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Autor Thema: Ein Wappenzeichner und seine Arbeiten  (Gelesen 953 mal)
Herold-vom-Rhein
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« Antworten #15 am: 19. März 2010, 00:10:50 »

Ein heraldisches Exlibris, entstanden 1893 (zweimal datiert, einmal auf den Sockelbasen und einmal neben der Signatur links unten) und entworfen von Clemens Kissel (3.5.1849 - 25.12.1911), für das katholische Lehrlingshaus Mainz. Es ist ein rein symbolisch gemeintes Kunstwappen innerhalb eines Rahmens aus Renaissance-Motiven, ein Wappen, dessen symbolischer Wert deutlich über dem heraldischen liegt. Ganz oben erkennen wir das Wappen des Bistums, bzw. genauer das des alten Hochstifts Mainz, welches das Bistum übernommen hatte, das silberne Rad in rotem Feld. Der große Schild im Zentrum ist unter einem silbernen, mit zwei durch ein rotes Kreuz verbundenen, balkenweise gestellten, sechsspeichigen, roten Wagenrädern belegten Schildhaupt gespalten, rechts in Blau das nomen sacrum IHS, das Christogramm innerhalb eines Ringes mit abwechselnd geraden und gewellten goldenen Strahlen, links in Gold der Hl. Joseph. Die Programmatik der Komposition liegt auf der Hand: Es handelt sich um ein katholisches Lehrlingshaus, deshalb oben das Wappen der Diözese und die christliche Symbolik des nominis sacri im blauen Feld. Das Haus befindet sich in Mainz, deshalb findet sich im Schildhaupt das modifizierte Doppelrad aus dem Mainzer Stadtwappen. Und der Hl. Joseph ist der Schutzpatron des Lehrlingsstandes, und dazu vieler handwerklicher Berufe, der Zimmerleute, der Holzhauer, der Schreiner, der Wagner etc.



Bildquelle: Clemens Kissel, 25 Bücherzeichen, entworfen und ausgeführt von Clemes Kissel zu Mainz, J. A. Stargardt Verlag, Berlin 1894.
« Letzte Änderung: 19. März 2010, 08:27:40 von Herold-vom-Rhein » Gespeichert
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