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Autor Thema: Eberhard, Eberhardt - Rothenburg o. Tauber  (Gelesen 579 mal)
Albus
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« am: 03. Oktober 2011, 21:42:11 »

Auf dem bereits besprochenen Grabmal der Dorothea Goldochs, geborene Völker in Crailsheim http://forum.heraldik-und-kunst.de/index.php/topic,1522.0.html ist auf ihrer mütterlichen Seite das Wappen Eberhardt dargestellt:

Dazu gab es keine weiteren genealogischen Informationen. Nach dem alten Siebmacher handelt es sich um eine Familie aus Rothenburg o. Tauber: http://www.wappenbuch.com/E249.htm
Obwohl es scheinbar zu einem regen familiären Austausch zwischen den süddeutschen Reichsstädten kam (nach G. Wunder, Die Bürgerschaft der Reichstadt Hall), existierten verschiedene, nicht wappengleiche Patrizierfamilien des gleichen Namens:
2. Eberhart, Stadtadel aus Schwäbisch Hall http://www.schwaebischhall.de/fileadmin/user_upload/images/Informationsstadt/Stadtarchiv/Familienwappen/Eberhardt_T03-R01-P03.jpg  
(niedliche alte Blasonierung bei G. Widmann, 16. Jh.: "rot und weiß wie die Schneckenhäuser ineinanderquartiert, in der Mitte zusammengezogen")
3. Eberhart aus Nördlingen http://www.wappenbuch.com/E238.htm
4. Eberhard/Eberhart von Horschhaußen, seit 1416 als Ratsherrn in Dinkelsbühl greifbar (L. Schnurrer, Urkunden der Stadt Dinkelsbühl Bd. 1-2), mir bisher unklar zu welcher der Sippen gehörend.

Im Sommer war in der Stabi Berlin der Siebmacher von Karl Borchardt, Rothenburg o. Tauber, 2007, nicht verfügbar.  Traurig
Wer hat zu diesen Eberhar(d)t aus Rothenburg weitere Informationen?
Schon für eine Blasonierungshilfe wäre ich dankbar. Was sind die Figuren: Meeresschnecken? Füllhörner?
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"Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne"
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« Antworten #1 am: 04. Oktober 2011, 01:05:39 »

Karl Borchardt, Rothenburger Wappenbuch. Patrizier und Ehrbare: Die Wappen im Geschlechterbuch des Johann Friedrich Christoph Schrag (1703–1780) zu Rothenburg ob der Tauber: Nr. 54, "In Gold auf einem erniedrigten schwarzen Schrägbalken drei schwarze Tierhörner nebeneinander.....Helmzier ein schwarz-golden gestücktes Tierhorn aus dem Schild." Gewendet. Dort auch Verweis auf Siebmacher 5 249 Rothenburg (Link oben).

Schöler, Historische Familienwappen in Franken, S. 40 und Tafel 101 Nr. 5. Dort ist der Balken auch schräglinks dargestellt, die Wendung aus Courtoisie im Schrag nicht korrigierend. "Bedeutendes ratsfähiges Geschlecht in Rothenburg und Dinkelsbühl. Leitname Burkart.". Verweis wiederum auf Schrag.

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Albus
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« Antworten #2 am: 04. Oktober 2011, 17:27:41 »

Ganz herzlichen Dank.

Tierhörner also... wohl in der Art eines Ziegenbockhorns, wegen den bogenförmigen Rippen an den Seiten.
Interessant auch, daß die Rothenburger und Dinkelsbühler Eberhar(d)t eine Familie waren, da die meisten genealogischen Verbindungen eben nach Dinkelsbühl führen.

In diesem Zusammenhang noch eine weitere Bitte um Blasonierungshilfe:
Es kommen auch die Berlin, Patrizier aus Dinkelsbühl und Heilbronn vor (Großmutter väterlicherseits d. Dorothea Goldochs). Der Alte Siebmacher bildet das Wappen unter Heilbronn ab: http://www.wappenbuch.com/E265.htm
Was sind das für rote "Hütchen", wie würde man die benennen?
(Erinnern mich an das Gesellschaftsspiel "Fang den Hut" Lächelnd)

Viele Grüße
J.W.
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« Antworten #3 am: 04. Oktober 2011, 23:10:43 »

"Fang den Hut" ist gut.  Lächelnd

Vielleicht so was?
http://www.geschichteinchronologie.ch/MA/judentum-fleck-u-hut-d/003-engl-judenhut-m-knaufspitze-England-13jh.jpg
http://www.br-online.de/content/cms/Universalseite/2011/02/24/cumulus/BR-online-Publikation-ab-10-2010--101084-20110224111939.jpg
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Heraldikbil14/x-hall-12.jpg
Oder ganz banal eine plastische Darstellung dreier eingebogener Spitzen.
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Gernot
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« Antworten #4 am: 05. Oktober 2011, 08:31:30 »

Was sind das für rote "Hütchen", wie würde man die benennen?
(Erinnern mich an das Gesellschaftsspiel "Fang den Hut" Lächelnd)
Für mich sind das eindeutig Hochspannungsisolatoren.  Grinsend
(Bild aus Wikipedia)


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Gernot

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« Antworten #5 am: 05. Oktober 2011, 11:49:32 »

Muahaha, diese Idee erinnert mich an dieses eine fürchterliche Exlibris von Nernst: http://www.ansichtskartenserver.de/shop/ak/17/1742898.jpg

Im Ernst, ganz andere Idee: Handschutzteller von Turnierlanzen (Brechscheiben) sehen auch so aus.
http://www.dhm.de/ausstellungen/eisenkleider/turniere/assets/kat63.jpg
http://www.dhm.de/ausstellungen/eisenkleider/turniere/assets/kat64.jpg
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rekem
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« Antworten #6 am: 05. Oktober 2011, 14:13:58 »

sind das nicht Judenhüte ?
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« Antworten #7 am: 05. Oktober 2011, 14:32:20 »

Für mich sind das eindeutig Hochspannungsisolatoren.
diese Idee erinnert mich an dieses eine fürchterliche Exlibris von Nernst: http://www.ansichtskartenserver.de/shop/ak/17/1742898.jpg
Danke für die teilweise sehr "erhellenden"  Grinsend Ideen...
An mittelalterliche Judenhüte hatte ich auch vage gedacht, die waren aber immer gelb.

Obwohl der Familienname "Berlin" nicht gerade recherche-freundlich innerhalb der Suchmaschinen ist  Zwinkernd, habe ich nun die Lösung entdeckt:
Quelle: O. v. Alberti, F. v. Gaisberg-Schöckingen, Württembergisches Adels-und Wappenbuch, (Nachdruck: Bauer u. Raspe 1975), S. 49, 80
Berlin, redendes Wappen: drei ineinander gesteckte Berlen pfahlweise. (Berlen = kegelförmige Netze, Reusen)

Viele Grüße
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« Antworten #8 am: 05. Oktober 2011, 16:13:46 »

An mittelalterliche Judenhüte hatte ich auch vage gedacht, die waren aber immer gelb.
Nicht z.B. im Wappen der Löffelholz. Aber da sehen sie auch merklich anders aus.

Zitat
(Berlen = kegelförmige Netze, Reusen)
Man lernt doch nie aus. Aber nun ja, das Schwäbische...
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Gernot

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« Antworten #9 am: 05. Oktober 2011, 16:36:07 »

Aber nun ja, das Schwäbische...
Hmm, liegt Dinkelsbühl (die Familie Berlin stellte im 14./15. Jh. fünfmal den Bürgermeister) historisch nicht im fränkisch-schwäbischen Einflußbereich?  Lächelnd
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« Antworten #10 am: 05. Oktober 2011, 16:59:44 »

fränkisch-schwäbischen Einflußbereich ?
naja, eher zu den Freien Reichstädten, die viel untereinander heirateten, aber natürlich auch Nachzug aus der Umgebung hatten.
Auf der Karte "Franken um 1500" im Bay.Geschichtsatlas ist die Umgebung bunt gemischt:
mgf.brandenburg., geistl., RRitterschaft usw. usf.
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« Antworten #11 am: 05. Oktober 2011, 20:53:53 »

der Alberti steht ja sogar bei mir im Regal, hatte ich gar nicht daran gedacht. Sehr interessant!
Bere oder Bare = Netz (ohne "L") - wieder was dazu gelernt.
Es gab offensichtlich sogar mal den Ausdruck "zum Baren bringen" -> "zu Paaren treiben"
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« Antworten #12 am: 05. Oktober 2011, 21:01:58 »

Bere oder Bare = Netz (ohne "L") - wieder was dazu gelernt.
Richtig, das L war mir dazwischen gerutscht (wegen Berlin), es muss "Beren" heissen...  Smiley
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