von Minden, 1589 Herzog, Sohn von Julius Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (1528-1589) und Markgräfin Hedwig v. Brandenburg (2.3.1540-31.10.1602)
  • 1613-1615 Heinrich Karl von Braunschweig-Wolfenbüttel (4.9.1609-11.6.1615), Sohn von Heinrich Julius Herzog v. Braunschweig-Wolfenbüttel (15.10.1564-1613) und Elisabeth von Dänemark (25.8.1573-19.6.1625), stark schon im Alter von 5 Jahren an den Blattern
  • 1615-1616 Rudolf III. von Braunschweig-Wolfenbüttel (15.6.1602-13.6.1616), Bruder des Vorgenannten
  • 1616-1623 Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel (20.9.1599-16.6.1624), gen. der tolle Christian oder der tolle Halberstädter, Bruder der beiden Vorgenannten
  • 1623-1624 Sedisvakanz
  • 1624-1628 Christian Wilhelm Markgraf von Brandenburg (7.9..1587-11.1.1665), 1598-1614 Erzbischof, 1614-1631 lutherischer Administrator von Magdeburg (1631 abgesetzt), 1632 Übertritt zum Katholizismus, um sich nach Gefangennahme freizukaufen, spielte danach keine politische Rolle mehr, 1648 zu Loburg und Kloster Zinna, Sohn von Joachim Friedrich Kurfürst v. Brandenburg (27.1.1546-28.7.1608) und Markgräfin Katharina v. Brandenburg-Küstrin (10.8.1549-10.10.1602) 
katholischer Bischof:
  • 1628-1648 Leopold Wilhelm von Österreich (6.1.1614-20.11.1662), 1625–1662 Fürstbischof von Passau
    1626–1662 Fürstbischof von Straßburg, 1631–1638 Fürsterzbischof von Magdeburg, 1637–1662 Fürstbischof von Olmütz, 1656–1662 Fürstbischof von Breslau, Abt von Murbach, 1627-1631 Abt von Hersfeld, 1631-1648 Bischof von Halberstadt, 1641 Hoch- und Deutschmeister, 1646-1655 Statthalter der Niederlande, Sohn von Kaiser Ferdinand II. (1578-15.2.1637) und Maria Anna v. Bayern (1574-8.3.1616)
1648 als weltliches Fürstentum Halberstadt an Kurbrandenburg

Literatur und Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bistum_Halberstadt - http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Bisch%C3%B6fe_von_Halberstadt
Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg: Albrecht Eckhardt, Heinrich Julius, in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, S. 352–354, online: http://daten.digitale-sammlungen.de/0001/bsb00016409/images/index.html?seite=368
Heinrich Julius von Braunschweig-Lüneburg: Ferdinand Spehr, Heinrich Julius, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 11, Duncker & Humblot, Leipzig 1880, S. 500–505, online: http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Heinrich_Julius
Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel: Berent Schwineköper, Christian d. J., in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, S. 225 f, online: http://daten.digitale-sammlungen.de/0001/bsb00016319/images/index.html?seite=241
Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel: Ferdinand Spehr, Christian der Jüngere, Herzog von Braunschweig-Wolfenbüttel, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 677–683, online: http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Christian_der_Jüngere
Leopold Wilhelm von Österreich: Franz Krones: Leopold Wilhelm (Bischof von Straßburg und Passau), in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 402–404, online: http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Leopold_Wilhelm_(Bischof_von_Straßburg_und_Passau)
Leopold Wilhelm von Österreich: http://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Wilhelm_von_Österreich
Christian Wilhelm Markgraf von Brandenburg: Berent Schwineköper, Christian Wilhelm, in: Neue Deutsche Biographie (NDB), Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, S. 226, online: http://daten.digitale-sammlungen.de/0001/bsb00016319/images/index.html?seite=242
Christian Wilhelm Markgraf von Brandenburg: Karl Janicke: Christian Wilhelm, in: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB), Band 4, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 164–168, online: http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Christian_Wilhelm
Christian Wilhelm Markgraf von Brandenburg: http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_Wilhelm_von_Brandenburg
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« Antworten #26 am: 18. Dezember 2011, 23:21:53 »

Damit ist jetzt erstmal Redaktionsschluß für Teil 2:
http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/seiten/welfen2.htm
Ergänzungen und Hinweise stets willkommen!

Teil 3 über Hannover folgt irgendwann mal.
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Gernot
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« Antworten #27 am: 19. Dezember 2011, 14:09:26 »

Teil 3 über Hannover folgt irgendwann mal.
Ich freue mich schon drauf.
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Gernot

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« Antworten #28 am: 23. Dezember 2011, 22:21:34 »

Teil 3 über Hannover folgt irgendwann mal.
Ich freue mich schon drauf.
mit Ach und Krach schon halb im Halbschlaf fertiggestellt:
http://www.welt-der-wappen.de/Heraldik/seiten/welfen3.htm
Die meisten Bilder des dritten Teiles muß ich noch knipsen, aber ich habe schon mal gelistet, wo die Objekte zu finden sind. Wäre Begleit-Programm für Heraldik-pur 2012.
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Alex
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« Antworten #29 am: 24. Dezember 2011, 18:50:10 »

...das lese ich gern...
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Frohes Fest!
Alex
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"...Ohne Arbeit wär das Leben öde
Also sing ich müde meine kleine Ode
An die Arbeit..."
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