beim offenen Flug sind die Federn nach außen gerichtet, beim geschlossenen Flug sind sie gleichgerichtet nach links und die Flügel leicht verschoben übereinander.
Das ist nur eine Frage der Perspektive, eine zwingende Folge davon, ein 3D-Objekt auf Papier zu "plätten".
Wenn man also herumgeht sind die Federn immer noch wie vorher, und die Flügel eng beieinander.
Genau deshalb ist das auch im Grunde dasselbe. Wenn man von vorne schaut, sieht man die Vorderkanten in der Mitte und seitlich davon die Federn. Wenn man von der Seite schaut, sieht man die Vorderkanten auf der Seite und die Federn auf der anderen Seite. Das schafft nur Probleme, wenn man sich das nicht räumlich vorstellt. Ein Modell hilft. Enge und Weite sind irrelevant, weil das eine Folge von 3D -> 2D ist. Genau wie das "leicht verschoben" nur eine zeichnerische Methode ist, "zwei" Flügel zu zeigen.
Wenn jemand eine Frontaldarstellung zeichnet, ist der Flug natürlich offen. Wenn jemand eine Profildarstellung zeichnet, ist der Flug natürlich geschlossen. Es ist aber die selbe Helmzier. Der Künstler hat beim Aufriß die Wahl der Perspektive. Es handelt sich hierbei lediglich um eine darstellerische Unterscheidung, die in meinen Augen in keiner Weise blasonierungsrelevant ist, weil dadurch kein anderes Wappen entsteht. Die Unterscheidung macht nur Sinn auf darstellerischer Ebene, etwa so wie man von Halbrundschild oder Tartsche spricht, auch das ist eine unterschiedliche Darstellung, aber kein anderes Wappen und ebensowenig blasonierungsrelevant.
Deshalb sind die gezeigten Beispiele auch alles korrekt dargestellte Flüge, frontaler Helm zu offenem Flug, Profilhelm zu geschlossenem Flug. Geschlossener Flug auf frontalem Helm und offener Flug auf Profilhelm ist hingegen extrem schlechter Stil und sollte bei guten Künstlern niemals vorkommen.
Fazit: Ob ein Flug geschlossen oder offen dargestellt wird, wird durch die Wahl der Gesamtperspektive des jeweiligen Aufrisses bestimmt. Es ist nicht bedeutungsunterscheidend.