Magistri
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« am: 15. Januar 2011, 15:04:35 » |
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Von Klaus Mai erschien im Degener-Verlag der Band: Siegfrieds Wappen und Heldentaten im Nibelungenlied-Legende oder geschichtliche Wirklichkeit? Der Verfasser der auch bei der Terra-X-Sendung "Der Nibelungencode" mitwirkte, kommt zu dem überraschendem Ergebnis, dass die Siegfriedsgestalt eng mit dem Königshaus des alten Burgund und den legendären alten Habsburgern verbunden ist. Der Band soll € 19,80 kosten.
Peter
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M.d. Her. Vereins "Zum Kleeblatt" e.V. zu Hannover
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Herold-vom-Rhein
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« Antworten #1 am: 15. Januar 2011, 21:38:53 » |
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So unterschiedlich, wie Siegfrieds Leben allein in den diversen Sagen überliefert ist, kann man wohl alles ableiten, der Wahrheitsgehalt dürfte sich im Rahmen üblicher Legenden bewegen und lediglich eine Theorie mehr sein. Siegfried "führte" als Wappen wohl eine Krone, die Farben werden vom Autor als blau-golden abgeleitet (obwohl sie nicht im Nibelungenlied angegeben werden), auch König Artus "führte" lt. diversen m.a. Wappenbüchern Kronen, golden in Blau...... - einfach nur bildhaftes Königssymbol, mehr nicht, geboren aus dem Bedürfnis des Mittelalters, legendäre Gestalten in das der Zeit eigene Symbol-Paradigma zu integrieren. Oder hat König Artus auch etwas mit den Burgundern zu tun?  Der Bezug zu Habsburg wird daraus hergeleitet, daß das Stammwappen des Hauses Habsburg einen roten Löwen in Gold mit einer blauen Krone zeigt - und wenn der Autor tatsächlich ernsthaft glaubt, daß man daraus eine Verwandtschaft ableiten kann, dann weiß ich, was ich davon zu halten habe: NICHTS. Fortleben des Siegfried-Wappens im Habsburger Stammwappen, also das Habsburg-Wappen als expandiertes Siegfried-Wappen unter Hinzunahme des Löwen - einen größeren Unfug habe ich m. E. selten gelesen. Mal abgesehen davon, daß unzählige Wappen blaugekrönte Löwen haben.... Mit der gleichen Logik des Autors würde also König Artus einen verwandtschaftlichen Bezug zu all den Familien haben, die in Blau einen goldengekrönten Löwen haben.  Fazit: Wie bei vielen obskuren Theorien werden hier wohl m. E. Wahrheiten mit Spekulationen über sehr, sehr dünne Brücken verknüpft, die nur der Autor wahrnimmt.
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wappenfreund
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« Antworten #2 am: 21. Januar 2011, 15:42:31 » |
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Das o.g. Buch (Klaus Mai, Siegfrieds Wappen und Heldentaten im Nibelungenlied. Legende oder geschichtliche Wirklichkeit? Insingen (degener) 2010) kenne ich und finde die abschätzigen Bemerkungen darüber ungerechtfertigt. Das mittelalterliche Wappen hat von Anfang an eine Identifikationsfunktion, d.h. es soll unverwechselbar einen Helden, eine Rangposition, eine Familie bzw. Dynastie, ein Territorium u. dgl. in der Öffentlichkeit kenntlich machen. Heraldisch gesehen ist es deswegen nicht gleichgültig, wie viele Kronen ein Wappen im Schild hat und welche Farbe diese Kronen haben. König Artus hat 3 goldene Kronen auf blauem Feld, Siegfried dagegen hat eine blaue Krone auf goldenem Feld. Somit kann man leicht erkennen, dass König Artus mit Siegfried heraldisch nichts zu tun hat. Wenn der ‚Herold vom Rhein‘ die Spur des Artuswappens in späteren Adelswappen untersuchen will, dann müsste er in jedem Fall nach dem gleichzeitigen Vorkommen von 3 goldenen Kronen auf blauem Feld suchen. Ein Tipp meinerseits: Das schwedische Königreich hat drei goldene Kronen auf Blau im Staatswappen. Eine einzelne blaue Krone auf Gold findet sich tatsächlich in einigen gevierten Wappen früher Habsburger und ab dem 14. Jh. auch auf dem Kopf des roten Wappenlöwen im Habsburger Familienwappen. Das weist darauf hin, dass die frühen Habsburger einen genealogischen Bezug zum Königshaus des alten Burgund beanspruchen. Mai findet hierfür interessante und plausible Belege, die es verdienen, ernst genommen zu werden.
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AndreasP
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« Antworten #3 am: 21. Januar 2011, 16:03:48 » |
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Ich habe das Buch von Mai nicht gelesen und möchte darüber daher nicht urteilen (mich interessiert der Ansatz allerdings auch nicht, ich habe schon zuviel esoterisches Herumspekulieren zu mittelalterlichen Themen gelesen); aber das vorige Posting will ich doch nicht so stehen lassen.
"König Artus hat 3 goldene Kronen auf blauem Feld" - wer so etwas ohne jede Spur von Kontext, Quelle, Jahr hinschreibt, sollte sich vielleicht etwas zurückhalten mit solchen Äußerungen.
Die fiktive Heraldik, d. h. die den alten Königen und Helden im Spätmittelalter zugeschriebenen Wappen sind tatsächlich interessant. Aber nicht für irgendwelche Beweise von obskuren Abstammungen von Leuten, die es eh nie gab (Siegfried, Artus), sondern als Denkmale ihrer eigenen Zeit. Die Adelschroniken des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit versuchen denn ja auch, die Herkunft der Häuser so antik wie möglich zu gestalten, und da sind von zufälligen Namensanklängen (die von Zimmern führten sich allen Ernstes auf die Cimbern zurück...) bis zu Wappenähnlichkeiten zu Wappen, die man dann gleich miterfindet, natürlich alle Möglichkeiten da. Für das frühe Mittelalter kann man jedenfalls daraus keine Rückschlüsse ziehen.
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Herold-vom-Rhein
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« Antworten #4 am: 21. Januar 2011, 16:15:21 » |
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Außerdem findet man in der Fabelheraldik für König Artus noch ganz andere "Bildchen": - In Blau ein goldenes Krückenkreuz - In Rot 3 (2:1) goldene Kronen - und hier sind noch mehr Kronen: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/74/Roi_artus.jpg/520px-Roi_artus.jpgAlso vorsichtig mit "eindeutigen" Zuweisungen. Und wer mit Kronenfarben argumentiert: Warum die Habsburger und nicht die Katzenelnbogener? Gleiches Recht für beide, an dieser obskuren Theorie teilzuhaben... 
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wappenfreund
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« Antworten #5 am: 21. Januar 2011, 17:17:53 » |
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An Andreas: Wenn Sie selbst angeben, das Buch nicht gelesen zu haben, es andererseits als esoterisch abtun, so ist das ein glatter Widerspruch. Von esotorisch kann bei Mai nicht die Rede sein. Das Buch ist eher sehr trocken geschrieben. Es wertet die Heraldik als eine Methode auf, um historische Zusammenhänge und Behauptungen darüber sachlich besser verstehbar zu machen. Übrigens können Sie das Artuswappen ganz leicht im Internet z.B. www.kulturschnitte.de/Artus/artus.htm ausfindig machen.
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AndreasP
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« Antworten #6 am: 21. Januar 2011, 17:19:30 » |
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Super Seite, sehr aufschlussreich:
"Die Person von König Artus ist im Mittelalter so populär und real geworden, dass man sogar sein Wappen kannte."
Also bitte, das ist doch einfach nur Unfug. Das "kannte" man nicht, das "erfand" man.
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Herold-vom-Rhein
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« Antworten #7 am: 21. Januar 2011, 18:02:07 » |
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Ich denke, der Satz trieft vor Ironie. Und die pfahlweise Anordnung ist natürlich noch eine weitere Variante von den vielen....
Im Ernst: Es ist vollkommener Mumpitz, solche Projektionen späterer Gebräuche in vorheraldische Zeit zu glauben. Sich damit zu befassen, wie und warum das im Mittelalter dennoch getan wurde, ist jedoch ein faszinierendes Gebiet, und es sagt eine Menge über die Zeit aus, in der die Projektionen getätigt wurden, und nichts über die Zielepoche.
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AndreasP
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« Antworten #8 am: 21. Januar 2011, 19:57:25 » |
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Ironie: Stimmt, im Kontext des Restartikels.
Ich hatte mich gleich auf den Wappen-Abschnitt gestürzt.
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A.Lenz
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« Antworten #9 am: 21. Januar 2011, 20:03:37 » |
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Das Buch muß ich mir echt besorgen! Bin nämlich ein ausgemachter Fantasy-Fan. 
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A.Lenz
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« Antworten #11 am: 21. Januar 2011, 20:24:14 » |
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ja, ja, die berühmt-berüchtigten Schuhkartons! 
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Gernot
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« Antworten #12 am: 25. Januar 2011, 09:04:12 » |
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Wenn Sie selbst angeben, das Buch nicht gelesen zu haben, es andererseits als esoterisch abtun, so ist das ein glatter Widerspruch. Von esotorisch kann bei Mai nicht die Rede sein. Das Buch ist eher sehr trocken geschrieben. Es wertet die Heraldik als eine Methode auf, um historische Zusammenhänge und Behauptungen darüber sachlich besser verstehbar zu machen. Übrigens können Sie das Artuswappen ganz leicht im Internet z.B. www.kulturschnitte.de/Artus/artus.htm ausfindig machen. Ich habe sogar noch mehr: Die Wappen von König David, Josua und Judas Makkabäus. Hier könnten ja noch ganz ungeahnte historische Zusammenhänge erforscht werden. Ja, und der Herrgott selbst führt auch ein Wappen. Dass bislang versäumt wurde, aufgrund Wappenähnlichkeit herauszufinden, welche Geschlechter göttlichen Geist atmen, ist schon ein arger Fauxpas.
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Gernot
Weiß der Geier...
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Herold-vom-Rhein
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« Antworten #13 am: 25. Januar 2011, 09:23:19 » |
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herauszufinden, welche Geschlechter göttlichen Geist atmen Hervorragende Idee. Das wird bestimmt in Band 2 der Serie "Die Wappen-Connection" vom selben Autor geschehen.
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