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Autor Thema: Wappen der Herzogin Hildegard "von der Westerburg"  (Gelesen 209 mal)
Riemer
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« am: 03. November 2011, 22:07:47 »

Liebe Liste,

kennt jemand nebenstehendes Wappen? Als Neuling habe ich es nicht in die Anfrage selbst bekommen.

Conrad Botho schreibt dieses Wappen in seiner 1492 veröffentlichten Cronecken der Sassen der angeblichen Ehefrau des Hermann Billung zu, die er Hildegard, Tochter eines Edelmannes von der Westerburg (nw. Halberstadt), nennt.

Einigkeit besteht darüber, daß es sich nicht um die Frau, sondern um die Schwiegertochter Hermann Billungs handeln muß, die mit Herzog Bernhard I. von Sachsen verheiratet war.

Seit 1742 wird sie für eine Tochter des Grafen Heinrich I. dem Kahlen von Harsefeld (Stade) gehalten. Ich gehe im Gegensatz dazu davon aus, daß sie keine Udonin war, sondern zur Gero-Sippe gehörte. Zumindest ist für sie Erbgut in Mulmke (ca. 15 km südlich der Westerburg) belegt.

Falls Botho das Wappen nicht frei erfunden hat, könnte es vielleicht zu einer Familie gehören, die zeitweise durch die Bischöfe von Halberstadt mit der Westerburg belehnt war?

Mit hoffnungsvollen Grüßen
Dieter Riemer
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« Antworten #1 am: 03. November 2011, 23:27:47 »

Wir bewegen uns hier im 10. Jh., also definitiv in vorheraldischer Zeit. Niemand führte damals ein Wappen, diese kamen erst in späteren Jh. in Gebrauch. Also wurde das Wappen von der betreffenden Person nicht geführt, auch kein anderes, sondern ist eine spätere "Illustration", die sich vorbehaltlich besserer Ideen vielleicht einfach vom Namensbestandteil "burg" leiten ließ. Die in Frage kommende Westerburg war erst ein Reichsgut, dann Eigentum des Bischofs von Halberstadt, dann ein Lehen der Grafen von Regenstein, und die hatten eine Hirschstange.
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Riemer
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« Antworten #2 am: 04. November 2011, 00:00:05 »

Hallo,

vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt. Zweifelsfrei kann es sich hier nicht um ein echtes Wappen der Herzogin Hildegard (+ 1011) gehandelt haben. Die Geschichte der Westerburg als mutmaßliche Reichsburg (diplomatisch meines Wissens nicht gesichert) und Burg der Halberstädter Bischöfe sowie die frühe Belehnung der Regensteiner ist mir bekannt.

Ich vermute, daß Botho ein ihn um 1500 bekanntes Wappen genommen hat, welches für ihn in einem Zusammenhang zur Burg stand - ein Geschlecht, welches nach den Regensteiner Grafen (oder durch diese als Afterlehen?) mit der Westerburg belehnt war?

Vielleicht kennt sich jemand mit dem Halberstadter Adel im Spätmittelalter aus.

Mit freundlichem Gruß
Dieter Riemer
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« Antworten #3 am: 04. November 2011, 00:23:54 »

Die einzigen weiteren Familien, die ich gefunden habe, sind:
Verpfändung 1521 an Bertram von Dorpstadt
Verpfändung 1539 an Matthias von Veltheim 
Verpfändung 1568 an Joachim von der Schulenburg
Neuvergabe des Lehens 1613 an Heinrich und Joachim von Veltheim 
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« Antworten #4 am: 05. November 2011, 10:45:03 »

Verpfändung 1521 an Bertram von Dorpstadt
Verpfändung 1539 an Matthias von Veltheim  
Verpfändung 1568 an Joachim von der Schulenburg
Neuvergabe des Lehens 1613 an Heinrich und Joachim von Veltheim  
Dorpstadt muß heißen Dorstadt.

Nun zu der Frage des apokryphen Wappens:

Die genannten Familien:
1. Dorstadt: In R. 3 sitzende s. Bracken mit g. Halsbändern (2,1).
2. Veltheim: In G. ein breiter # Balken, belegt mit zwei schmalen g. Balken
3. Schulenburg: In S. 3 r. Greifenklauen.

kommen also nicht in Frage.

Die Burg im apokryphen Wappen ist sicher in Anlehnung an die Burg im Namen gewählt worden.
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