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Autor Thema: Mohrenwappen - politisch inkorrekt? ? ?  (Gelesen 1204 mal)
Herold-vom-Rhein
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« am: 19. Januar 2010, 23:57:45 »

Oh diese amerikanischen Ansichten:
Da werden doch Wappen mit Mohren tatsächlich als "controversial" eingestuft.
http://www.idtg.org/archive/255-controversial-arms-moors-in-heraldry/
Korsika, Sardinien, Wolfskehl, Grumbach, Münchow, Hauenstein, Merede, Reitmor, Pechmann, Köhler von Mohrenfeldt, Freising, Coburg, Benedikt XVI, Albrecht Dürer - alle politisch inkorrekt?
Auf die Idee, Mohren als "controversial heraldry" einzustufen, kann nur jemand aus einem Land ohne lebendige Tradition kommen. Was stellt der sich denn vor, sollen alle Familien "Mohr" stattdessen lieber Möhren im Wappen führen? Was für eine undifferenzierte Darstellung! Die wenigsten Mohrenwappen haben etwas mit der Reconquista zu tun.
unberücksichtigt der Bezug zum Hl. Mauritius, der KEIN Neger war, sondern der Name "schwarz" bedeutete, wie auch "mauro" synonym zu "schwarz" verwendet wurde
unberücksichtigt der Bezug zu Wilden Männern, aus denen sekundär Mohren wurden (vgl. Grumbach und Wolfskehl)
unberücksichtigt die Ethymologie, der Bezug zu redenden Wappen (z. B. Reitmor = reitender Mohr)
unberücksichtigt die nachträgliche Änderung von Königsköpfen in Mohrenköpfe und von Jungfrauen und Mohrinnen Wappen Tucher, Wappen Haller)
unberücksichtigt die faszinierenden "Weißen Mohren" in der Heraldik (Wappen der Freiherren von Holzschuher)
unberücksichtigt die Mode des 15./16. Jh., wo man Mohren einfach haben mußte und Vorhandenes umtingierte
« Letzte Änderung: 20. Januar 2010, 18:25:17 von Herold-vom-Rhein » Gespeichert
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« Antworten #1 am: 20. Januar 2010, 18:24:54 »

Im Grunde ist der Mohr in der Heraldik ein weites Feld, das zu vertiefen sich lohnt. Sammeln wir zuerst mal die zu redenden Familiennamen gehörenden Mohrenwappen:

- Namen, die assoziativ etwas mit Mohr zu tun haben, auch wenn dies nicht die wahre Etymologie sein sollte:
Morsbecke (Westfälisches Wappenbuch): Ein rechtssehender Mohrenkopf. Helmzier unbekannt.
Mohr vom Wald (Gruber): Gold mit schwarz-gold geschachtem Schildhaupt. Helmzier ein wachsender Mohrenrumpf in wie der Schild bez. Farben auf dem Gewand, mit golden-schwarzer, nach hinten abfliegender Kopfbinde. Helmdecke schwarz-gold.
Morien, Morian (Westfälisches Wappenbuch): In Silber ein schwarzer, unten gezinnter Schrägrechtsbalken, links oben begleitet von einem roten Stern. Auf dem Helm mit schwarz-rot-silbernen Decken ein wachsender, schwarzgekleideter Mohrenrumpf mit roter, abfliegender Kopfbinde zwischen einer rechten roten und einer linken silbernen Straußenfeder.
Möring (Ärzte- und Apotheker-Wappen, Heft 5): In Silber ein schwarzer, rechtssehender Mohrenkopf mit silbernem Ohrring und roter Stirnbinde. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein schwarzer Mohrenrumpf mit silbernem Ohrring und roter Stirnbinde zwischen zwei schwarz-silbern übereck geteilten Büffelhörnern, die ihm statt der Arme aus den Schultern wachsen.
Mohr (DWR Band 66, Seite 74): In Silber über einem schwarzen Doppelsparren ein schwarzer Mohrenkopf mit schwarz-silberner Stirnbinde, diese mit abfliegenden Bändern. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender silbern mit schwarzem Doppelsparren gekleideter Mohrenrumpf mit schwarz-silberner Stirnbinde, diese mit abfliegenden Bändern.
Moring (DWR Band 70, Seite 48): In Gold über Schwarz doppelspitzenförmig geteiltem Schilde oben ein gestürzter grüner Haselnußzweig mit einem Blatt zwischen zwei roten Früchten, unten zwei goldene Stierhörner (Büffelhörner) mit goldenem Kopffell. Auf dem Helm mit rot-goldenen Decken ein wachsender rot mit goldenen Aufschlägen gekleideter schwarzer Mohrenrumpf mit goldenem Ohrring und goldener Stirnbinde mit nach hinten abflatternden Bändern.
Mohren (ADW Nr. 84262): In golden-schwarz geviertem Schilde 1) und 4) ein Mohrenkopf mit rot-silberner Stirnbinde, 2) und 3) eine silberne, von einer goldenen Schlange umwundene Retorte. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wachsender rotbewehrter schwarzer Löwe.
Mohr (DWR Band XLII, S. 20): In Silber oben rechts ein Mohrenkopf mit rot-silberner nach hinten abflatternder Kopfbinde, über einem Schräglinksbalken, verbunden mit einem aus dem linken und unteren Schildrand hervorkommenden Gitter aus zwei Pfählen und zwei Balken, alles in Rot. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken eine silberne Getreidegarbe, aus der oben sieben silberngestielte und -belaubte rote Rohrkolben herauswachsen.
Moor zu Ainödt (Siebmacher Band: NÖ1 Seite: 304 Tafel: 162): In Silber ein aus dem Wasser aufragender Mohr, mit der Rechten eine große Muschel mit Perlen  emporhaltend, die Linke im Wasser; darüber ein goldener abwärts gekehrter Sichelmond. Kleinod der Mohr mit der Muschel wachsend zwischen einem blau-silbern geteilten Adlerflug, Decken blau-silbern.
Mohrenberg (Siebmacher Band: SchlA2 Seite: 82 Tafel: 52): In Gold auf grünem Hügel (auch Dreiberg) ein Mohr mit silberner, links abfliegender Binde um den Leib, auf dem Haupt einen rot-silbern-gewundenen und links abfliegenden Bund, in der erhobenen Rechten einen grünen Kranz und die Linke in die Seite gestützt. Auf dem gekrönten Helm der Mohr mit Kranz wachsend.
Morenkopf aus Augsburg (Siebmacher Band: BayA1 Seite: 81 Tafel: 80): In Gold ein schwarzer Mohrenkopf mit silberner Kopfbinde. Helmzier derselbe, Decken schwarz-golden.
Morstetten aus Lübeck (Siebmacher Band: Bg5 Seite: 43 Tafel: 52): Geteilt, oben ein wachsender Mohr mit Leibschurz, unten drei Ähren. Auf dem Helm der Mohr wachsend.
Reitmor aus München (Siebmacher Band: BayA1 Seite: 87 Tafel: 86): In Silber ein natürlicher Hirsch, auf dem ein gekrönter nackter Mohr reitet, Helmzier der Mohr stehend zwischen einem roten Hirschgeweih, dieses mit beiden Händen fassend, Decken rot-silbern. Eine Variante in Siebmacher Band: BayA3 Seite: 39 Tafel: 25, dort der Mohr golden gekrönt, die Helmzier mit Straußenfedern auf dem Kopf.
der sich an den Geweihen festhält.

- Namen, die etwas mit der Farbe Schwarz zu tun haben, und wo der Mohr so eine mögliche und naheliegende Erklärung hat:
Schwarte (Westfälisches Wappenbuch): In Rot ein mit drei schwarzen Mohrenköpfen belegter silberner Schrägbalken. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken wachsend ein schwarzer Mohrenrumpf.
Schwarte, von den Schwarzen (Westfälisches Wappenbuch): In Silber zwei schwarze Sparren (ein Zwillingssparren), begleitet von drei (2:1) schwarzen Mohrenköpfen. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender schwarzer Mohr.
Schwarte von Hovele (Westfälisches Wappenbuch): Ein rechtssehender Mohrenkopf. Helmzier unbekannt.
Schwarz (DWR Band 10, Seite 90): In blau-rot geteiltem Schilde oben drei goldene Sterne nebeneinander, unten ein Mohrenkopf mit silberner Stirnbinde zwischen zwei goldenen Sternen. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken zwischen einem rechts goldenen und links schwarzen Flug ein rot mit blauen Aufschlägen an Ärmeln und Kragen gekleideter wachsender Mohr, auf der Brust mit einem goldenen Stern belegt, in der Rechten ein naturfarbenes chirurgisches Skalpell, in der Linken eine goldene Marke, bestehend aus Schaft und hinterer Dreiecksöse aus Oberkopfabstrebe und Mittelstrebe, hochhaltend.
Schwarz zu Hasselbach (Siebmacher BayA3 Seite: 77 Tafel: 48, Wappen von 1538): Ein Schild mit einem golden und blau abgesetzten Kreuz in vier Teile geteilt, 1 und 4: in Blau ein goldenes Kastell mit drei Türmen, jeder mit einer Schießscharte, 2 und 3: in Gold ein schwarzer Mohrenkopf. Auf dem gekrönten Helm ein wachsender, aufgereckter, blau mit goldenem Aufschlag gekleideter Mohrenarm, ein blaues Jagdhorn mit goldenen Beschlägen haltend.
Schwarz aus Wollin (Siebmacher Band: Bg10 Seite: 84 Tafel: 94): Ein Mohrenkopf mit Kopfbinde. Helmzier ein wachsende Jungfrau, auf dem ausgestreckten Arm zugewandt ein Vogel sitzend.
Schwartz aus Pressburg (Siebmacher Band: Un Seite: 571 Tafel: 407): In Blau auf grünem Boden, ein Mohr mit rotem Lendenschurz, in der erhobenen Rechten einen Krummsäbel mit goldener Parierstange, die Linke in die Hüfte gestützt haltend. Helmzier der Mohr wachsend zwischen einem rechts golden-schwarz, links rot-silbern geteiltem Flug. Decken schwarz-golden und rot-silbern.
Schwarzer von Schwarzenburg (Siebmacher Band: SchlA3 Seite: 151 Tafel: 99): Auf grünem Dreiberg, auf welchem ein Mohr mit silberner Kopfbinde und Leibbinde steht, auf dem Rücken einen Köcher, in der ausgestreckten Rechten pfahlweise einen roten Pfeil und in der Linken einen Bogen haltend. Helmzier der Mohr wachsend, Decken schwarz-golden und rot-silbern.
Schwartzkopf, von Schwartzkopf (Siebmacher Band: Han Seite: 34 Tafel: 34): Geteilt, oben von Schwarz und Silber fünfmal schräggeteilt, unten in Silber ein Mohrenkopf. Helmzier ein paar Büffelhörner, das rechte schräglinks, das linke schrägrechts je 5x silbern-schwarz schräg geteilt. Decken schwarz-silbern. Vgl. auch Siebmacher Band: PrE Seite: 163 Tafel: 141 sowie Band: Sa Seite: 47 Tafel: 54.
Schwartzkopf aus Lübeck (Siebmacher Band: Bg8 Seite: 30 Tafel: 34): In Rot ein goldener Balken, belegt mit schwarzem Mohrenkopf. Helmzier der Mohrenkopf zwischen einem goldenen Flug, Decken rot-golden und schwarz-golden.
Schwarz (Siebmacher Band: PoA Seite: 88 Tafel: 55): In Silber ein mit roter Stirnbinde versehener Mohrenkopf zwischen 2 roten Hirschstangen. Helmzier das Schildbild. Decken rot-silbern (Abb.) bzw. schwarz-silbern (Text).

- Namen, die etwas mit Kohle oder dem Herstellen oder Verarbeiten von Kohle zu tun haben:
Köhler v. Mohrenfeld (fällt gleich in zwei Kategorien, Siebmacher Band: SchlA2 Seite: 64 Tafel: 41): Ein Schrägrechtsbalken, belegt mit drei Mohrenköpfen mit silberner abfliegender Stirnbinde. Helmzier ein bogenschießender Mohr wachsend.

- Namen, die etwas mit Pech oder Teer und ihren Produkten zu tun haben, und wo der Mohr möglicherweise eine redende Umsetzung des Namens ist:
Pechmann (Siebmacher Band: NÖ1 Seite: 334 Tafel: 181): In Silber auf grünem Dreiberg ein nackter Mohr, mit roter Leib- und Stirnbinde, eine Gabel in der Hand haltend,  an der ein schwarzer Pechkranz hängt. Helmzier der Mohr mit Gabel und Pechkranz wachsend. Im vermehrten Wappen dieses Motiv in den Feldern 1 und 4.
Pichlmeyer (Siebmacher Band: Bg2 Seite: 55 Tafel: 92): In Gold ein schwarzer Balken mit einem Mohren, mit goldener Schürze auf grünem Dreiberg, Helmzier der Mohr wachsend, Decken schwarz-golden.

- Namen, die etwas mit der Farbe Braun zu tun haben, und wo auch hier die Assoziation Mohr = brauner Mann naheliegt:
Praunsmännl aus Regensburg (Siebmacher Band: Bg2 Seite: 8 Tafel: 13): In Rot ein Mohr mit goldener Krone auf grünem Dreiberg, in der Rechten eine silberne Mondsichel, in der Linken einen goldenen Bogen mit Pfeil. Helmzier der Mohr wachsend zwischen einem rechts rot-silbern, links silbern-blau geteiltem Adlerflug, Decken blau-silbern und rot-silbern.

- Namen, die etwas mit "Heide" zu tun haben, wobei der Mohr möglicherweise den Heiden symbolisieren könnte
Heider aus Lindau (Siebmacher Band: BayA2 Seite: 68 Tafel: 43), Heyder von Vorbach aus Nördlingen und Lindau (Siebmacher Band: Bay Seite: 85 Tafel: 98): In Gold ein nach links sehender nackter Mohr mit einem golden-silbern-blau gespaltenen Federschurz, in seiner Rechten einen Speer, um den Arm und Hals ein goldenes Band und in den Ohren ein goldenen Ring mit weißer Perle, um seinen Kopf eine silberne Binde mit zurückfliegenden Enden; an seinem linken Arm ein runder vergoldeter Schild mit spitzem Buckel haltend. Helmzier der Mohr wachsend, Decken schwarz-golden.

In anderen Sprachen kommen analoge Assoziationen vor, in Frankreich sind das beispielsweise Familien mit den Namen Morot, Morin, Noir, Noiraud, la Poix (Pech), Charbonnier (Köhler) usw.
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« Antworten #2 am: 30. Januar 2010, 22:56:24 »

"Mohrenmode": Mohren in Familienwappen des Baseler Wappenbuches:

Hauenstein: In Gold ein Mohrenkopf mit rotem Hut. Auf dem Helm mit golden-schwarzen Decken ein wachsender Mohrenrumpf in goldenem Gewand mit rotem Kragen und mit rotem Hut.

Kuder: In Blau eine goldene Lilie über einer balkenweise mit der Spitze nach rechts gelegten silbernen Pflugschar. Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken ein wachsender Mohrenrumpf in blauem Gewand mit goldenem Kragen, auf der Brust belegt mit einer goldenen Lilie, um die Stirn eine golden-blaue Binde mit nach hinten abflatternden Bändern.

Menzinger, von Menzingen: In Schwarz eine von zwei goldenen Kugeln begleitete eingebogene goldene Spitze, belegt mit einem aufrechten schwarzen Pfeil. Auf dem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wachsender Mohrenrumpf, das Gewand schwarz mit einer von zwei goldenen Kugeln begleiteten eingebogenen goldenen Spitze, belegt mit einem aufrechten schwarzen Pfeil, statt der Arme zwei schwarze Büffelhörner mit goldener schräger Binde, um die Stirn eine schwarz-goldene Binde mit abflatternden Bändern.

Merede: Innerhalb eines schwarzen Bordes in Gold eine Mohrenbüste (Mohrenkopf) in schwarzem Rock mit rotem Kragen. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wachsender Mohrenrumpf in mehrfach schwarz-golden gestreiftem Gewand mit rotem Kragen, um den Kopf eine goldene Stirnbinde mit abfliegenden schwarz-goldenen Bändern.

Meyer von Baldersdorf: In Gold ein rotgewandeter oberhalber Mohrenrumpf mit schwarzen Flügeln anstelle der Arme. Auf dem Helm mit rot-schwarzen Decken ein wachsender rotgekleideter Mohrenrumpf, um den Kopf eine goldene Stirnbinde mit abflatternden Bändern und auf demselben drei Straußenfedern in den Farben rot-blau-silbern.

Murer gen. Ruman: Von Silber und Schwarz schräglinks im Schrägzinnenschnitt geteilt, oben rechts ein schwarzer, sechsstrahliger Stern. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender Mohrenrumpf, das Gewand von Silber und Schwarz schräglinks im Schrägzinnenschnitt geteilt, oben rechts auf der Brust mit einem schwarzer, sechsstrahliger Stern belegt, mit silberner Stirnbinde mit abfliegenden Bändern.

Ringler: In golden-schwarz gespaltenem Schild auf der Spaltlinie drei Ringe in verwechselten Farben pfahlweise. Auf dem gekrönten Helm mit rechts golden-schwarzen, links schwarz-goldenen Decken ein wachsender Mohrenrumpf, das Gewand golden-schwarz gespalten mit drei Ringen in verwechselten Farben pfahlweise auf der Spaltlinie.

Wirtener: Geteilt, oben in Schwarz ein goldener, sechsstrahliger Stern, unten golden-schwarz gerautet. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender schwarzer Mohrenrumpf, belegt mit einem golden-schwarzen gerauteten Pfahl, mit einer schwarz-goldenen Stirnbinde mit nach hinten abfliegenden Bändern.

von Gundelsdorf: in Silber drei (2:1) rechtssehende Mohrenköpfe mit je einem Kranz roter Rosen um das Haupt. Auf dem Helm mit schwarz-silbernen Decken ein wachsender, unbekleideter Mohrenrumpf mit einem Kranz roter Rosen um das Haupt.

von Rotberg: In Gold ein schwarzer Balken, drei Helme, Helm 2 (rechts): Auf dem Helm mit golden-schwarzen Decken ein wachsender, golden gekleideter Mohrenrumpf mit goldenem, schwarz aufgeschlagenem Hut mit einer nach hinten eingerollten Spitze.

Wix: In Blau auf grünem Dreiberg ein silbernes Kreuz mit zwei Querbalken. Auf dem Helm mit blau-silbernen Decken ein wachsender Mohrenrumpf mit blau-silberner Stirnbinde mit abflatternden Bändern, das mehrfach blau-silbern geteilte Gewand unten mit einem grünen Dreiberg belegt, aus dem ein silbernes Kreuz mit zwei Querbalken wächst.
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« Antworten #3 am: 31. Januar 2010, 14:03:30 »

Im Bereich der kommunalen Mohrenwappen hoffe ich auf Deine Kenntnisse, lieber Alex.

Mohrenwappen mit Bezug zum Hl. Mauritius: Coburg und Zwickau
Der Hl. Mauritius wurde im Mittelalter als "Mauretanier", also als Mohr dargestellt, obwohl er vermutlich nicht negroider Abstammung war. Er war in der Legende bekannt als Führer der thebäischen Legion und erlitt den Märtyrertod wegen Befehlsverweigerung. Coburg führt in Gold einen schwarzen Mohrenkopf mit roten Lippen und goldenem Ohrring. Das Wappen stellt das Haupt des Hl. Mauritius dar, des Patrons der Pfarrkirche. Bereits Münzen von 1354 und Siegel aus dem 16. Jh. zeigen diesen Mohrenkopf (ältestes Beispiel von 1521).

Auch das große Wappen der Stadt Zwickau hat einen Bezug zum Hl. Mauritius, zwar nicht im Schild, aber in einer der beiden Helmzieren: Es ist geviert, Feld 1 und 4: in Rot drei (2:1) silberne Schwäne, Feld 2 und 3: in Rot über blauem Wellenfuß eine silberne, schwarzgefugte  Zinnenmauer mit drei verschieden bedachten Türmen. Helm 1 (rechts): Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender, rot gekleideter Mohrm einen Streitkolben schwingend, Helm 2 (links): auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein roter, mit Hermelin aufgeschlagener Turnierhut, im Stulp sieben (3 nach rechts wehend, vier nach links) silbern-rot geteilte Fähnchen. Ein besonders prächtiges bauplastisches Exemplar findet sich am Zwickauer Rathaus an der Fassade, gegen Ende des 19. Jh. zu datieren. Die häufigste Erklärung ist: Der Hl. Mauritius ist der Zwickauer Stadtpatron, er wird bereits 1212 als Patron der Stadtpfarrkirche erwähnt. Der Legende nach machte man in Zwickau Halt, als man die sterblichen Überreste des hingerichteten christlichen Heiligen auf Befehl Otto I. nach Magdeburg brachte. Ein Siegel von 1290 zeigt nur die Türme über dem Wellenfuß (vgl. Siebmacher Band: St, Seite: 49, Tafel: 84). In der Mitte des 15. Jh. tauchen erstmals die drei Schwäne in einem zusätzlichen Schild auf dem Siegel auf. 1515 tauchen auch die drei Schwäne alleine auf. Später erst wurde das Wappen aus beiden Motiven geviert und bekam 1555 das Oberwappen und wurde zum "Großen Wappen". Im Siebmacher (Band: St, Seite: 49, Tafel: 84) wird der Rumpf jedoch nur als Mannesrumpf bezeichnet und der Mauritiusbezug abgelehnt, er solle die Wehrhaftigkeit der Bürger illustrieren. Es gibt immerhin zu denken, daß ausgerechnet in der Reformationszeit ein Heiliger der kath. Kirche in das Wappen aufgenommen worden sein sollte. Eine dritte, ebenfalls unbewiesene Theorie wiederum stellt einen Bezug zum sächsischen Kurfürsten Moritz her. Wie und warum auch immer die Figur auf den Helm gekommen ist, heute wird sie als Mohr dargestellt und als Mauritius interpretiert. Die Fähnchen sollen den Fahnenlehen des sächsischen Kurfürsten entsprechen. Da dieser Mohr übrigens auch von der Mauritius-Brauerei Zwickau im Bierflaschen-"Wappen" geführt wird, dürfte das der Heilige sein, von dem die meisten Bildnisse im Umlauf sind.....
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« Antworten #4 am: 31. Januar 2010, 15:37:20 »

Mohrenwappen Nürnberger Patrizier

Mohren und Mohrinnen, die erst nachträglich dazu wurden:
Nicht alle Mohren und Mohrinnen waren ursprünglich von schwarzer Hautfarbe, sondern kamen erst später zu ihrer Identität. Zwei Beispiele:
Die Haller von Hallerstein sind ein nürnbergisches Patriziergeschlecht und später ein landsässiges Rittergeschlecht, das 1433 einen Wappenbrief erhielt und 1528 eine Adelserhebung und eine Wappenbesserung und schließlich 1790 den Freiherrenstand erlangte. Das Stammwappen zeigt in Rot einen schwarz gefüllten schräglinken silbernen Sturzsparren. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken ein wachsender, gänzlich roter Frauenrumpf. Im Wappenbrief vom 31.5.1433 kam eine goldene Helmkrone hinzu. Die wachsende rote Jungfrau wird als vollständig nackt beschrieben. Die rote Farbe ergibt sich durch die im Schild dominierende Farbe, die hier wiederholt wird. Drei Jahrzehnte danach wird die Jungfrau nicht mehr als nackt beschrieben, sondern als rot mit roter Kleidung. Aha - wir schaffen langsam die Basis für nachfolgende Veränderung! Auf 1521 und 1528 datieren urkundliche Abbildungen, wo aus dem straff anliegenden, nichts verbergenden Kleid ein faltenreiches Gewand geworden ist. Und im 17. Jh. bekamen Gesicht und Kleid verschiedene Farben, so konnte jeder die Kleidung deutlich abgesetzt wahrnehmen, die immer noch rot war, aber durch die nachträgliche Schwärzung des Gesichts war die Mohrin geboren. Mit dem Wappen geschahen auch weitere Veränderungen: 1528 wurde der Schild mit dem Wappen der ausgestorbenen von Hallerstein geviert: 1 und 4 Stammwappen, 2 und 3: geteilt, oben in Rot eine gestürzte, eingebogene Spitze, unten in Silber ein schreitender, schwarzer Löwe. Helm 1 (rechts): der wachsende rote Frauenrumpf zwischen zwei roten Büffelhörnern, an den Mündungen mit Pfauenfedern besteckt, Helm 2 (links): auf dem schwarz-silbern bewulsteten Helm rechts eine aufrechte goldene Hirschstange, links ein rot-silbern geteilter Flug (Kombinationshelmzier). Das freiherrliche Wappen von 1790 hat noch einen goldenen Herzschild mit dem schwarzen Doppeladler (kaiserliches Gnadenwappen), und es wird mit drei Helmen geführt, Helm 1 (Mitte) trägt den schwarzen Doppeladler, die beiden anderen Helme wie oben. Decken rechts rot-silbern, links rot-golden.

Die Tucher von Simmelsdorf sind ein altes ratsfähiges nürnbergisches Patriziergeschlecht, das seinen Beinamen nach dem 1598 erworbenen Rittergut Simmelsdorf bei Lauf hat und welches am 16.4.1815 durch König Max I von Bayern in den Freiherrenstand erhoben wurde. Nach ihnen sind Tucherschlößchen und Tucherpalais in Nürnberg benannt. Ihr Wappen wird wie folgt beschrieben (Schöler, Siebmacher, Band: Bay, Seite: 61, Tafel: 65): Geteilt, oben von Schwarz und Silber fünfmal schräggeteilt (nach Siebmacher schräglinks), unten in Gold ein Mohrenhaupt. Auf dem Helm mit schwarz-goldenen Decken ein wachsender, golden gekleideter Mohr, anstelle der Arme zwei goldene Büffelhörner, jedes mit einer schwarzen Binde. Das ursprüngliche Wappen waren offensichtlich die Schrägteilungen. Dann kam nach Schöler ein Kopf, vermutlich ein Königskopf, im unteren Teil hinzu, der dann später zu einem Mauritius-Kopf umgedeutet wurde und schwarz wurde. Der Mohrenkopf der Tucher findet sich heute wieder im komplexen Wappen der Nürnberger Landgemeinde Simmelsdorf, in dem die Tucher seit 1598 einen Stammsitz hatten.

Mohren als mögliches Symbol beruflicher Schutzpatrone
Bleiben wir bei den oben erwähnten Tucher von Simmelsdorf - warum wurde der Kopf zu einem Mohren? Darüber kann nur spekuliert werden: Eine mögliche Erklärung wäre, daß der Familienname Tucher auf die berufliche Tätigkeit der Patrizierfamilie verweisen könnte, und der Hl. Mauritius (s. o.) ist der Schutzpatron nicht nur der Soldaten, Waffenschmiede, Glasmacher, Kaufleute, Färber, Schmiede, allg. der Handwerker, die mit dunkler Farbe umgehen, sondern auch der Tuchmacher.
Vermutlich lassen sich auch noch für andere Mohrenwappen insbesondere der städtischen wappenführenden Bevölkerung über die Rolle des Schutzpatrons bestimmter beruflicher Tätigkeiten analoge Zusammenhänge herstellen. Andererseits sollte diese Symbolerklärung insbesondere in reformierten Gebieten auch nicht überstrapaziert werden.

Mohren als mögliches Symbol des Fernhandels
Überhaupt finden sich gerade in der städtischen wappenführenden Bevölkerung auffällig viele Mohrenmotive, was auch einen anderen Grund haben könnte: Unter diesen waren viele Kaufleute, insbesondere Fernkaufleute, das ausgehende 15. und beginnende 16. Jh. war die Zeit der großen Entdeckungen und der Erschließung neuer Handelswege zu Land und zur See, und so könnte das Motiv auch einen Zusammenhang mit Fernhandelsrouten haben und der Mohr einfach für Teilnahme am Fernhandel stehen, zumal sämtliche Ursprungsländer der begehrten kostbaren Gewürze von Menschen dunklerer Hautfarbe bewohnt wurden. Es war eine aufregende neue Welt, und es war "in", sich ihr zu öffnen, insbesondere als Kaufmann.
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Alex
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« Antworten #5 am: 31. Januar 2010, 17:31:43 »

Im Bereich der kommunalen Mohrenwappen hoffe ich auf Deine Kenntnisse, lieber Alex.

Hi... bin schon mal drüber gestolpert, war mir aber bisher keine Einzelbetrachtung wert. Derzeit bramsen mich andere Projekte. Ich schau mal was meine Bücher hergeben und schreib Dir ne PN.
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« Antworten #6 am: 08. Februar 2010, 01:24:15 »

Hier ein Wappen mit schwarzen Mohren und "weißen Mohren":
http://www.prolibri.de/giaqdata/hd1743/pic/26019.jpg
Holzschuher v. Harlach
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« Antworten #7 am: 08. Februar 2010, 08:46:37 »

INteresse an einem Aufsatz im Kleeblatt zum Mohren-Thema? Ist aber schon etwas älter.
Ciao Alex
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« Antworten #8 am: 08. Februar 2010, 08:52:02 »

sehr gerne, ich würde mich darüber freuen.
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« Antworten #9 am: 08. Februar 2010, 08:55:37 »

Kommt später.... Ciao Alex
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« Antworten #10 am: 09. Februar 2010, 11:48:07 »

Bei den "Tucher von Simmelsdorf" ließe sich das Mohrenhaupt im Schild, bzw. der wachsende Mohr auf dem Helm, eventuell dadurch erklären, dass Hans Tucher d. Ä. 1479 - 1480 eine Reise nach Jerusalem unternahm und darüber einen Reisebericht (Reise ins Gelobte Land) verfaßte. Daraufhin wurde dann dem usprünglichen Wappen mit den Schrägteilungen auch noch das Mohrenhaupt hinzugefügt.
« Letzte Änderung: 09. Februar 2010, 12:02:40 von A.Lenz » Gespeichert
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« Antworten #11 am: 14. Februar 2010, 12:56:39 »

Und hier haben wir ein Mohrenwappen, das vom Vornamen (!) Maurus abgeleitet ist.
http://www.dr-bernhard-peter.de/Heraldik/Galerien2/galerie1274.htm
Es handelt sich allerdings um ein personengebundenes Abtswappen.
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« Antworten #12 am: 14. Februar 2010, 13:39:15 »

Schwarze Mohren und weiße Mohren:
Der Mohr ist ursprünglich ethnisch eigentlich undifferenziert. Obwohl der Name sich von Maurus, Mauretanier ableitet, dehnte sich die Bezeichnung in ihrer Bedeutung auf fast alle Nicht-Weißen aus, die aber heraldisch schwarz oder braun dargestellt wurden. Nun neigen wir im allgemeinen dazu, menschliche Darstellungen sehr differenziert wahrzunehmen, und vergessen dabei, daß die Heraldik klare, deutliche Farben liebt. Es wäre unlogisch, wollten wir einem Balken nur die Farbe silbern oder schwarz zubilligen, nicht aber Zwischentöne wie hellgrau und dunkelgrau, und würden gleichzeitig erwarten, bei Menschendarstellungen Hutu von Tamilen zu unterscheiden. Deshalb sind in der Heraldik alle dunklen Menschen undifferenziert schwarz. Zumindest in der frühen Heraldik.

Einen interessanten Ausnahme-Fall gibt es nämlich in späterer Zeit, wo weiße Mohren von schwarzen Mohren unterschieden werden, im selben Wappen, dem Wappen der Holzschuher von Harlach, einer Nürnberger Patrizierfamilie. Auf dem Helm wird ein schwarzer Mohr geführt, und im gevierten Schild werden "weiße Mohren" in blauem Feld geführt, der Darstellung nach sind es Araber. Der schwarze Mohr ist der ältere, die weißen Mohren kamen anläßlich einer Wappenbesserung hinzu. Das Stammwappen der Holzschuher ist in Gold ein schwarzer, rot gefütterter holländischer Holzschuh, Helmzier ein rot mit goldenen Aufschlägen gekleideter Mohrenrumpf, Helmdecken rot-golden. 1503 hatte Wolf Holzschuher den vermehrten Schild von König Manuel I o Feliz erhalten, und derselbe wurde am 28.9.1547 dem Hieronymus Holzschuher durch Kaiser Karl V bestätigt, mit den Worten (Siebmacher Band: Bay Seite: 40 Tafel: 38, Gatterer, hist. Holzschuheriana, Codex p. 244): "das ober vnd hinter feld golt, darin das anererbt holtzschucherisch wappen [ain goltfarben schildt, darinn ain schwartzer holländischer holtzschuch, Inwendig rot vnd ausswendig herumb mit weissen Portlin, den Spiz gegen den hintern tail des schilts kerend], das vndter vnd vorder Feldt darin eines weissen Moren Pildt biss zu halber Prost ohne Arm, gelb beklaidt mit ainem grawen Part habendt vmb sain haubt mit plaben vnd roten Laisten ain waissen morischen Pundt, hinten mit anhangenden endten, vnd in der Mitte auf der Quartirung ain rot Kreutz vnd darauv sin weiss Kreuz. Dazu das holtzschuecherisch kleinodt [ain Prustbildt ains Moren one Armb in ain r. klaidt mit silberfarbem vberschlag vnd kurzem krawsem haar, one Part, habend auf dem haubt ain roten hohen spitzigen huet mit ainem gelben für sich gespitztem veberstulp vnd oben zw End des huets mit fransen vnd darauf ain knopf, beids von roter Farb] vnd turniershelmb, auch goldtfarben vnd roter helmdecken......]". "eines weissen Moren Pildt biss zu halber Prost" - eines weißen Mohren Bild bis zu halber Brust, mit "ain waissen morischen Pundt", also mit einem Turban - das ist ein echter Sarazene. Und dadurch, daß der König von Portugal ihm diese Vermehrung für seine Verdienste erlaubte, ist tatsächlich einmal ein Bezug zu den Arabern in Spanien gegeben, und so kommt es zur Differenzierung zwischen schwarzen und weißen Mohren im gleichen Wappen, ein Einzelfall. Das Element in der Mitte ist übrigens das Kreuz vom Christus-Orden.
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« Antworten #13 am: 14. Februar 2010, 13:59:24 »

"Mohrenmode" - Dürers Wappen
Albrecht Dürers Wappen ist uns in mehreren Abbildungen überliefert, u. a. in einem herrlichen Holzschnitt von des Meisters Hand aus dem Jahre 1523 ( http://images.zeno.org/Kunstwerke/I/500-674/HL10696a.jpg ). Die Zuordnung der Farben ist jedoch nicht absolut sicher, von seiner Hand gibt es keine farbige Zeichnung. Nach dem colorierten Wappen auf der Rückseite eines Portraits seines Vaters ergibt sich: In Rot auf grünem Dreiberg eine goldene, auf einer Treppe stehende, offene, zweiflügelige Holztür mit einem Bretterdach, auf dem rot-golden bewulsteten Helm zwischen einem goldenen Flug ein rot mit goldenen knöpfbaren Aufschlägen und einem goldengestulpten roten Spitzhut bekleideter Mohrenrumpf mit Ohrringen (nach Neubecker). Hier wird am deutlichsten, daß man mit der Annahme des Wappens einer Modeströmung folgte. Die Familie war bürgerlich und stammte aus Ungarn, aus einem Orte namens "Ajtós". "Ajtó" bedeutet "Tür", also ist der aus "Tür" der Türer = Dürer, und das Schildbild ist redend. Für den Mohren gibt es definitiv keinen Bezug zu allen möglichen Erklärungsversuchen - die Familie sah unter den Nürnberger Patriziern genügend Vorbilder, fand es chic und folgte der Mode als Nachahmer.
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