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Autor Thema: Wappen aus Owingen und Betenbrunn  (Gelesen 339 mal)
AndreasP
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« am: 11. März 2011, 17:04:25 »

In der Pfarrkirche von Owingen, Bodenseekreis, gibt es einige hübsche Wappendarstellungen zu sehen. Die Kirche (in einem von zwei Dorfkernen, dem damaligen „Pfaffenhofen“) unterstand dem Deutschen Orden (genauer der Kommende Mainau, die zur Ballei Elsass-Burgund mit Sitz Altshausen gehörte):

Am Chorbogen eine Kartusche mit zwei barocken Deutschordenswappen: optisch links Christian Moritz von Königsegg-Rothenfels, Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund 1757-1774; optisch rechts Graf Beat Conrad Reuttner von Weyl, Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund des Deutschen Ordens 1774–1803. (siehe auch http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie347.htm )



Als einer von drei Schlussteinen im schönen gotischen Gewölbe des Chors (die anderen sind figürlich) das Wappen des Wolfgang von Klingenberg, Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund:


In der Nähe des Hochaltars erscheint dieses Wappen dann nochmals an der Chordecke:


und im gleichen Stil ein Wappen wohl eines Abtes von Salem (welcher weiß ich noch nicht). Der Reichsabtei Salem gehörte der Rest des Dorfs Owingen.


Eine Kuriosität aus dem Chorgewölbe sei hier noch gezeigt: die Preise des Inflationsjahrs 1923 wurden hier verewigt, versteckt ganz oben hinter dem Hochaltar.


Der Stifter des rechten Chorfensters (wohl 19. Jh.) hat sich mit folgendem Wappen verewigt. Ich kenne es leider nicht und habe nicht genau genug hingeschaut, um evtl. einen Namen zu erkennen. Feld 1 und 4 gespalten, rechts in Schwarz drei goldene Wolfsangeln (wie die Herren von Stain), links in Weiß ein blaues ... ja, was ist das eigentlich? Feld 2 und 3 in Weiß ein blauer Turm (oder Burgstall) auf einem Berg.


Am Kruzifix, das im Chorbogen hängt, ist ein Wappen angebracht (ich habe es noch nicht identifiziert):


Der an sich sehr dekorative Epitaph (in Obeliskenform) des Adalbert Georg Marx Bilz, Deutschordensherr und Pfarrer in Owingen († 1815)



weist eine ästhetisch recht fragwürdige Wappendarstellung auf. Die Helmdecken, oder was immer dieses goldene Zeug sein soll, kommen irgendwo aus dem Nichts, über den Helm selbst verliert man am besten auch keine Worte, und wie er vor über dem Deutschordenskreuz hängt und vor dem riesigen Kleinod geradezu verschwindet, ist wohl auch nicht gerade optimal...

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AndreasP
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« Antworten #1 am: 11. März 2011, 17:23:42 »

Auch die Wallfahrtskirche Betenbrunn (Gemeinde Heiligenberg, Bodenseekreis), beherbergt heraldische Denkmäler:

Die Chorbogenwand wird gleich von drei Wappen geschmückt, die Gründer, Patronatsherren und Förderer der Kirche bezeichnen:

„Hoc fundante“: Werdenberg


„Patrocinante“: Fürstenberg


„Hoc iuvante“: Montfort


Ganz oben am barocken, aber nach 1900 veränderten Hochaltar, dann noch ein geviertes Wappen mit den Wappenbildern von Werdenberg und Heiligenberg, so wie es die Fürstenberger in ihrem Herzschild führen (aber ohne den Adler und den fürstenbergischen Wellenbord drumherum). Wem genau es aus dieser etwas komplizierten Verwandtschaft zuzuordnen ist, weiß ich nicht.


Die kleine metallene Grabplatte eines Probst Vogel von 1734 ist mit einer Kreuzigung bemalt:


Das Familienwappen erkennt man kaum, mit Photobearbeitung konnte ich es etwas besser herausholen. In von Schwarz (oder wohl eher nachgedunkeltem Silber?) und Rot geteiltem Schild ein Vogel in verwechselten Farben. Helmzier: die Wappenfigur.


Der Epitaph des Probsts Andreas Wey von 1695 enthält ebenfalls ein Wappen mit einem Vogel (vielleicht eine Weihe?), auf einem Dreiberg. Die Farben sind im heutigen Zustand kaum zu identifizieren.


Nun noch der kleine Epitaph des Probst Storer von 1778, eines Wohltäters der Kirche. Er stiftete einige schöne manieristische Ölgemälde seines Großvaters (oder zumindest aus dessen Sammlung); diese sind übrigens ebenfalls mit einem kleinen Storer-Wappen in der Ecke versehen. Das Wappen zeigt (zumindest in der heute sichtbaren Bemalung) in einer Art Graublauton einen natürlich braunen Baumstumpf.

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