In der Pfarrkirche von Owingen, Bodenseekreis, gibt es einige hübsche Wappendarstellungen zu sehen. Die Kirche (in einem von zwei Dorfkernen, dem damaligen „Pfaffenhofen“) unterstand dem Deutschen Orden (genauer der Kommende Mainau, die zur Ballei Elsass-Burgund mit Sitz Altshausen gehörte):
Am Chorbogen eine Kartusche mit zwei barocken Deutschordenswappen: optisch links Christian Moritz von Königsegg-Rothenfels, Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund 1757-1774; optisch rechts Graf Beat Conrad Reuttner von Weyl, Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund des Deutschen Ordens 1774–1803. (siehe auch
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien/galerie347.htm )

Als einer von drei Schlussteinen im schönen gotischen Gewölbe des Chors (die anderen sind figürlich) das Wappen des Wolfgang von Klingenberg, Landkomtur der Ballei Elsass-Burgund:

In der Nähe des Hochaltars erscheint dieses Wappen dann nochmals an der Chordecke:

und im gleichen Stil ein Wappen wohl eines Abtes von Salem (welcher weiß ich noch nicht). Der Reichsabtei Salem gehörte der Rest des Dorfs Owingen.

Eine Kuriosität aus dem Chorgewölbe sei hier noch gezeigt: die Preise des Inflationsjahrs 1923 wurden hier verewigt, versteckt ganz oben hinter dem Hochaltar.

Der Stifter des rechten Chorfensters (wohl 19. Jh.) hat sich mit folgendem Wappen verewigt. Ich kenne es leider nicht und habe nicht genau genug hingeschaut, um evtl. einen Namen zu erkennen. Feld 1 und 4 gespalten, rechts in Schwarz drei goldene Wolfsangeln (wie die Herren von Stain), links in Weiß ein blaues ... ja, was ist das eigentlich? Feld 2 und 3 in Weiß ein blauer Turm (oder Burgstall) auf einem Berg.

Am Kruzifix, das im Chorbogen hängt, ist ein Wappen angebracht (ich habe es noch nicht identifiziert):

Der an sich sehr dekorative Epitaph (in Obeliskenform) des Adalbert Georg Marx Bilz, Deutschordensherr und Pfarrer in Owingen († 1815)

weist eine ästhetisch recht fragwürdige Wappendarstellung auf. Die Helmdecken, oder was immer dieses goldene Zeug sein soll, kommen irgendwo aus dem Nichts, über den Helm selbst verliert man am besten auch keine Worte, und wie er vor über dem Deutschordenskreuz hängt und vor dem riesigen Kleinod geradezu verschwindet, ist wohl auch nicht gerade optimal...
