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Herold-vom-Rhein
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« am: 07. Juli 2010, 15:19:51 » |
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Josef Kraßler: Steirischer Wappenschlüssel, Veröffentlichungen des Steiermärkischen Landesarchives Graz Nr. 6, 1968, 349 S.
Dieses Werk war einst eine Festgabe des steiermärkischen Landesarchivs anläßlich der Hundertjahrfeier seiner Neugründung für die Teilnehmer des 8. österreichischen Archiv- und des 10. österreichischen Historikertages in Graz im Mai 1969 und ist nur noch antiquarisch zu bekommen. Ein Wappenschlüssel ist ein Bestimmungswerk zur Identifizierung von Wappen, weder ein Bilderbuch über die Schönheit von Wappen noch ein Nachschlagewerk zur jeweiligen Familiengeschichte, sondern ein nach pragmatischen und logischen Kriterien aufgebautes Handwerkszeug ohne überflüssige Schnörkel. Der Schlüssel ist nach Figuren gegliedert: Heroldsbilder, geometrische Figuren, Buchstaben, Hausmarken, Erd- und Himmelserscheinungen, Kriegs- und Jagdgerät, Handwerkszeug, handwerkliche Erzeugnisse, Bauwerke, Pflanzen, Tiere, Menschen, irreale Wesen. Innerhalb jeder Kategorie stehen am Anfang die einfachen Fälle, zum Schluß hin wird es jeweils immer komplexer, so daß man bei mehrfeldrigen Wappen gleich weiter hinten einsteigen kann zum Suchen. Mit knappestmöglichen Texten wird die Vielfalt der in der Steiermark und angrenzenden Gebieten vorkommenden Wappen in ein formales Schema gebracht, das die Identifizierung unbekannter Funde ermöglicht. Daß ein Buch mit ca. 3800 Namen im Register so verfahren muß, um mit dem reinen Schlüssel noch im Rahmen von 289 Seiten zu bleiben, wobei komplexe Wappen mit mehreren Motiven natürlich in mehreren Kategorien auftauchen, ist selbstverständlich. Der Umfang der erfaßten Familien ist außergewöhnlich groß, und das bedingt lakonisch kurze Blasonierungen. In diesem Buch ist ganz sicher kein einziges redundantes Wort. Ein gevierter Schild mit Herzschild beispielsweise wird nur noch zu „V“, ein Herzschild zu „H“, bei den ganzen „ebenso“ muß man weiter oben suchen, welche Farben gemeint sind, Details und Nebenteile fallen unter den Tisch. Oberwappen werden nicht angegeben. Weil die Farbangaben abgetrennt vom Objekt erfolgen, ist die Zuordnung nicht immer ganz eindeutig und übersichtlich. Das Buch ist durchweg mit erläuternden Schwarzweiß-Skizzen illustriert, die nur eine schematische Darstellung des Grundmotivs sein sollen und keinesfalls an qualitativ hochwertigen Einzelwappendarstellungen in Wappenbüchern gemessen werden dürfen. Der Anspruch des kondensierten Schematismus geht auf Kosten der Details, und die Übersichtlichkeit des Schemas hat Vorrang vor dem individuellen Blason. Das Werk ist eine äußerst wertvolle Hilfe bei der Identifizierung unbekannter Wappen vorbehaltlich einer Bestätigung in der entsprechenden zusätzlich notwendigen Fachliteratur, die auch den Wunsch nach präziseren Blasons, Oberwappen und Details zur Familie erfüllt. Daß dieses Werk aufgrund der nachvollziehbaren Begrenzung des Umfanges weder durch Fundstellenangaben die Brücke zu ersterem, noch durch Lit.-Verweise die Brücke zur letzteren schlägt, ist eine schmerzlich empfundene Lücke. In diesem Buch sind ausschließlich die minimalen Daten zur Identifizierung, dafür aber in maximaler Anzahl und Dichte.
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