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Autor Thema: Grafen Brühl  (Gelesen 570 mal)
rekem
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« am: 13. Mai 2011, 16:05:11 »

Ein merkwürdiges Wappen, angeblich 1737:


1+4: nicht das StW sondern das Gnadenwappen ,
gesp: aus Reichs- und  kgl. Polnischem Adlker zusammengesetzt
2+3: das StW
HS: das Wappen des herb Jastrzembiec (warum?)
deren 3 Helme, dazu 1 kgl. sächs. Helm.

Im Adelslexikon des GHdA ist dieses Wappen nicht aufgeführt,
aber im Siebmacher Preußen Grafen Tafel 5 als jüngere Linie, ohne Verleihungsdatum und auch hier:
http://dresden.stadtwiki.de/wiki/Bild:Bruehl-catalog.jpg.

Die jüngere Linie ist die heute noch zahlreich blühende, katholische Linie, die vom Minister abstammt.
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mfG
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« Antworten #1 am: 13. Mai 2011, 17:03:33 »





(Zitat: Ausgabe 7 der Zeitung für den deutschen Adel)
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rekem
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« Antworten #2 am: 13. Mai 2011, 17:34:53 »

grandios,
das ist also ein Königl. Polnisches oder ein Poln.Reichstagliches Wappen ?
Und nicht von 1737 sondern von 1768 !
Gibt es dazu eine Matrikel ?

Zu diesem typischen Vorgang schreibt Zernicki:

Bruehl. - Deutsches Reichsgrafengeschlecht in Sachsen, kam mit König August III. nach Polen, kaufte sich dort an und suchte, um diese Güter erwerben zu können, durch einen aufgestellten Stammbaum seine Abkunft von dem Poln. Geschlechte Ocieski. W. Jastrzębiec nachzuweilen Dieser Stammbaum wurde vom Reichst. 1764 für falsch erklärt, doch wurde der Familie der Besitz der Güter gelassen und das Poln. Indigenat ertheilt, das vom Reichst. 1768, Konst; fol. 796, anerkannt wurde.
Kehrten nach Sachsen und Preußen zurück (Geschichte. - Konvers. Lex. - Dncz. - Pr.H.L. - Lgn. - Gräfl.Taschenb. - Kos.).

Nicht typisch ist, daß mal einer im 18.Jh. überhaupt erwischt wurde, aber dennoch keine Folgen erleiden mußte. Der Minister war wohl zu mächtig.
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Alex
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« Antworten #3 am: 14. Mai 2011, 07:48:28 »

Der Minister war wohl zu mächtig.

...das in der Tat... allerdings war er 1763 bereits verstorben... sein Tun zeigte also auch nach seinem Tod noch Wirkung...
Ciao Alex
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« Antworten #4 am: 14. Mai 2011, 18:27:48 »

Ich glaube, man muß es anderherum sehen: Daß einer so potenten Familie, wie der des ehemals allmächtigen Grafen Brühl überhaupt ein Porzeß gemacht wurde, ist relativ ungewöhnlich. Es ist sicher im Zusammenhang mit Brühls Sturz nach dem 7-jährigen Krieg zu sehen. Außerdem hatte er Bankrott gemacht, da Friedrich II. alle Brühl´schen Güter in Sachsen voll Haß verwüstete. Noch posthum wurde ihm in Sachsen nach 1763 ein Prozeß gemacht, daß er sich auf Staatskosten bereichert hätte (was er natürlich hatte). Letztlich konnte man nichts nachweisen, der Schlaufuchs hatte sich immer abgesichert...
Seine Kinder waren in Polen z.T. in sehr guten Stellungen und exzellent verdrahtet, v.a. durch mehrfache Querheiraten mit den Grfn. Potocki. So dürfte sich erklären, warum in Polen die Sache ebenfalls glimpflich abging.
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"Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne"
rekem
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« Antworten #5 am: 14. Mai 2011, 23:27:59 »

... Daß einer so potenten Familie, wie der des ehemals allmächtigen Grafen Brühl überhaupt ein Porzeß gemacht wurde, ist relativ ungewöhnlich.

Nun, in der Adelsrepublik Polen war man sehr eifersüchtig und selbstbewußt, und der Reichstag mußte Indigenate prüfen und genehmigen. Verfassungsgemäß waren ja alle gleichrangig.
Interessant ist eigentlich, daß man so genaue Unterlagen für eine der unendlich vielen polischen Adelsfamilien hatte, die die Fälschung beweisen konnten.
Jedenfalls ist das darauf basierende Wappen mit dem falschen Herzschild und dem 4. Helm noch eine Weile geführt worde, so im Hist.-Geneal.HdBuch ... d. gräfl. Häuser v. 1855, irgendwann später aber nicht mehr, also nicht mehr im GHdA und dem darauf basierenden Adelslexikon.
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