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Autor Thema: Adelsprädikat  (Gelesen 266 mal)
Gernot
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« am: 24. März 2011, 15:35:04 »

Es gehört nicht direkt zur Heraldik, aber es begegnet dem Interessierten doch regelmäßig: Adelsprädikate. Die Rangliste von Kaiser bis Junker findet sich allenthalben, die Bedeutung des Prädikats ist schon schwieriger.

Ich habe mir folgende Merkhilfe erstellt, Berichtigungen und Ergänzungen willkommen.

Titel von X   Geschlechtername X
Titel zu Y     Wohnstättenname Y (auch: Verlust d. Territiorialherrschaft bei Mediatisierung)

Titel von und zu X:    Geschlecht X, das noch auf Stammsitz wohnt
Titel von X zu Y:        Geschlecht X wohnt auf Y

X genannt von Z:   Adoption von X durch Z



Bei Herrschern gibt es dann noch das "in":

Titel von   Herrscher
Titel in      hat Titel, übt Herrschaft nicht (vollständig) aus


Beispiel: der bayerische "Kini" Ludwig, von Gottes Gnaden König von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, Franken und in Schwaben. (Warum es "bei" Rhein heißt und nicht etwa "am" ist mir auch noch ein Rätsel.)
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Gernot

Weiß der Geier...
AndreasP
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« Antworten #1 am: 24. März 2011, 17:11:38 »

Zum "Pfalzgrafen bei Rhein". Das Grimmsche Wörterbuch schreibt im Artikel "bei":

Zitat
Bei und an, bei und zu berühren und vertreten sich oft, wer bei dem berge, steht auch an dem berge; die stadt liegt am Rhein, beim Rhein

Leider kenne ich mich mit dem Mittelhochdeutschen nicht gut aus, das "bei Rhein" geht jedenfalls auf mhd. "bi rin" zurück. Später wird man den Titel einfach mit "bei" weiterverwendet haben, und das heute verständlichere "am Rhein" hat sich dann nie durchgesetzt, das "bei" sich als Anachronismus im Gegenteil sehr lange gehalten. Zumindest "beim Rhein" anstatt "bei Rhein" wäre dann allerdings schon zu erwarten gewesen im Laufe der Zeit.

Aber die rheinischen Titel sind ja ohnehin eine Sache für sich. Überall sonst haben sich die Grafen nach Burgen o. ä.benannt, nur die am Rhein schrieben sich "Raugrafen", "Wildgrafen", "Rheingrafen"...

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Albus
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« Antworten #2 am: 24. März 2011, 17:21:46 »

Vieles von der Liste trifft sicher zu, aber es ließen sich dann wieder endlose Gegenbeispiele finden.
Insofern würde ich daraus keine absolute "Regel" ableiten.
Das "von" ist sicher das häufigste Adelsprädikat, alle anderen Versionen und Variationen waren durch die Zeiten auch fließend, bis sie sich dann einmal in der einen oder anderen Art festkristallisierten.
Es ist somit auch durch die Zufälle der Traditionsabläufe bedingt.
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"Menschengeschlechter ziehen vorüber wie die Schatten vor der Sonne"
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