In der Sammlung alter Musikinstrumente in der Wiener Neuen Burg (das ist das klobige halbrunde Riesengebäude am Heldenplatz) findet sich der wundervolle "Passauer Liedertisch", 1590 vom Amberger Künstler Kaspar von der Sitt geschaffen.
Auf einer Tischplatte aus Solnhofener Plattenkalk sind die Noten dreier Lieder so eingraviert, dass man sie im Chor am Tisch sitzend singen kann. In der Mitte des Tisches das Wappen des Fürstbischofs Urban von Trennbach, um es herum gruppiert die Wappen der 22 Mitglieder des Domkapitels.
Einige (Text-)Informationen gibt es hier:
http://www.kmz.de/scripts/passkomplett.asp?index=1146Soweit ich weiß (bzw. soweit Google fündig wird), wurden bislang keine Bilder dieses Kunstwerks im Internet publiziert: eine Schande, der nun abgeholfen wurde:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Passauer_LiedertischDie Bilder sind so gut oder schlecht, wie es in dem schummrigen Museum durch eine Glasplatte auf dem Tisch und ohne sich draufzustützen eben ging. Se lassen aber zumindest erahnen, was für ein faszinierendes Gesamtkunstwerk der Renaissance hier vorliegt.
Es gibt wohl noch einige ähnliche "Liedertische", die in Schlössern und Museen bis in unsere Zeit überlebt haben, darunter der "Amberger Liedertisch" desselben Künstlers. Leider habe ich keinen Überblick, wo sich diese Tische befinden und inwieweit sie auch heraldisch interessant sind.
